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Wahlen zum Präsidenten

Die Kandidaten sind gefragt: Was sich beim KSC ändern muss

Hohe Wellen schlug am Mittwoch nach Bekanntwerden aller Bewerber das Wahlangebot der Offenburger Polizistin Dorothée Springmann an die Mitglieder des Karlsruher SC. Die 36-Jährige möchte erste KSC-Präsidentin werden und scheut sich nicht, gegen vier "alteingesessene Konkurrenten" anzutreten. Nach dem ersten allgemeinen Staunen über den Mut der überraschenden Kandidatin aus der Fanszene des Fußball-Zweitligisten rücken die Sachfragen zu Vorstellungen und Qualifikation in den Vordergrund.

Viel los ist in diesen Tagen beim KSC vor und hinter den Kulissen. Foto: GES

Hohe Wellen schlug am Mittwoch nach Bekanntwerden aller Bewerber das Wahlangebot der Offenburger Polizistin Dorothée Springmann an die Mitglieder des Karlsruher SC. Die 36-Jährige möchte erste KSC-Präsidentin werden und scheut sich nicht, gegen vier „alteingesessene Konkurrenten” anzutreten. Nach dem ersten allgemeinen Staunen über den Mut der überraschenden Kandidatin aus der Fanszene des Fußball-Zweitligisten rücken die Sachfragen zu Vorstellungen und Qualifikation in den Vordergrund.

Herbst 2009: Vor seinem Ausstand erklärt der Unternehmer Hubert H. Raase, dass das Präsidentenamt beim Karlsruher SC „von einer heißen Kartoffel zu einer leckeren Pommes frites“ geworden sei. Herbst 2010: Die Freude von Raases Nachfolger Paul Metzger, „das wichtigste Präsidentenamt in Baden“ zu bekleiden, war nicht von langer Dauer. Brettens vormaliger Bürgermeister tritt zurück. Frühjahr 2020: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther, der sich am 14. Mai dem Druck einer regionalen Investorengruppe beugt und nach zehnjähriger Amtszeit zurücktritt, charakterisierte das Ehrenamt als „nicht nur vergnügungssteuerpflichtig“.

Wer kommt jetzt?

Kein Politiker, so viel lässt sich schon sagen. Ein Frau? Erstmals denkbar.

Denn eine Überraschung, was die Optionen angeht, zeigte sich vor Bewerbungsschluss noch. Dorothée Springmann fordert bei der Wahl zum KSC-Präsidenten am 30. Juli den amtierenden Vize Holger Siegmund-Schultze, Rolf Dohmen, Axel Kahn und Kai Gruber heraus. Der Rücktritt des vom Souverän ursprünglich bis Herbst 2022 bestimmten Wellenreuther hatte es notwendig gemacht, einen neuen Clubchef oder -chefin zu wählen. Dies wird Ende Juli während einer virtuellen Versammlung geschehen.

Welche Argumente für ihre Bewerbung bringen die fünf Mitglieder vor? Was treibt sie an? Wo liegen Ihre Motive? Welche Perspektiven sehen Sie für den KSC, wenn Sie mitgestalten könnten.

Die Badischen Neuesten Nachrichten haben die Fragen an alle Anwärter gestellt - und interessante Auskünfte erhalten. Hier nachzulesen, beginnend nach dem Motto „Lady`s first”.

Familiensinn und Fanbelange

Dorothée Springmann ist die Überraschingskandidatin: Bisher warfen nur vier Interessenten ihren Hut in den Ring, sie kam nun hinzu. Foto: privat

Dorothée Springmann

Alter: 36

Geburtsort: Offenburg

Beruf: Polizeibeamtin

Was war Ihr Motiv, sich als KSC-Präsident zu bewerben?

Mein Hauptmotiv war in erster Linie die Leidenschaft zum Fußball und zu meinem Lieblingsverein dem KSC. Außerdem bin ich der Meinung, Frauen sind in der Fußballwelt in einer verantwortungsvollen Position immer noch sehr wenig vertreten. Das möchte ich mit meiner Bewerbung ändern.

Für welche Inhalte wollen Sie schwerpunktmäßig stehen?

Wie kann ich beispielsweise einen Stadionbesuch und eine Vereinsmitgliedschaft noch attraktiver gestalten. Nicht nur die Fernsehgelder sind wichtig für unseren Verein, sondern auch ein voll besetztes Stadion und ein attraktiver Fußball auf Profiniveau.

