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Ausschuss zu den Bädern

Neue Hürde könnte das Emma-Jaeger-Bad in Pforzheim rund 3,2 Millionen Euro teurer machen

Das Emma-Jaeger-Bad in Pforzheim könnte teurer werden. Grund ist ein Verbau, der zur Absicherung an der Enz und zur Abstützung des Kreativzentrums nötig ist. Die Rede ist von rund 3,23 Millionen Euro.

Die Baugrube für das neue Emma-Jaeger-Bad muss bis nahe an die Enz und an das Emma Kreativzentrum (im Hintergrund) abgesichert werden. Foto: Jürgen Peche

Vor dem Bauvorhaben Emma-Jaeger-Bad steht eine neue Hürde, die das Projekt um rund 3,23 Millionen Euro teurer macht. Dies verkündete Erster Bürgermeister Dirk Büscher (CDU) in der Sitzung des Werkeausschusses zum Thema Bäderlandschaft.

Da das neue Schul- und Sportbad sechs Meter unter der Oberfläche gegründet werden muss, ist zur Baugrubensicherung ein Verbau nötig, der den Mehraufwand erfordert. Mit dem angestrebten zusätzlichen Kinderplanschbecken erhöhen sich so die Gesamtkosten auf 25,62 Millionen Euro.

Damit wären die zur Verfügung stehenden Investitionsmittel der Stadt in Höhe von 30 Millionen bereits überschritten, da aus dem Topf auch noch das Huchenfelder Bad mit rund zehn Millionen Euro finanziert werden soll. Hoffnung macht dem Werkeausschuss nur eine in Aussicht stehende 60-prozentige Landesförderung für den Verbau und das Spendenaufkommen für das Kinderplanschbecken.

Emma-Jaeger-Bad in Pforzheim wird wegen Verbau über drei Millionen teurer

An dem Verbau schon vor dem unterirdischen Abriss des bestehenden Bads kommt man laut einem hydrogeologischen Gutachten, das die Planungsfirma Arcadis beauftragt hat, nicht vorbei. Unter Einbeziehung des Grundwasserspiegels nahe der Enz und möglicher Hochwasserereignisse wird zwar die teuerste Variante favorisiert, die aber alle Optionen für eine weitere Verwertung des Grundstücks und für die Förderfähigkeit beinhaltet.

Laut Sebastian Schnell von Arcadis sei so eine Tiefgarage möglich, genau wie die Abstützung des Kreativzentrums. Wie der städtische Projektleiter Bäderentwicklung, Lutz Schwaigert, erklärte, umfasst diese Variante den Verbau des kompletten Areals einschließlich Vorplatz.

So reagieren die Pforzheimer Parteien auf die Kostensteigerung

„Wir müssen wohl zähneknirschend zustimmen“, schätzt Oana Krichbaum (CDU) die Lage ein. Eine Höherlegung des Gebäudes, wie von AfD-Stadtrat Bernd Grimmer angedacht, würde laut Schwaigert kaum günstiger kommen. Eine Pfahlgründung bis auf den Fels, eine dickere Bodenplatte und das Herausragen des Gebäudes aus der Umgebung wären die Folgen.

Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch.
Jaqueline Roos, SPD

Felix Herkens (Bündnis 90/Die Grünen) findet die Entwicklung „ziemlich erschreckend“, und verweist auf ihren früheren Favoriten eines unkomplizierteren Kombibads auf dem Wartberg. Er und auch Die Linke wollten sich bei einer Abstimmung enthalten. Jaqueline Roos (SPD) sieht dagegen eine realisierbare Variante und empfiehlt „Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch“. Was bei Herkens die Frage nach einem genehmigungsfähigen Haushalt aufwarf.

„Die Zahlen sind nicht rosig“, meinte Büscher, aber er sei frohen Mutes. Wenn der Landeszuschuss ausbliebe, müsste halt die Stadt Mittel zuschießen. Wo die dann bei anderen Projekten einzusparen sind, blieb offen. Genau wie das Abstimmungsverhalten, denn Brigitte Langer-Glock (CDU) beantragte erfolgreich eine Verschiebung des Votums.

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