Skip to main content

Unterschiedliche Einschränkungen

Mit Termin, ohne Termin, digital: So läuft der Bürgerservice in den Rathäusern im Enzkreis

Auch in der Pandemie wollen die Enzkreis-Gemeinden für die Bürger mit ihren Anliegen ansprechbar sein. Vielfach geht es nur noch über Termin. Keltern nutzt zudem ein eigenes Videokonferenzsystem. Andere halten die Rathäuser offen und setzen auf 3G.

Bürgermeister Steffen Bochinger (rechts) demonstriert im Gespräch mit Jens Karcher, wie das Videokonferenzsystem „Kuck-Kuck“ funktioniert. Foto: Stefan Friedrich

Hohe Inzidenzwerte und eine 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz, die im Landes-Durchschnitt bei 6,5 liegt, haben dazu geführt, dass viele Behörden derzeit auf telefonische Beratung oder auf Videokonferenzen zurückgreifen.

Wer ein Rathaus aufsuchen oder beim Landratsamt vorbeikommen will, der braucht dafür teilweise wieder einen Termin und vor allem auch den Nachweis, dass er entweder geimpft, genesen oder getestet ist. Ein Antigenschnelltest reicht dabei oft aus.

Remchingen beispielsweise hat vergangene Woche bereits auf die aktuell hohen Inzidenzzahlen reagiert und das Rathaus geschlossen, auch wenn man weiterhin für die Anliegen der Bürger da sein will. Der Besuch ist hier seit ein paar Tagen aber nur noch nach einer Terminvereinbarung möglich.

Straubenhardt und Kämpfelbach bitten um telefonische Anfragen während Corona

Remchingen steht mit dieser Regelung aber nicht alleine da. Andere Gemeinden wie beispielsweise Straubenhardt oder Kämpfelbach haben ihre Rathäuser gleichfalls geschlossen und bitten darum, Anfragen möglichst telefonisch oder schriftlich einzureichen, ansonsten einen Termin zu vereinbaren.

Und auch das Landratsamt hat sich dieser Vorgehensweise angeschlossen. Es gilt auch hier eine Terminpflicht für Besucher – mit Ausnahme der beiden Zulassungsstellen in der Güterstraße in Pforzheim und der Vetterstraße in Mühlacker. Diese sind von der Terminpflicht ausdrücklich ausgenommen.

Gemeinde Keltern setzt in Corona-Zeiten auf eigenes Videokonferenz-System

Geschlossen ist das Rathaus auch in Keltern, wobei man hier allerdings eine kreisweit einzigartige Lösung zu bieten hat, was die Kommunikation mit und unter den Bürgern betrifft: Anfang des Jahres haben die Verantwortlichen nämlich unter dem Namen „Kuck-Kuck“ ein eigenes Videokonferenzsystem installiert, das speziell in der momentanen Phase der Pandemie wieder stärker frequentiert wird, erklärt der EDV-Verantwortliche und für den Datenschutz zuständige Mitarbeiter Jens Karcher auf Anfrage unserer Redaktion.

„Kuck-Kuck“ selbst ist kostenlos, werbefrei und komplett datenschutzkonform, versichert er. Man müsse sich nicht registrieren und braucht zugleich auch keine Sorge haben, dass Dritte womöglich auf das persönliche Gespräch zugreifen können. Das sei ein Pluspunkt in Zeiten vieler Unsicherheiten im Netz.

Dieses Tool ist besonders gut geeignet für die sichere Kommunikation.
Steffen Bochinger, Bürgermeister Keltern

Zurückliegend wurde das Videokonferenzsystem unter anderem schon von Kindergärten oder für Bürgersprechstunden genutzt und soll auch im Hinblick auf Weihnachten die Begegnung von Bürgern mit ihren weiter weg wohnenden Familienangehörigen erleichtern. „Zugleich ist dieses Tool in dieser Phase der Pandemie mit den hohen Zahlen natürlich besonders gut geeignet für die sichere Kommunikation mit den Bürgern“, findet Bürgermeister Steffen Bochinger (parteilos).

Niefern-Öschelbronn hält das Rathaus für Bürger offen – allerdings mit 3G-Regel

Andere Enzkreis-Gemeinden wiederum halten die Rathäuser für ihre Bürger derzeit weiter offen. In Niefern-Öschelbronn beispielsweise können Besucher auch weiterhin jederzeit vorbeikommen. „Wir haben uns zum Normalbetrieb entschlossen“, erklärt Hauptamtsleiter Ekkehard Vogel.

Auch in schwierigen Zeiten sollten wir für die Bürger da sein.
Ekkehard Vogel, Hauptamtsleiter

Bürgermeisterin Birgit Förster hatte das Vorgehen zuvor mit dem Verwaltungsstab und mit dem Gemeinderat abgestimmt. Dabei seien sich alle einig gewesen: „Das Rathaus ist da, wenn die Bürger Rat suchen, und auch in schwierigen Zeiten sollten wir für die Bürger da sein.“ Ohnehin habe man in Niefern beim vergangenen Lockdown schon festgestellt, dass ein System mit Terminvergaben praktisch nichts gebracht hat: „Wenn Leute ohne Termin kommen, dann kann man sie ja nicht abweisen“, so Vogel.

Auch deshalb sind Besuche hier weiter möglich. Es gilt allerdings die 3G-Pflicht. Ähnlich wird es auch in Birkenfeld und in Neulingen gehandhabt. In Neulingen hänge zwar ein Zettel mit einem Hinweis draußen, dass man besser Termine vereinbaren sollte, aber es wird auch hier keiner abgewiesen, wenn er ohne einen solchen Termin vorbeischaut, heißt es aus dem dortigen Rathaus.

nach oben Zurück zum Seitenanfang