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Gerüchte um Impfstatus

Tragödie in Neuenbürg: Corona-Waisen kommen wohl dauerhaft bei Verwandten unter

Das Schicksal einer Neuenbürger Familie, in der vier Mädchen zu Corona-Waisen wurden, erregt bundesweit Aufmerksamkeit. Unterdessen gibt es im Ort Gerüchte, die Eltern seien Impfverweigerer gewesen.

Anlaufstelle im Ort: Im Begegnungszentrum in Neuenbürg haben bis vor einiger Zeit Mutter und Sohne gearbeitet, die im Dezember am Coronavirus gestorben sind. Foto: Herbert Ehmann

Die vier minderjährigen Mädchen, deren Eltern und Bruder vor Kurzem an Corona gestorben sind, werden wohl dauerhaft bei Verwandten in der Region unterkommen können, wie der Neuenbürger Bürgermeister Horst Martin auf Anfrage dieser Redaktion berichtet.

Im vergangenen Dezember hatte die Tragödie um die italienischstämmige Familie im Ort für Entsetzen gesorgt. Innerhalb von wenigen Tagen starb erst der Sohn, dann erlagen die Eltern dem Virus. Zurück bleiben eine erwachsene Tochter, die nicht in Neuenbürg wohnt, und die Mädchen im Alter von neun bis 17 Jahren.

Das Rathaus hatte nach Bekanntwerden der Tragödie um die Familie Patti ebenso wie die Diakonische Bezirksstelle Neuenbürg ein Spendenkonto eingerichtet. „Es war uns wichtig, dies noch vor Weihnachten in die Wege zu leiten“, erklärt Martin.

Es sei bereits einiges an Geld zusammen gekommen, doch seien Spenden nach wie vor sehr willkommen und wichtig, gibt der Bürgermeister zu verstehen mit Blick auf die Verwandten der verwaisten Mädchen, die nun jede finanzielle Unterstützung gebrauchen können.

Corona-Tragödie in Neuenbürg: Gerüchte über den Impfstatus

Derweil kursieren viele Gerüchte im Ort hinsichtlich des Impfstatus’ der Betroffenen: Von Aussagen, wonach die verstorbenen Eltern und der Sohn nicht gegen das Virus geimpft gewesen sein sollen, wisse er vom Hörensagen, erklärt Martin. „Mehr will ich dazu nicht sagen, es geht mich auch nichts an.“ Er dürfe ja auch nicht Menschen, die er auf der Straße treffe, einfach so fragen, ob sie geimpft seien.

Mittlerweile haben dieser Redaktion mehrere Menschen, die angeben, die Familie zu kennen, übereinstimmend berichtet, die Verstorbenen hätten sich nicht gegen Corona impfen lassen. Sie ziehen es aber vor, anonym bleiben. Wie beispielsweise eine Lehrerin, die sagt, die Eltern hätten als Impfverweigerer gegolten und die Kinder auch nicht zum Tragen einer Maske angehalten.

Die Bild-Zeitung zitiert einen Stiefbruder der Kinder, der nach den tragischen Ereignissen erklärt haben soll, es sei ein Fehler gewesen, dass sich die Familie nicht habe immunisieren lassen und er selbst habe dies nach dem Tod des Vaters nachgeholt. Dieser war als letztes Familienmitglied an dem Virus gestorben.

Quartiersmanagerin setzt sich für Familie ein

Bürgermeister Martin ist voll des Lobes über das Engagement der Neuenbürger Quartiersmanagerin Gloria Santos. Diese hatte sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Familie Patti zu helfen. „Sie kennt die Familie gut.“

Santos hatte einen Spendenaufruf gestartet und alle notwendigen Kontakte zu Ämtern hergestellt. Für ein persönliches Gespräch mit dieser Redaktion war sie bislang nicht zu erreichen.

Die Sozialpädagogin Santos ist im Auftrag des Diakonieverbands Nördlicher Schwarzwald als Quartiersmanagerin tätig und in die Betreuung des Begegnungszentrum eingebunden, zu dem ein Sozialkaufhaus und ein Café gehören. Dort haben Mutter und Sohn bis vor einiger Zeit ehrenamtlich gearbeitet.

Spendenkonten

Stadtverwaltung Neuenbürg: Sparkasse Pforzheim Calw, IBAN: DE02 6665 0085 0000 9980 01, Verwendungszweck: Nothilfe oder: Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald, IBAN: DE41 6665 0085 0007 7563 56

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