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Bürgerinitiative ist ratlos

Wie geht es weiter mit dem Lärmschutz an der A8 bei Karlsbad-Mutschelbach?

Die Bürgerinitiative für einen gerechten Autobahnneubau (BiAM) wünscht sich eine Lärmschutzwand an der Autobahn bei Karlsbad und eine Verlängerung des Erdwalls, aber seit Jahren passiert nichts. Zwischenzeitlich gab es Termine mit der Gemeindeverwaltung. Was kam dabei raus?

A8 bei Mutschelbach: Die Karlsbader Forderungen zielen nach wie vor auf eine Lärmschutzwand über der rund 180 Meter langen Bocksbachtalbrücke in der Senke bei Mutschelbach, einschließlich der Verlängerung der Erdwälle bis zur Brücke. Foto: Gustl Weber

Neue Enttäuschung in Sachen Nachrüstung des Lärmschutzes an der Autobahn bei Mutschelbach: Wer in Karlsbad gehofft hatte, dass mit der Übertragung von Planung, Bau, Betrieb- und Erhaltung der Autobahnen Anfang dieses Jahres vom Bund an die neue Autobahn GmbH sich neue Ansatzpunkte ergeben, sieht sich getäuscht.

Bereits im Sommer hat die seit 20 Jahren bestehende „Bürgerinitiative für einen gerechten Autobahnneubau“ (BiAM) wie auch die Gemeinde neue Vorstöße bei der für diese Region zuständigen Autobahn GmbH Südwest mit Sitz in Stuttgart unternommen.

Die Antworten sind allerdings weitgehend deckungsgleich. Auch die neue Institution sieht nach den vorliegenden Daten der Lärmbelastung keinen Nachrüstungsbedarf.

Dazu müsste gegenüber dem Planfeststellungsverfahren 2006 der prognostizierte Lärm-Beurteilungspegel um mindestens drei Dezibel nach der international genormten Frequenzbewertungskurve A (dB(A)) aktuell überschritten sein, was nicht der Fall sei.

Die Verkehrsdaten 2019 mit knapp 100.000 Fahrzeugen (18,4 Prozent Schwerlastverkehr) in 24 Stunden auf der Trasse liegen zwar über der ursprünglichen Prognose mit 93.000 Fahrzeugen, rechtfertigten jedoch keine Überprüfung bezüglich fehlerhafter Prognosen. Eine Lärmschutzwand über die Bocksbachtalbrücke wird als eher wirkungslos bezeichnet.

Lärmschutzwand und Verlängerung der Erdwälle als primäres Ziel

Primäre Zielsetzung bleibt in Karlsbad allerdings eine Lärmschutzwand auf der rund 180 Meter langen Bocksbachtalbrücke, wie auch eine Verlängerung der Erdwälle bis zur Brücke hin. Als Kostenvolumen wurden hierfür bisher rund 700.000 Euro genannt.

Daneben wünschen sich die Betroffenen eine Bepflanzung der großen kahlen Böschungsflächen, die als Reflektionsflächen den oberen Ortsteil mit zusätzlichem Lärm belasten. BiAM-Vorsitzender Reiner Wildenmann erinnert daran, dass man in Mutschelbach schon vor der offiziellen Übergabe der sechsspurigen A8 im Juni 2015 über eine deutliche Verschlechterung der Lärmsituation klagte.

Seit dieser Zeit dreht sich im Zusammenhang mit den von der Gemeinde und der BiAM geforderten Nachrüstungen das Behördenkarussell, auf Landes- wie auch auf Bundesebene (die BNN haben berichtet).

„Daneben waren Politikerinnen und Politiker aller Parteien auf unsere Einladung vor Ort, leider ohne Ergebnis. Nichts ist passiert, noch nicht einmal die Bepflanzung der kahlen Erdwälle – und jetzt kommt auch von der neuen Autobahn GmbH eine Komplettabsage“, so Reiner Wildenmann, der sich ebenso frustriert zeigt wie sein Stellvertreter Günter Sing.

Was ist da noch zu erwarten?
Reiner Wildenmann, BiAM-Vorsitzender

Bürgermeister Jens Timm (Freie Wähler) und Bauamtschef Ronald Knackfuß nutzten Anfang Oktober bei einem Vor-Ort-Termin mit der Autobahn GmbH in Sachen Überschwemmung der Trasse bei der Starkregenereignissen im Juni/Juli diesen Jahres die Gelegenheit erneut das Thema Lärmschutz anzusprechen.

Zu entlocken war der Behörde laut Bürgermeister Timm allerdings nur, dass man bemüht sei, den üblicherweise nach fünfzehn bis zwanzig Jahren anstehenden Asphaltaustausch so bald wie möglich mit Flüsterasphalt umzusetzen. Es gelte bei jeder sich bietenden Gelegenheit nachzuhaken, auch im politischen Raum, meint Timm.

Zumindest ein kleiner Lichtblick für den Karlsbader Ortsteil eröffnet der Hinweis der Autobahn GmbH, wonach man aufgrund der zum 1. März 2021 modifizierten Verkehrslärmschutzverordnung auch die Belastungssituation bei Mutschelbach für die landesweite Lärmkartierung im kommenden Jahr erneut bewerten müsse.

„Ob sich in der Folge Anspruchsvoraussetzungen für weitere Maßnahmen im Rahmen der Lärmsanierung ergeben, bleibt abzuwarten, ist jedoch vor dem Hintergrund der bereits umgesetzten Maßnahmen im Rahmen der Lärmvorsorge eher unwahrscheinlich“, so die Ausführungen der Betriebs-GmbH. „Was ist da noch zu erwarten?“, fragt sich Reiner Wildenmann resigniert.

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