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„Toujours Kultur“

Karlsruher Festival mit drei Monaten voller Live-Programm

Endlich wieder Live-Konzerte! Doch das Karlsruher Open-Air-Festival „Toujours Kultur", das am 17. Juni auf dem Schlachthofgelände startet, bietet auch Theater, Kino, Kunst und Literatur.

Live-Veranstaltungen mit Abstand will das Festival „Toujours Kultur“ in Karlsruhe ab dem 17. Juni wieder ermöglichen. Das Programm umfasst Konzerte, Theater, Lesungen und Filme. Foto: Paul Needham

Eine Eidechse krabbelt gemütlich über die Außenterrasse des Karlsruher Musikclubs Substage. Möglicherweise sind die knapp 20 Menschen, die sich dort – mit Abstand – versammelt haben, die ersten Zweibeiner, denen sie begegnet. Schließlich ruht der Kulturbetrieb nun seit fast einem Dreivierteljahr.

Anlass der kleinen Versammlung ist eine Vorschau auf das baldige Ende der verordneten Friedhofsruhe in der Veranstalterszene: Vorgestellt wurde das umfangreiche Programm des Open-Air-Festivals „Toujours Kultur“, das am 17. Juni mit einem viel versprechenden Konzert startet.

Gemeinsamer Kulturgenuss unter freiem Himmel ist das Konzept des 2020 im Corona-Sommer gegründeten Festivals „Toujours Kultur“ auf dem Karlsruher Schlachthofgelände. Foto: Bernadette Wozniak-Fink

Drei Monate mit viel Musik, aber auch Theater, Literatur und Tanz sind angekündigt. Damit ist „Toujours Kultur“ einen Monat länger als bei der ersten Ausgabe im vergangenen Jahr, als das Festival angesichts der Corona-Schließungen aus der Not geboren wurde. Ebenfalls gewachsen ist das beteiligte Netzwerk: Insgesamt 16 Karlsruher Kultureinrichtungen haben sich für diese Gemeinschaftsaktion des Kulturrings zusammengetan. Entsprechend bunt ist das Programm.

Den Aspekt der Kooperation hebt Kulturamtsleiterin Susanne Asche hervor: „Die Beherztheit und Unverzagtheit, mit der die von Corona besonders dramatisch betroffene Kulturszene sich hier organisiert hat, ist außerordentlich bemerkenswert.“ Die Palette der Beteiligten reicht vom Substage, vor dessen Halle die Open-Air-Bühne wie im vergangenen Jahr aufgebaut wird, über den Jazzclub, die Kinemathek bis hin zur Kunstinitiative „die Anstoß“.

Zudem wächst das junge Festival bereits im zweiten Jahr seines Bestehens auch geografisch: Ab dem 9. Juli wird mit dem Alten Stadion auf dem Hochschulgelände des KIT ein zusätzlicher Standort bespielt. Unter dem Motto „Kino Campus Expanded“ bietet dort der Arbeitskreis Kultur und Kommunikation (AKK) in Kooperation mit der Kinemathek ein Open-Air-Kino. Daran sind auch die Karlsruher Filmfestivals Pride Pictures, dokKa, Independent Days, Cinema Italia und Beyond beteiligt.

Alle wollen unbedingt, dass dieses Jahr etwas passiert.
Marc Teuscher, Geschäftsführer Kinemathek Karlsruhe

Außerdem gibt es Konzerte, DJ-Sets, Medienkunst, Lesungen und Workshops sowie speziell für Freiluftaufführungen konzipierte Stücke der drei studentischen Theatergruppen am KIT. Kinemathek-Geschäftsführer Marc Teuscher lobte das Engagement der zahlreichen Beteiligten: „Alle wollen unbedingt, dass dieses Jahr etwas passiert in der Kultur.“

45 Konzerte in drei Monaten

„Man spürt richtig, dass die Luft flirrt“ – so drückt es Vivien Avena aus dem Programmteam des Substage aus. Rund 45 Konzerte seien für die drei Monate geplant, erklärt sie. Los geht es im Schlachthofgelände am 17. Juni mit dem Quartett SMAF. Die Showband der „Pierre M. Krause Show“, präsentiert vom Kulturzentrums Tempel, hat sich mit Sandie Wollasch die passende Gesangsstimme für ihren soulig-groovenden Sound eingeladen.

Das Festival bietet aber auch Independent-Rock (Canyon Day, 19. Juni, präsentiert vom Substage), Jazz (Tribute to Lee Morgan, 21. Juni, präsentiert vom Jazzclub), Punkrock (Rumble Deluxe, 10. Juli, präsentiert von der Alten Hackerei), Wiener Chanson (Voodoo Jürgens, 25. Juli, präsentiert vom Kohi) und Weltmusik (Tolyqyn, 13. August, präsentiert vom Mikado).

Programm wird weiterhin aktualisiert

Hinzu kommen Theateraufführungen, Performances, Lesungen und auch Angebote für Kinder. Rund 40 Veranstaltungen listet ein erster Flyer für das Programm der Open-Air-Bühne allein bis Ende Juli auf. „Das Programm wird weiterhin aktualisiert“, erklärt Kulturring-Vorstand Gérald Rouvinez. Man habe aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung bei den Inzidenzzahlen lange Zeit nicht sicher planen können und daher viele Termine dann doch sehr kurzfristig festgezurrt.

Ungewöhnliches Tanztheater bringt die Essener Compagnie Szene 2wei mit ihrem Stück „No Name - das Muxical“ am 1. August bei „Toujours Kultur“ in Karlsruhe auf die Bühne. Foto: Simon Wachter

Ermöglicht wird das umfangreiche Angebot unter anderem durch den Fördertopf „Kunst trotz Abstand“, mit dem die Landesregierung die Reaktivierung des Kulturlebens unterstützt. Insgesamt fließen von dort 36.000 Euro in „Toujours Kultur“, meist über Einzelanträge von Veranstaltern, die an der Schlachthof-Bühne beteiligt sind. Mit 30.000 Euro für die Open-Air-Bühne und 10.000 Euro für das Filmprogramm fördert die Stadt Karlsruhe das Festival. Und mit weiteren 30.000 Euro aus dem Bundes-Fördertopf „Neustart Kultur“ wird die Festivalsparte „Toujours Kunst“ unterstützt, die in der Fleischmarkthalle ab 8. Juli mehrere Ausstellungen bietet.

Einige besondere Veranstaltungen, etwa das Tanz-Gastspiel der Compagnie Szene 2wei am 1. August, finden ebenfalls in der Halle statt. Und „indoor“ in der Substage-Halle läuft das Stummfilm-Programm mit Livemusik des Vereins Déjà-Vu, zu dem ein kleines Festival am 4. und 5. September anlässlich von 125 Jahren Kino in Karlsruhe gehört.

Infos unter www.toujours-kultur.de

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