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Einzeltraining trotz Lockdown erlaubt

Winterpause auf dem Hundeplatz in Niefern endet

Die Winterpause ist beendet, auf dem Hundesportplatz in Niefern wird wieder trainiert. Das ist trotz Corona erlaubt, weil es für weitläufige Plätze wie diesen eine Ausnahmegenehmigung gibt.

Momentan sind auf dem Hundesportplatz in Niefern nur Einzeltrainings möglich, wie hier mit Katja Wethlow, ihrem Hund Paul und Trainer Udo Walter. Foto: Stefan Friedrich

Hundesportplätze müssen trotz Corona-Lockdown nicht geschlossen werden. Trotzdem gibt es Auflagen: Momentan sind keine Gruppen-, sondern nur Einzeltrainings möglich.

Am Freitag ist es Katja Wethlow, die mit ihrem Hund Paul an den Slalom-Stangen auf dem Gelände trainieren kann. Udo Walter, Trainer und Vorsitzender des Vereins der Hundefreunde Niefern, steht am Ende des kleinen Parcours, den er selbst abgesteckt hat.

Blaue und gelbe Stangen wechseln sich im Abstand von 60 Zentimetern ab. „Der Hund fädelt sich ein und arbeitet sich durch“, erklärt er das Ziel dieser Übung. Als Trainer lockt er das Tier mit kleinen Leckerlis, während Frauchen Wethlow ihren Paul durch den Parcours begleitet. „Wenn der Hund noch jung ist, sollte er erst mal beim Fraule oder Herrle bleiben“, bemerkt Walter.

Zumindest in solchen Einzeltrainings kann er sich darum kümmern. Die sind nämlich auch im Lockdown erlaubt und bieten für die Hundebesitzer sogar einen Vorteil: „Der Trainer kann sich mehr auf uns beziehen“, ist Wethlows Erfahrung. „Er kann genau hinschauen und Feinheiten erkennen“. Und trotzdem fehlt auch ihr das Gruppentraining. Nicht alleine weil man eine „super harmonische Gruppe“ sei – der Hund müsse ja auch lernen, unter Ablenkung zu trainieren, gibt sie zu bedenken.

Besonders bei Welpen ist das fehlende Gruppentraining ein Problem, weiß Walter. Sie sollten eigentlich ab acht Wochen zusammen auf dem Platz stehen und das soziale Verhalten untereinander lernen. Stichwort: Beißhemmung. „Das fällt jetzt alles weg“, bedauert er.

Wegen Corona nur noch Einzeltrainings

Das hat sich allerdings schon früh abgezeichnet. Bereits in den Anfängen der Pandemie hat der Verein mit der Umsetzung des Sicherheitskonzepts angefangen, das die Gruppengröße zunächst auf zehn Hunde plus Halter und jeweils einem Trainer reduziert hat. Später waren dann nur noch fünf gleichzeitig erlaubt.

Inzwischen sind nur noch Einzeltrainings möglich. Ganz verstehen kann Walter das nicht: Auch wenn aufgrund des weitläufigen Geländes mehrere Einzeltrainings gleichzeitig stattfinden können – gefordert ist hier ein Abstand von 400 Quadratmetern – so seien Mindestabstände doch auch früher schon eingehalten worden, quasi automatisch. Die Hunde sollten sich beim Training ohnehin nicht zu nahe kommen. Dadurch waren eben auch die Abstände zwischen den Besitzern groß.

Kürzeres Training, mehr Arbeit für die Trainer

Eine Stunde lang hat das Gruppentraining immer gedauert. Weil momentan nur mit einzelnen Tieren gearbeitet werden darf, sind die Trainings auf zwanzig Minuten reduziert und in der Anzahl erhöht worden. Die logische Konsequenz: Die Trainer seien mittlerweile überlastet, räumt Walter ein.

Weil die Nachfrage dennoch weiter hoch ist, müssen Anfragen bereits abgesagt werden. „Wir können niemanden mehr aufnehmen“, bittet er um Verständnis. Die Ressourcen sind unter diesen Bedingungen bereits erschöpft. Weil zudem keine Prüfungen stattfinden können, staut es sich nach hinten durch. „Jeder bleibt in seiner Gruppe hängen“, weiß Walter. Verglichen mit einer Schule hieße das in etwa: Es finden keine Abschlüsse mehr statt, alle Klassen bleiben bestehen und für die neuen Erstklässler findet sich dann eben kein Platz mehr.

Auch finanziell geht die Pandemiekrise nicht spurlos am Verein vorbei. Das Sommerfest musste abgesagt werden; die Einnahmen daraus fielen ebenso weg wie die Startgebühren bei den Turnieren, die der Verein veranstaltet, oder der Erlös aus Arbeitsstunden. Die Hoffnung ruht deshalb auf baldigen Lockerungen. Selbst wenn es noch etwas dauern wird, bis auch die Feste wieder gefeiert werden können; Walter setzt vor allem auf Turniere als Einnahmequelle und ist überzeugt: „Ich denke, das wird zum Sommer wieder möglich sein.“

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