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Volleyball-Bundesliga

Bisons Bühl ergänzen Kader für neue Saison aus Kostengründen mit vier Nachwuchsspielern

Neun plus vier: Mit dieser Formel geht Volleyball-Bundesligist Bisons Bühl in die neue Saison. Zum Rumpfkader von nur neun Profis gesellt sich als Ergänzung ein junges Quartett. Das ergibt sich auch aus wirtschaftlichen Zwängen.

Erste Ansagen: Vor leeren Rängen begrüßte Cheftrainer Alejandro Kolevich die Volleyball Bisons auf dem Spielfeld der Bühler Großsporthalle. Dabei waren auch vier der fünf Neuzugänge sowie einige Nachwuchsspieler. Foto: Florian Konrad

Auf dem Spielfeld ist nichts zu bemerken von den ungewohnten Rahmenbedingungen. In der Bühler Großsporthalle wird aufgeschlagen und gebaggert, gepritscht und geschmettert. Auch umkämpfte Duelle am Netz sind zu sehen. Doch der Trainingsauftakt beim Volleyball-Bundesligisten Bisons Bühl steht unter ganz besonderen Vorzeichen.

Aus dem alten Kader sind nur vier Spieler geblieben

Um die strengen Corona-Auflagen zu erfüllen, müssen die Profis vor jeder Einheit ihre Körpertemperatur messen. Duschen nach dem Training ist in der Halle tabu. Auch sonst gilt abseits des Spielfeldes: so wenig Kontakt wie möglich, berichtet Teammanagerin Ina Schultz, die die Spieler vor dem ersten Training ausführlich mit den Hygieneregeln vertraut machte.

„Wir versuchen trotzdem, eine vernünftige Vorbereitung hinzubekommen, um sportlich wettbewerbsfähig zu sein”, sagt indes Bisons-Manager Oliver Stolle auf der fast komplett verwaisten Tribüne, während Cheftrainer Alejandro Kolevich unten die Übungsinhalte erklärt. Nur vier seiner Zuhörer kennt der Argentinier aus der Vorsaison. Abgesehen von Alpar Szabo, Tim Stöhr, Stefan Thiel und Edvinas Vaskelis haben alle bisherigen Bisons die Badener verlassen.

Von den fünf Neuzugängen sind vier vor Ort, die drei Österreicher Florian Ringseis, Niklas Kronthaler (beide Alpenvolleys Haching) und Mathäus Jurkovics (Volleys Eltmann) sowie der junge Deutsche Paul Henning (United Volleys Frankfurt). Tomas Lopez soll mit einer Ausnahmegenehmigung möglichst zeitnah aus seiner Heimat Argentinien einreisen. Obwohl fast alle Spieler des neuen Kaders deutschsprachig sind, läuft die Kommunikation weiter in englischer Sprache.

Simon Gallas ist zurück aus den USA

Daran müssen sich auch die vier Ergänzungsspieler (Simon Gallas, Luciano Aloisi, Jonas Treder und Eric Storz) gewöhnen, die den nur neun Spieler umfassenden Stammkader vor allem im Training fordern sollen.

Zumindest sprachlich kein Problem dürfte dies für Gallas sein. Das Bühler Eigengewächs wechselte im vergangenen Herbst nach Los Angeles, entschied sich wegen der Corona-Lage nun aber zu einer längeren Präsenz in der Heimat. „Für uns ist das eine Win-win-Situation”, sagt Stolle. Gallas, der sein Studium online fortsetzt, soll zunächst bis Ende dieses Jahres bei den Bisons bleiben. „Wir müssen schauen, wie es sich mit dem Lockdown in den USA weiter entwickelt”, meint Stolle.

Bereits in der Saison 2017/18 hatten die Bühler vier Talente in den erweiterten Kader aufgenommen, damals umfasste dieser allerdings 13 Profis. Unter dem früheren Cheftrainer Ruben Wolochin kamen die jungen Akteure kaum zum Einsatz. Inwieweit das neue Quartett in der Saison 2020/21 zu Spielzeit kommt, muss sich zeigen und hängt auch von möglichen Ausfällen beim Stammpersonal ab.

Erstes Testspiel gegen Ludwigsburg

Nicht zuletzt wegen der Corona-Situation verzichten die Bisons weitgehend auf Auslandsreisen während der Vorbereitung auf die Saison, die am 17. Oktober mit einem Heimspiel gegen den TSV Unterhaching beginnt. Das erste Testspiel ist am 26. August gegen Ludwigsburg geplant. Ein Trainingslager auf Gran Canaria, wo die Bundesliga-Spitzenclubs Berlin und Friedrichshafen an ihrer Form feilen, kommt für die Bühler auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht infrage. Hilfreich ist für die Verantwortlichen auch, dass Cheftrainer Kolevich, der weiterhin auch das Oberliga-Team des TV Bühl betreut, nicht auf einen Assistenten pocht.

Wie in der vergangenen Saison nach der Entlassung von Johan Verstappen Ende Januar soll Kristen Clero möglichst oft als Co-Trainer einspringen. Der frühere Bisons-Zuspieler bleibt nach absolviertem Referendariat fest an einem Rastatter Gymnasium und macht gerade seinen A-Trainerschein in Köln. Als Scout unterstützt weiterhin Jannis Oser das Trainerteam.

Wir wollen deutlich in den Play-offs sein und dann vielleicht sogar um das Halbfinale mitspielen.
Oliver Stolle, Bisons-Manager

Nach der schwachen Vorsaison, die die Bisons auf einem sportlichen Abstiegsplatz beendeten, hofft Manager Stolle in der auf elf Teams geschrumpften Liga auf ein besseres Abschneiden. „Wir wollen deutlich in den Play-offs sein und dann vielleicht sogar um das Halbfinale mitspielen”, sagt Stolle.

Kein Dauerkartenverkauf geplant

Eine Alternative zur traditionellen Teampräsentation beim Zwetschgenfest, das in diesem Jahr bekanntlich ausfällt, ist unterdessen für Mitte September geplant. Bis dahin soll auch das Corona-Konzept für die Großsporthalle fix sein. Ein Dauerkartenverkauf ist wegen der ungewissen Lage Stand jetzt nicht geplant. „Mit Abstand kriegen wir nur 250 Zuschauer rein”, sagt Manager Stolle.

Und diese Anzahl sei allein mit VIP-Kunden weitgehend ausgereizt. Offen ist auch, wie die aktuell bis Ende Oktober gültige Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ab November aussieht. So beziehen sich die aktuellen Planungen zunächst nur auf die beiden Oktober-Heimspiele gegen Unterhaching und Meister Berlin.

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