Welchen Führungsstil würden Sie als KSC-Präsidentin pflegen?

Zum einen bin ich ein Teamplayer, verfolge jedoch auch konsequent meine Ziele. Ich finde das Motto „Gemeinsam sind wir stark“ sehr treffend. Ich möchte vielleicht einige „weibliche Akzente“ setzen, da ich vielleicht auch gewisse Dinge anders sehe als meine männlichen Mitbewerber.

Welche Veränderungen halten Sie für zwingend erforderlich?

Zum einen wäre der Klassenerhalt in der Zweiten Liga sehr wichtig und auch die zeitnahe Fertigstellung des neuen Stadions. Der Verein muss meiner Meinung nach durch sportliche Leistungen wieder mehr Zuschauer in den Wildpark bekommen. Außerdem sollte ein Stadionbesuch noch attraktiver für junge Leute und Familien gestaltet werden.

Wie nahmen Sie den KSC in den vergangenen Jahren wahr und wo sahen Sie dessen Defizite?

Ich nahm den KSC in den vergangenen Jahren immer aus Sicht eines Fußballfans wahr. Der damalige Abstieg in die Dritte Liga und der Wechsel vieler guter Spieler zu anderen Vereinen war für mich sehr enttäuschend. Defizite sah ich beispielsweise im Bereich der Einlasskontrollen und des Onlineauftritts des KSC, das war einfach nicht mehr zeitgemäß. Mittlerweile hat sich das schon sehr zum Positiven entwickelt und der Verein hat viele Fortschritte in einigen Bereichen gemacht. Des Weiteren finde ich die Nachwuchsförderung beim KSC gut und auch sehr wichtig für den Verein und sein Vorankommen. Aus dem Nachwuchs kommen vielleicht die Profis von morgen.

Was verbindet Sie mit dem KSC?

Meine Leidenschaft als langjähriger Fan und die Liebe zur Heimat in Baden. Mit dem KSC habe ich in den vergangenen Jahren einige Emotionen durchlebt, positive wie negative. Für mich ist die Fankultur des KSC und auch die Stimmung im Stadion ganz besonders.

Wo hat sich der KSC im Kontext des modernen Profifußballgeschäfts einzuordnen?

Der KSC ist wieder auf gutem Wege sich im Profifußballgeschäft zu etablieren. Wichtig hierbei wären auch steigende Besucherzahlen, um finanzielle Einbußen auszugleichen, die in den letzten Monaten beziehungsweise Jahren entstanden sind. Realistisch ist für mich der Klassenerhalt und die Fertigstellung des Stadions innerhalb der nächsten beiden Jahre.

Veränderung und Konsequenz

Kandidiert als KSC-Präsident: Vize Holger SIegmund-Schultze. Foto: GES

Holger Siegmund-Schultze

Alter: 53

Geburtsort: Karlsruhe

Beruf: Unternehmer

Was war Ihr Motiv, sich als KSC-Präsident zu bewerben?

Ich will den seit rund zwei Jahren andauernden Veränderungsprozess, den ich als Vizepräsident mit initiiert habe, in Zukunft in der Rolle und mit der Verantwortung eines Präsidenten erfolgreich umsetzen.

Für welche Inhalte wollen Sie schwerpunktmäßig stehen?

Als Präsident des KSC würde ich folgende fünf Handlungsfelder in den Vordergrund stellen. 1. Die Organisation: Ich halte es für wichtig, die Verantwortung dort zu lassen, wo die Kompetenz ist. 2. Der Sport: Die Formulierung und Umsetzung eines sportlichen Konzeptes für alle Mannschaften. 3. Die Infrastruktur: Der Ausbau der baulichen Rahmenbedingungen für den Sport am Standort Wildpark. 4. Die Markenbildung: Der KSC muss wieder in die Mitte der Karlsruher Gesellschaft geführt werden. 5. Das Geschäftsmodell: Die Geschäftsmodelle des Vereins müssen zur Erzielung dauerhafter Umsatzströme verändert werden.

Welchen Führungsstil würden Sie als KSC-Präsident pflegen?

Ein Präsident ist nicht für operative Einzelentscheidungen zuständig. Seine Führungsaufgabe besteht in der Organisation der Zusammenarbeit und in der Prägung einer Kultur von Zusammenhalt und Zugehörigkeit.

