Skip to main content

In Scheibenhard(t) wurden alte Wunden aufgerissen

Das Corona-Jahr im Elsass: Plötzlich zerriss die Grenze wieder Dörfer und Familien

Scheibenhard(t) an der deutsch-französischen Grenze ist als das „geteilte Dorf“ in die Geschichtsbücher eingegangen. „Hiewe“ und „driewe“ mühten sich Menschen 75 Jahre lang, die Teilung vergessen zu machen. Dann kam Corona.
5 Minuten

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Die Straßen sind leer. Weit und breit ist kein Mensch unterwegs. In der Garage hinter der Bäckerei hat Sandra gerade die Seitenklappe ihres Peugeot-Kleinlasters geschlossen und sich ans Steuer gesetzt. Der Duft von frischem Brot und Croissants ist überall.

Sandra lässt den Motor an, das Radio plärrt los und vorsichtig rollt sie auf den Hof. „Allez“, erklärt die junge Frau und legt resolut den ersten Gang ein. „Direction Scheibenhardt!“ Mit t oder ohne? „Avec. Scheibenhardt, Allemagne.“

Bis zum ersten Stopp des französischen Bäckerei-Mobils sind es nur vier Kilometer. Für Sandra, die den Klein-Laster für die Boulangerie Sonntag in Niederlauterbach fährt und die Backwaren verkauft, ist die Fahrt über die Grenze nichts Besonderes. Die 34-Jährige ist im Elsass aufgewachsen. Ob sie nun „hiewe“ oder „driewe“, also diesseits oder jenseits der Staatenlinie unterwegs ist, spielt für sie nicht die geringste Rolle. Hat es noch nie. Bis Corona kam.

Kostenlos weiterlesen

  • 7 Tage BNN+ lesen
  • Kein Abo, keine Kosten
  • Weniger Werbung

Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die BNN ist berechtigt, Ihre E-Mail-Adresse zur Information über eigene und ähnliche Produkte (wie BNN+, ePaper oder Zeitung) zu nutzen. Sie können der Verwendung jederzeit hier widersprechen, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.
nach oben Zurück zum Seitenanfang