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Facetten der Macht und ihrer Opfer

Eindrucksvoller Abend mit Neu-Inszenierung von „Die neuen Todsünden“ am Badischen Staatstheater

Sieben Autorinnen aus unterschiedlichen Ländern haben Stücke zum Thema „Die neuen Todsünden“ verfasst. Die Karlsruher Schauspielchefin Anna Bergmann hat am Badischen Staatstheater eine fulminante Uraufführung inszeniert.

Blick in eine technisierten Welt: Tänzer bewegen sich in „Trance“, einem der sieben Stücke der jüngsten Produktion des Badischen Staatstheaters, die unter dem Titel „Die neuen Todsünden“ in Karlsruhe Premiere hatte. Foto: Thorsten Wulff

Wer das Vaterunser lernen will, sollte ins Badische Staatstheater gehen. Wer einen eindrucksvollen, brandaktuellen Abend erleben will, auch. Das Licht im Kleinen Haus ist noch nicht erloschen, aber man sieht und hört schon eine Frau, die am Bühnenrand kauert. Sprachfetzen wie „unsere Schuld“ oder „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ lassen mehr und mehr erkennen, was da gebetet wird.

Ein großes, fast gewaltiges Kruzifix dominiert den Raum. Davor hoch aufragend ein X aus schwarzen Stoffbahnen. Stefan Strumbel, bekannt für seinen Black Forest Pop, hat zusammen mit Julia Katharina Berndt die Szenerie entworfen. Strumbel wurde nicht zuletzt bekannt durch seine Ausgestaltung der katholischen Kirche „Maria, Hilfe der Christen“ in Goldscheuer, einem Stadtteil von Kehl.

Sakrales stößt dort auf Street Art, das Heilige auf des Billige, Plakative, das In-sich-Gekehrte auf das Grelle, Grobe, Ungeglättete. So schuf Strumbel denn auch den richtigen Raum für „Die neuen Todsünden“, die das Karlsruher Theater am Samstag als Uraufführung herausbrachte.

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