Welche Veränderungen halten Sie für zwingend erforderlich?

Im Kern geht es um die Frage, wie mit den finanziellen Ressourcen des Vereins umgegangen wird. Eigenkapital aus einmaligen Aktienverkäufen darf nicht weiter dafür verwendet werden, um jährlich wiederkehrende Kosten zu decken. Es muss investiert werden, um neue Umsatzströme zu generieren, deren Gewinne dann zur Kostendeckung verwendet werden. Geld schafft im Profifußball die Rahmenbedingungen für sportlichen Erfolg.

Wie nahmen Sie den KSC in den vergangenen Jahren wahr und wo sahen Sie dessen Defizite?

Wir haben uns schwer damit getan, eine eigenständige Handlungsweise festzulegen, die zum Karlsruher SC passt und diese dann konsequent umzusetzen. Das ist natürlich schwer, wenn der Erfolg ausbleibt. Dennoch sind für mich Mut zur Veränderung und Konsequenz die Erfolgsfaktoren im Profifußball.

Was verbindet Sie mit dem KSC?

Der KSC ist der Fußallverein meiner Heimat. Ich bin in Karlsruhe geboren, liebe den Fußball und habe 30 Jahre gespielt. Mein Bruder hat mich 1977 zum ersten Mal ins Stadion mitgenommen. Seitdem ist der Verein ein Teil meines Lebens.

Wo hat sich der KSC im Kontext des modernen Profifußballgeschäfts einzuordnen?

Der KSC ist in seiner jetzigen Situation ein „Startup mit Tradition“ und das meine ich ausschließlich positiv. Der Verein hat in den vergangenen 15 bis 20 Jahren einige Entwicklungen im Profifußball verpasst, die zunächst aufgeholt werden müssen. Das sieht man daran, dass uns einige Vereine in Baden-Württemberg überholt haben, obwohl wir in Karlsruhe die besseren Rahmenbedingungen haben.

Neuanfang und Chance

Axel Kahn will KSC-Präsident werden. Foto: Imago

Axel Kahn

Alter: 54

Geburtsort: Karlsruhe

Beruf: Geschäftsführer der PIXX Agentur

Was war Ihr Motiv, sich als KSC-Präsident zu bewerben?

Der KSC ist mein Heimatverein, der mein Leben ab dem sechsten Lebensjahr geprägt hat. Vom Jugendfußballer bis zum Profi, vom Kind zum Erwachsenen, war der KSC meine sportliche Wertevorstellung. So soll es wieder sein. Die eigene Reife und die Vision, einen neuen KSC zu entwickeln, auf den die KSC-Familie und die Fans stolz sein können, ist mein Antrieb.

Für welche Inhalte wollen Sie schwerpunktmäßig stehen?

Ich will als Präsident ein Vorbild sein für die vielen Fans und alle, die hinter dem KSC stehen. Vereint und mit viel Leidenschaft und Herzblut werden wir wieder an ein Ziel glauben. Der KSC bekommt eine neue DNA. Das sind wir vor allem unseren seit Jahren unendlich treuen Fans schuldig.

Welchen Führungsstil würden Sie als KSC-Präsident pflegen?

Ich bin Teamplayer und werde mit allen Funktionsträgern im Verein und dem Umfeld offene Gespräche führen. Ich werde den Verein mit einem motivierenden Führungsstil in allen Ebenen voranbringen.

Welche Veränderungen halten Sie für zwingend erforderlich?

Ein Prozess muss angestoßen werden, der den KSC wirtschaftlich und sportlich zum stabilen Verein und wettbewerbsfähigen Unternehmen macht. Viele wünschen sich einen Neuanfang. Neuanfang bedeutet, neu anzufangen und alte Zöpfe abzuschneiden.

Wie nahmen Sie den KSC in den vergangenen Jahren wahr und wo sahen Sie dessen Defizite?

Grundsätzlich hat der KSC in der Vergangenheit nicht gut gewirtschaftet. Der Schuldenberg war erdrückend, sodass die Zuständigen keinen leichten Stand hatten. Trotzdem wurden zusätzliche Schulden angehäuft. Dazu kam, dass die Außendarstellung des KSC sehr schlecht war und geschädigt wurde. Die Kommunikation nach außen war ebenfalls nicht besonders gut. Weiter sorgten interne Grabenkämpfe nicht dafür, den Verein als Team zu vereinen. Die Einkaufspolitik der sportlich Verantwortlichen bei Spielern sowie Trainern war glücklos, sodass eine konstante Entwicklung einer Mannschaft nicht möglich war.

