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Pforzheimer Weihnachtsmarkt

Glühwein und 3G? Beim Pforzheimer Weihnachtsmarkt sind noch viele Fragen offen

Auch in Pforzheim wird nach jetzigem Stand ein Weihnachtsmarkt stattfinden. Am 22. November soll es losgehen. Darf dann auch der Glühwein in der Budenstadt getrunken werden? Das ist eine der zentralen Fragen

Lichter an: Der Pforzheimer Weihnachtsmarkt soll im zweiten Corona-Jahr 2021 wieder stattfinden. Unklar ist aber, ob es abgegrenzte Bereiche für die Gastronomie geben wird für Gäste mit 3G- oder 2G-Nachweis. Foto: Archivfoto Daniel Streib

54 Marktbeschicker und Geschäfte sollen dem Goldenen Pforzheimer Weihnachtsmarkt zu altem Glanz verhelfen. Man orientiere sich am Konzept, das man für den Weihnachtsmarkt 2019 aufgestellt habe, erklärte Marktmeister Marc Pfrommer kürzlich.

Nach derzeitigem Stand wird die Budenstadt ihre Tore wie geplant am 22. November in der Pforzheimer City öffnen. Allerdings warte man noch auf „Durchführungshinweise“ seitens des Landes im Laufe dieser Woche, teilt die städtische Pressestelle auf Anfrage mit.

Bis dahin bleibt auch eine Frage unbeantwortet, die viele Menschen besonders interessieren wird: Darf man am Stand auch Glühwein schlürfen, Bratwurst und Pommes essen? Alle Infos für Besucher rund um den Weihnachtsmarkt in Pforzheim gibt es hier.

Stadt zieht Einzäunung für Gastro in Erwägung

Denkbar wäre eine Einzäunung für gastronomische Angebote, sagt dazu Stadtsprecher Philip Mukherjee. Laut einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums von vergangener Woche sollen diese Bereiche Besuchern offen stehen, die geimpft, genesen oder getestet sind und für den Nachweis ein Bändchen erhalten.

Händler und Schausteller blicken nun gebannt in Richtung Stadt. Und die Stadt blickt zum Land. Mitte November müsse man mit dem Aufbau beginnen, sagt Marktmeister Pfrommer und verdeutlicht, dass ihm die Hände gebunden sind. „Wir müssen warten.“

„Auf die Stadt kommt nun die Mammutaufgabe zu, das zu organisieren, für jedes Marktamt ist das richtig viel Arbeit“, beschreibt der Pforzheimer Dominik Krämer, der einen Churros-Stand betreibt, diese „wackelige Sache“. Ein Weihnachtsmarkt nach 2G- oder 3G-Regeln sei eine Frage des Handlings, meint Artur Dingeldein, Vorsitzender des hiesigen Schaustellerverbands, und fragt sich, wie das funktionieren soll? „Klar, man kann Schilder aufstellen, wie in der Gastronomie.“

Dingeldein bringt die Luca-App ins Spiel. Aber wie solle man die Übersicht bewahren bei Gruppen mit verschieden Menschen, die am Essensstand stehen? Und wie die Bändchen kontrollieren?

Handling ist für Betreiber schwer vorstellbar

Wie das mit den Bändchen laufen soll, kann sich auch Eddy Arnoux nicht recht vorstellen. Und auch nicht, dass er Gäste wegschicken muss, die keinen 3G-Nachweis haben. Seine Glühwein-Engelspyramide ist Jahr für Jahr ein Publikumsmagnet. „Wir haben nicht die Kapazität jedesmal zu prüfen, ob jemand einen Nachweis zu 3G oder 2G hat“, gibt er zu bedenken.

Wir ordnen uns jeder Vorgabe unter.
Dominik Krämer, Imbissstand-Betreiber

Ein Weihnachtmarkt mit Essen und Trinken „to go“ war schon im vergangenen Jahr überlegt worden. „Wir ordnen uns jeder Vorgabe unter, wird sind ja froh, wenn er überhaupt stattfindet“, sagt Krämer und verspricht, die Stadt bei allem zu unterstützen. Auch Arnoux könnte sich zur Not mit einer to-go-Version anfreunden.

Der auf 70 Grad erhitzte Glühwein werde in vorgewärmte Tassen gegossen und sei so noch fünf Minuten später heiß. Aber ob das gemütlich ist, den Glühwein wegzutragen und ihn irgendwo außerhalb zu trinken? Es würde viel Flair verloren gehen, weiß Arnoux. „Man möchte doch zusammenkommen und Unterhaltung haben.“

Mittelaltermarkt wohl ohne Veranstaltungsbühne

Der Mittelaltermarkt auf der an die Fußgängerzone angrenzenden Fläche von Barfüßergasse und Blumenhof plant mit rund 30 Teilnehmern, aber ohne Veranstaltungsbühne. „Für Bühne und Gastronomie wäre zu wenig Platz. Wir könnten den Gastrobereich auf die Wiese verlegen mit einer Feuerstelle in der Mitte und den Handwerkern drum herum“, erklärt Krischan Moll, Vorsitzender des organisierenden Vereins Lebendiges Mittelalter.

Den Zugang zu diesem Bereich könnte man durch einen Einlass regeln und dafür brauche man keine Bändchen. Diese hält Moll ohnehin für konfliktträchtig. „Man bräuchte jeden Tag ein neues Bändchen, es gäbe Schlangen vor den Ständen.“ Auch die Ausweitung des Mittelaltermarkts hin zum Schlossberg zieht er in Erwägung. Pfarrerin Heike Reisner-Baral habe keine Einwände, berichtet Moll; andererseits störe die Straße zum Schlossberg die Geschlossenheit des Markts. Und es gebe mit der Feuerwehr noch manches zu klären.

Einige Neuzugänge unter den Handwerkern

Während der Pandemie haben sich manche Händler komplett aus dem Mittelalter verabschiedet, um in anderen Berufen zu arbeiten. Der Stand, an dem vor zwei Jahren Elchsuppe angeboten wurde, sei abgesprungen, und der Bogenschütze in Rente gegangen. Auch die Wahrsagerin werde nicht mehr kommen, zählt Moll auf. Er verzeichnet auch Neuzugänge: Korbflechter, Pfeifenschnitzer, Buchbinder, die ihr Handwerk vorführen werden.

Sehr froh ist Moll über die kürzlich erhaltene Zusage vom Betreiber des Riesenrads. „Das ist ein Highlight.“ Auch einen Kerzenzieher werde es geben, den der Verein selbst stellt. Es sei wichtig, dass die Kinder selbst etwas machen könnten. