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Drei Tote

Tödlicher Falschfahrer-Unfall auf der A8: Polizei ermittelt, warum der Fahrer wendete

Nach dem durch einen Falschfahrer verursachten tödlichen Unfall auf der A8 bei Pforzheim ermittelt die Polizei. Warum der Fahrer auf der Autobahn wendete, ist bislang unklar.

Für den 35-jährigen Falschfahrer kam nach der Kollision jede Hilfe zu spät. Foto: Markus Rott/Einsatz-Report24/dpa

Nach dem tödlichen Unfall auf der A8 bei Pforzheim in der Nacht zum Sonntag laufen zu Wochenbeginn die Ermittlungen der Polizei. Bei der durch einen Falschfahrer verursachten Kollision mit einem Pkw starben zwei Männer im Alter von 24 und 28 Jahren sowie der Falschfahrer selbst.

Um 3.30 Uhr hatte ein Zeuge gemeldet, dass ein Auto auf der A8 von Stuttgart in Richtung Karlsruhe in Schlangenlinien fahre. „Aufgrund dieser Meldung beteiligten sich mehrere Streifen an der Fahndung“, berichtet Polizeisprecher Frank Weber. Sowohl Kräfte der Pforzheimer als auch der Ludwigsburger Polizei waren beteiligt – jedoch ohne Erfolg.

Ob der Pkw dann den Autobahnparkplatz Kämpfelbach erreicht habe, wisse man nicht – in jedem Fall habe er in diesem Bereich auf der Autobahn gewendet und fuhr fortan entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung. Dann kam es zur Kollision, bei der auch der 35 Jahre alte Fahrer starb.

In dem anderen Fahrzeug mit vier Personen überlebten zwei hinten sitzende Männer, 28 und 33, schwer verletzt. Zu ihrem Gesundheitszustand gibt es derzeit laut Polizei keine neuen Erkenntnisse.

In Baden-Württemberg steigt die Zahl der Falschfahrer

Warum der Falschfahrer wendete, sei nun Gegenstand der Ermittlungen, so Polizeisprecher Weber. Unklar ist, ob er auf die Polizeiautos aufmerksam geworden war und die Flucht ergriff. „Darauf haben wir keinen Hinweis“, sagt Weber. Unter mehreren Möglichkeiten werde auch geprüft, ob es sich um einen erweiterten Suizid handelt.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Autobahnpolizei in Pforzheim unter 07231 125810 zu melden.

Deutschlandweit waren die Meldungen zu Falschfahrern zuletzt zurückgegangen. Laut ADAC waren es im vergangenen Jahr 1.732, neun Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. In Baden-Württemberg jedoch stieg die Zahl von 132 (2019) auf 139 (2020) an. Die meisten Meldungen zu Falschfahrern gab es demnach in Bayern (315) und Nordrhein-Westfalen (309).

61 Unfälle resultierten daraus im Jahr 2019, neun davon endeten tödlich, elf Menschen verloren ihr Leben.

Der ADAC rät Autofahrern in der Nähe von Falschfahrern, langsam zu fahren und die Warnblinkanlage einzuschalten. Außerdem rät der Automobil-Club: „Auf dem äußeren rechten Streifen fahren und nicht überholen.“ Wer selbst bemerkt, dass er in falscher Fahrtrichtung unterwegs ist, solle sein Licht und seine Warnblinkanlage anschalten, den Fahrbahnrand ansteuern und die Polizei anrufen.

Hinweis der Redaktion

Die Badischen Neuesten Nachrichten berichten nicht über Suizide. Grund dafür ist, dass die Berichterstattung über Selbsttötungen erwiesenermaßen zu vielen Nachahmern führen kann. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn ein Fall durch bestimmte Umstände besonders relevant ist. Sollten Sie selbst Probleme haben oder über Suizid nachdenken, gibt es in Deutschland 104 Seelsorgestellen, die jederzeit eine anonyme Beratung anbieten. Die kostenlosen Rufnummern lauten 0800 - 1110111 oder 0800 - 1110222 . In Karlsruhe bieten zudem der Kriseninterventionsdienst K.i.D. ( 0721 - 830 36 47 ) und der Arbeitskreis Leben Karlsruhe ( 0721 - 811424 ) Hilfe und Beratung an.

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