Was verbindet Sie mit dem KSC?

Ich bin dort Fußballprofi geworden, mit ihm in die Bundesliga aufgestiegen. Ich habe den Flutlichtbau bis zur Errichtung der Haupttribüne erlebt, erinnere mich an den Platzwart Seppl Klimesch. Alle in der Familie sind dem KSC seit klein auf verbunden. Vom Vater angefangen, bis zum Bruder.

Wo hat sich der KSC im Kontext des modernen Profifußballgeschäfts einzuordnen?

Der KSC kann sich noch nicht wirklich einordnen. Wichtige Maßnahmen wie die Ausgliederung des Profispielbetriebs aus dem e.V., mit Gründung einer GmbH & Co KGaA, sowie die Entschuldung von 30 auf 10 Millionen sind gerade vollzogen. Das neue Stadion wird gerade gebaut. Der KSC steht damit vor einem guten Neuanfang mit vielen Chancen und Möglichkeiten, sportlich wie wirtschaftlich. Die Corona-Krise zwingt uns in vielen Bereichen auf lange Sicht umzudenken.

Imagekorrektur und Kundenjagd

Kai Gruber kandidiert für das Amt des KSC-Präsidenten. Foto: GES

Kai Gruber

Alter: 57

Geburtsort: Recklinghausen

Beruf: Unternehmensberater

Was war Ihr Motiv, sich als KSC-Präsident zu bewerben?

Seit Jahren unterstütze ich den Verein gerne. So sind wir beim KSC als Sponsor und stolzes Mitglied des KSC-Freundeskreises aktiv. Nun will ich mein Knowhow und mein Netzwerk in die Industrie für den KSC einsetzen.

Für welche Inhalte wollen Sie schwerpunktmäßig stehen?

Wichtigstes Ziel ist es, den KSC in eine wirtschaftliche und wettbewerbsfähige Lage zu bringen. Auch zusätzliche Vermarktungskonzepte sind zu erschließen. Das Vorgenannte sind Grundlage, mit Sportfive in Gespräche zu gehen. Mein Ziel ist es nicht, einen kostenintensiven Rechtstreit zu führen. Selbstverständlich sind für mich offene Gespräche mit der Stadt wesentlicher Bestandteil.

Welchen Führungsstil würden Sie als KSC-Präsident pflegen?

Kollegial, kommunikativ und transparent! Dieses positive Image und Sympathie möchte ich durch eine offene Kommunikation mit allen Mitgliedern, Supporters und Fangruppen, Investoren und Sponsoren schaffen. Grundlage für Entscheidungen werden ergebnisoffene Gespräche sein. Zuhören hat noch nie geschadet!

Welche Veränderungen halten Sie für zwingend erforderlich?

Der KSC muß wieder so attraktiv werden, dass wir wettbewerbsfähig im Markt sind. Wenn wir uns wirtschaftlich und sportlich konsolidieren, werden Partner, Spieler und Mitarbeiter mehr Interesse an unserem KSC haben. Ich will es mit dem Vertriebskonzept „Farmer und Hunter“ vergleichen. Der KSC hat verwaltet und sehr stark im engen Umfeld Umsätze generiert. Wir müssen wieder lernen, Kunden zu gewinnen, also zu jagen! Aktuell liegt die sportliche Verantwortung ausschließlich beim Sportdirektor. Wir brauchen sportliche Berater, die kompetent als Kontrollorgan die Verantwortlichen des Bereichs Sport unterstützen und überprüfen.

Wie nahmen Sie den KSC in den vergangenen Jahren wahr und wo sahen Sie dessen Defizite?

Die den KSC anführenden Gremien wurden als weit entfernt wahrgenommen. Es ist eine Distanz entstanden, die zu Konflikten führt. Gönner und Sponsoren fühlten sich wenig wertgeschätzt. Offensichtlich glaubte man, dass sie dem KSC das Geld hinterhertragen wollten. Die ständigen Prozesse haben dem Image geschadet. Abteilungen wie Frauenfußball, Darts wurden stiefmütterlich behandelt.

