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Vorfall im Kreis Calw

Nach Wespenstich ohne Puls: Junges Paar vom DRK Enzkreis wird im Restaurant zu Lebensrettern

Ein junges Paar aus dem Enzkreis ist bei einem Ausflug zum Lebensretter geworden. Auslöser für die Gefahr war ein eigentlich harmloser Wespenstich...

Tobias Wichmann und Luisa Wüst vom DRK-Ortsverein Neulingen wurden bei einem Restaurantbesuch zu Lebensrettern. Foto: Daniela Kneis/DRK

Es sollte ein gemütlicher Abend werden bei kühlen Getränken und feinem Essen. So hatte sich das Tobias Wichmann zumindest vorgestellt. Der 23-jährige war zusammen mit seiner Freundin Luisa Wüst mit Arbeitskollegen im Gasthaus „Mönchswasen“ in Simmozheim (Kreis Calw) vorabredet. Das Pärchen – beide sind ehrenamtlich aktiv beim DRK-Ortsverein Neulingen - war etwas früher angekommen und wartete gerade im Außenbereich auf die Bestellung, als die Frau am Tisch gegenüber ihrem Mann plötzlich hektisch mit der Hand auf die Wangen klatsche. „Da stimmt doch etwas nicht“, dachte sich Rettungssanitäterin Wüst. Zusammen mit ihrem Freund ging sie hinüber und erkannte schnell, dass der Restaurantgast ein gesundheitliches Problem hatte.

Die Helfer unterstützten ihn dabei, sich auf den Boden zu setzen. „Seine Frau sagte uns, dass er von einer Wespe am Arm gestochen worden sei“, erinnert sich Wichmann. Nachdem sie den Patienten in die stabile Seitenlage gelegt hatten, fühlte der 23-Jährige den Puls am Handgelenk, konnte jedoch nichts spüren.

Wespenstich löst Herzstillstand aus

Eine zufällig anwesende Ärztin eilte hinzu und tastete am Hals einen Puls. Gemeinsam entschieden sie, schnellstens den Rettungsdienst alarmieren zu lassen. Das Trio beobachtete den Zustand des Mannes und kümmerten sich zusammen mit einer weiteren Ersthelferin auch um die besorgte Ehefrau.

„Dann wurden plötzlich seine Lippen blau, und wir konnten keinen Puls mehr feststellen“, berichtet der Rotkreuzler. „In dem Moment wussten wir, dass wir eine Reanimation starten müssen und gingen quasi direkt in den Kämpfermodus über.“ Sie forderten einen Notarzt nach und begannen mit der Herzdruckmassage, die sie so lange ausführten, bis der Rettungsdienst eintraf. Zu allem Übel hatte es auch noch angefangen, wie aus Kübeln zu regnen.

Den Anwesenden fiel ein großer Stein vom Herzen, als der Mann langsam wieder zu sich kam. Die anwesende Ärztin schloss sich mit den Rettungskräften kurz und verabreichte dem Patienten erste Medikamente. Wichmann und Wüst assistierten unterdessen. „Wir waren so froh, dass wir den Mann ins Leben zurückholen konnten“, sagt der 23-Jährige, der bereits drei Reanimationen mit anderem Ausgang erlebt hat.

Umso mehr freuten sich die beiden, dass die Zusammenarbeit mit der Ärztin, dem Rettungsdienst und dem Restaurantpersonal so reibungslos geklappt hat. „Von einem Lokalgast bekamen wir sogar noch einen Mundschutz, den wir dem Patient während der Herzdruckmassage anziehen konnten, um so coronakonform handeln zu können“, ergänzt Wichmann. Das Personal habe die Helfer mit Decken vor Blicken abgeschirmt und sie anschließend als Helden gefeiert. „Dabei haben wir einfach nur das gemacht, was wir gelernt haben und was wir können“, sagt der Rotkreuzler. Für sich als erste Konsequenz hat er nach diesem Einsatz übrigens direkt eine Notfalltasche gepackt, die er nun auch im Privatauto immer mit sich führt, um in Zukunft auch auf erweiterte Erste-Hilfe-Maßnahmen vorbereitet zu sein.

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