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Verschärfung der Corona-Maßnahmen?

Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg stehen auf der Kippe

Für Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg gelten aller Voraussicht nach die Regeln der Alarmstufe. Nun ist aber offen, ob diese überhaupt stattfinden dürfen.

Geimpft oder Genesen: Bei einer geltenden Alarmstufe in Baden-Württemberg gelten für Besucher auf Weihnachtsmärkten Zulassungsbeschränkungen. Foto: Sebastian Gollnow picture alliance/dpa

Glühwein in der einen, Bratwurst in der anderen Hand: Viele Menschen haben ihren Besuch auf dem Weihnachtsmarkt schon fest geplant. Sie müssen aber noch Geduld aufbringen. Noch ist nicht gesichert, ob und wie die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden können.

Es gibt zwar eine Vorgabe des Landes Baden-Württemberg. Doch die Landesregierung könnte sie angesichts der steigenden Infektionszahlen noch anpassen. Und auch die Konferenz von Bund und Ländern am Donnerstag könnte die Verordnung über den Haufen werfen. Die Unsicherheit wirkt sich teilweise auch auf die Planungen der Gemeinden aus.

Mit ihrem Treffen wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidenten auf die aktuelle Lage reagieren, hieß es zuletzt in der Regierungspressekonferenz in Berlin. Eine Tagesordnung gebe es noch nicht. Am Montag teilte eine Sprecherin der Bundesregierung auf Anfrage unserer Redaktion mit: „Etwas Genaueres gibt es zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht.“ Auch die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes könnte sich auf die Weihnachtsmärkte auswirken.

Beides möchte man im baden-württembergischen Sozialministerium beobachten. Man wisse nicht, ob es dann neue Regelungen für Großveranstaltungen gebe, so ein Sprecher. Aber ohnehin könnte es sein, dass Baden-Württemberg selbst tätig wird: „Sollte sich die Gesamtlage nicht deutlich verbessern, ist es nicht ausgeschlossen, dass Großveranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmenden, darunter auch die Weihnachtsmärkte, noch einmal auf den Prüfstand kommen.“

Das sind die Regeln für die Alarmstufe

Aller Voraussicht nach werde ab Mittwoch in Baden-Württemberg die Alarmstufe gelten. Für den Fall hat das Land in seiner Verordnung für Weihnachtsmärkte schon im Oktober vorgesorgt. Dann gilt für Weihnachtsmärkte eine 2G-Pflicht – Besucher müssen also geimpft oder genesen sein. Generell gilt dann auch die Maskenpflicht.

Wenn das Gelände umzäunt ist, soll der 2G-Nachweis beim Eingang kontrolliert werden. Wenn Weihnachtsmärkte in Fußgängerzonen stattfinden, ist das nicht so leicht möglich. Dann können Veranstalter den Besuchern nach Kontrolle des 2G-Status-Bändchen ausgeben.

Ausgenommen von dieser Regelung sind Weihnachtsmärkte, auf denen ausschließlich Waren verkauft werden, sogenannte Krämermärkte. Dort gilt 3G – geimpft, genesen oder getestet. Verkaufsstände mit Getränken oder Speisen sind dann aber ebenso ausgeschlossen wie Fahrgeschäfte.

In Baden-Baden hat man vorgebaut

Noch bevor aus Berlin oder Stuttgart Einschränkungen oder gar generelle Verbote kommen, häufen sich im nördlichen Landkreis Karlsruhe die Absagen. Der „Andere Weihnachtsmarkt“ in Weingarten etwa fällt nun schon zum zweiten Mal aus, in Eggenstein-Leopoldshafen verzichtet man auf eine Veranstaltung rund um den Nikolaustag.

In Pfinztal hatte man erst gar keine Weihnachtsmärkte geplant. „Wir wollten schauen, wie sich die Situation entwickelt“, sagt Hauptamtsleiter Roland Härer. Als die Infektionszahlen erneut anstiegen, entschied sich die Gemeinde endgültig dagegen. In Linkenheim-Hochstetten steht die Entscheidung noch aus.

Schon vorgebaut hat die Stadtverwaltung in Baden-Baden mit ihrer Ankündigung, der Baden-Badener Weihnachtsmarkt werde in jedem Fall unter 2G-Bedingungen ablaufen. Am Einlass des umzäunten Geländes soll es Kontrollen geben.

Pforzheim erwägt eine Absage

Anderswo plant man um: Der Rastatter Weihnachtsmarkt war mit der 3G-Regel vorgesehen, nun gilt auch hier 2G. Der Marktplatz wird umzäunt, auch hier gibt es Einlasskontrollen.

In Pforzheim erwägt man die Absage des Weihnachtsmarktes am Marktplatz und des benachbarten Mittelaltermarktes. Doch eine endgültige Entscheidung ist bis zum frühen Montagabend noch nicht gefallen. Nach Informationen unserer Redaktion fürchtet das Rathaus im Fall einer Absage hohe Schadenersatzforderungen und hofft auf eine Regelung vom Land und Bund. Für Besucher heißt es also erst einmal: abwarten.

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