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Angst vor Verkehrschaos

Arbeiten an neuer Brücke in Mühlacker-Dürrmenz sollen im März beginnen

Es ist ein umstrittenes Projekt: In Mühlacker-Dürrmenz soll innerhalb von zwei Jahren eine neue Brücke für den Hochwasserschutz gebaut werden. Startschuss ist im März – doch viele Bürger befürchten schon jetzt Verkehrsbehinderungen.

Ab März soll in Dürrmenz eine neue Brücke über die Enz gebaut werden. Die bestehende Herrenwaagbrücke wird am Ende der Bauzeit, nach zwei Jahren, abgerissen. Foto: Stefan Friedrich

Spätestens mit dem Jahrhunderthochwasser 1993 sei klar gewesen, dass man das Thema Brückenneubau in Mühlacker-Dürrmenz angehen muss: So hat es Bürgermeister Winfried Abicht am Mittwochabend bei einer digitalen Informationsveranstaltung formuliert.

Nach vielen Jahren der Planung und der Diskussion im Gemeinderat steht das Vorhaben nun auch kurz vor der Realisierung: Im März soll es bereits losgehen. Vor allem aus der Bürgerschaft gibt es jedoch noch viele Fragen, die jetzt gesammelt und deren Antworten in den nächsten Tagen veröffentlicht werden sollen – zu finden dann auf der Homepage der Stadt Mühlacker.

Wie sehr der Brückenneubau in der Stadt diskutiert wird, das hat Abicht im Zuge dieser Videokonferenz bestätigt: „Es ist ein Thema, das sehr stark bewegt“. Nicht alleine, weil der Brückenneubau ein wesentlicher Baustein in Sachen Hochwasserschutz ist; auch die infolge des Neubaus befürchteten Verkehrsbehinderungen werden in der Bürgerschaft diskutiert.

Längerer Umweg für Autofahrer

Am Mittwochabend informierten Vertreter des Regierungspräsidiums Karlsruhe deshalb über den Ablauf des 7,5 Millionen Euro teuren Vorhabens, für das eine Bauzeit von zwei Jahren veranschlagt ist. „Was wir heute präsentiert bekommen, bekommen auch wir hier im Haus zum ersten Mal zu sehen“, betonte Abicht hinsichtlich der Präsentation.

Zunächst werde die neue Brücke gebaut, erklärte Thorsten Geissler vom Baureferat Süd die Abläufe. Diese erste Bauphase soll demnach alleine zehn Monate in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit werde es noch zu keinerlei Problemen ausgelöst durch Umleitungen kommen, versicherte Geissler.

Ein Thema werde das erst, wenn der Kreisverkehr auf der östlichen Seite gebaut wird. Während die Umleitung für Radfahrer dann innerörtlich erfolgen kann, müssen Auto- und Lkw-Fahrer einen längeren Umweg über Lomersheim in Kauf nehmen und dafür zwischen zehn und zwölf Minuten mehr Fahrzeit einplanen, informierte der Baureferats-Mitarbeiter.

Erst in der vierten Bauphase, wenn der Anschlussbereich hergestellt und dabei auch die Herrenwaagstraße saniert wird, kann die Umleitung rein innerörtlich erfolgen. Wird die alte Brücke dann am Ende der zweijährigen Bauzeit abgerissen, sind dagegen keine Umleitungen mehr nötig.

Vor allem Anwohner in Dürmenz betroffen

Von den Arbeiten betroffen sein werden vor allem die Bürger in Dürrmenz, die sich dementsprechend auch zahlreich an der digitalen Informationsveranstaltung beteiligt hatten: 61 Prozent von ihnen kamen aus Dürrmenz, 78 Prozent sind mit dem Auto unterwegs, wie eine eingangs durchgeführte Umfrage ergab.

Sie hatten viele Fragen mitgebracht. Ob man nicht auch Landwirtschafts- und Forstwege für eine Umleitung nutzen könne, beispielsweise. „Das ist nicht vorgesehen“, betonte Abicht. „Diese Wege sind nicht ausgelegt für einen Verkehr in einem Maßstab, wie wir ihn jetzt auf der Herrenwaagstraße haben.“

Ein Parkverbot in Lomersheim auf der Umleitungsstrecke soll dagegen geprüft werden, kündigte der Bürgermeister hinsichtlich einer anderen Frage an. Dafür brauche es aber belastbare Zahlen. „Wir müssen schauen, wie viele Leute tatsächlich den Umweg fahren werden.“

Regierungspräsidium will Bürgerfragen bündeln

Weil am Mittwochabend nur eineinhalb Stunden Zeit blieben, um die konkreten Planungen vorzustellen und auf einzelne Fragen einzugehen, schlug Abicht dem Regierungspräsidium vor, alle Antworten den Bürgern in gebündelter Form zur Verfügung zu stellen.

Alexander Kapp vom Regierungspräsidium versprach, diesen Vorschlag angesichts „so vieler toller Fragen“ zeitnah umzusetzen. Angedacht ist demnach eine FAQ—Liste, die online veröffentlicht werden und über einen Link auf der Seite der Stadt Mühlacker erreichbar sein soll. „Geben Sie uns noch ein paar Tage Zeit, dass wir das alles formuliert kriegen.“

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