Was verbindet Sie mit dem KSC?

Ich bin in der Nähe von Gelsenkirchen geboren und trug als Baby die blau-weiße Windel. Seit ich beim KSC bin, habe ich das blau-weiße Herz.

Wo hat sich der KSC im Kontext des modernen Profifußballgeschäfts einzuordnen?

Ziel muss in den nächsten Jahren zunächst die Zweite Liga sein. Schritt für Schritt, unter Einbindung des eigenen Nachwuchses, kann man in der Tabelle steigen, um an der Ersten Liga anzuklopfen. Von anderen Clubs müssen wir lernen. Mittelfristig müssen wir es schaffen, ein Umfeld zu schaffen, das uns erlaubt, zu den besten 20 Teams in Deutschland zu zählen.

Offenheit und Teamgedanke

Rolf Dohmen

Alter: 68

Geburtsort: Kreuzau

Beruf: Rentner

Was war Ihr Motiv, sich als KSC-Präsident zu bewerben?

Als Profi habe ich den Verein immer mit meiner Leistung und meiner professionellen Einstellung weiterbringen wollen. Heute will ich ihn als erfahrener Sportler, Manager, Berater und Teil des gesamten Netzwerks im deutschen Profifußball erneut unterstützen. Diesmal in einem Ehrenamt.

Für welche Inhalte wollen Sie schwerpunktmäßig stehen?

Es geht um konzeptionelle Arbeit unter Einbeziehung aller Ressourcen. Die Jugendarbeit und Talentführung stehen weit vorne. Der Verein muss sich einen und an einem Strang ziehen, um eine zukunftweisende Strategie zur Wiedererstarkung des Profisports zu finden. Danach soll wieder die Nähe zur Stadt gefunden werden. Fußball ist zwar Taktik und System, aber auch Nehmen und Geben. Menschlichkeit, Vertrauen und Offenheit sind besonders wichtig!

Welchen Führungsstil würden Sie als KSC-Präsident pflegen?

Ich bin Teamplayer. Den Dialog zu suchen und zu finden, zeichnet mich aus. Ich bin überzeugt, dass mit dem KSC sportliche Erfolge als Team möglich sind – nicht durch einzelne Stars.

Welche Veränderungen halten Sie für zwingend erforderlich?

Wir müssen uns darauf fokussieren, dass unsere Nachwuchsabteilung und damit das Nachwuchsleistungszentrum für Nachhaltigkeit und Durchlässigkeit bis zu den Profis steht. Wir müssen diese modernisieren. Der KSC sollte seinen Standort in der Technologieregion nicht nur zur Talentfindung und Talentförderung nutzen, sondern auch bei der Bewertung und Verbesserung der Spieler- und Teamperformance. Hier sollten Ressourcen wie das KIT genutzt und Partnerschaften geschlossen werden. Die begonnenen Veränderungen müssen wir weiterführen und das Eigenkapital durch Aktienverkäufe vorantreiben. Künftig sollten uns auch wieder bei uns ausgebildete Spieler durch Transfererlöse wirtschaftlichen Spielraum bringen.

Wie nahmen Sie den KSC in den vergangenen Jahren wahr und wo sahen Sie dessen Defizite?

Einzelne Personen oder deren Verhalten zu bewerten, halte ich für unangebracht. Mir geht es darum, die vorhandenen Ressourcen mit Fußballwissen und Business-Knowhow so zu einen, dass der maximal mögliche Erfolg erreicht wird. Hierbei ist es unbedingt wichtig, die Ärmel hochzukrempeln und Persönliches außen vor zu lassen.

Was verbindet Sie mit dem KSC?

Karlsruhe ist seit 40 Jahren meine Heimat. Meine größten sportlichen Erfolge, das Gefühl ein wichtiger Teil eines eingeschworenen Teams zu sein, und auch persönliche Freundschaften verbinden mich mit dem Verein.

Wo hat sich der KSC im Kontext des modernen Profifußballgeschäfts einzuordnen?

Der KSC ist ein Traditionsverein, der seit Jahren stagniert. Dadurch haben uns andere Vereine in der Umgebung etwas den Rang abgelaufen. Eine Zielsetzung muss lauten, Vertrauen von Fans, Stadt und Region zurückzugewinnen. Das absolute Ziel muss es sein, in der Ersten Liga zu spielen.

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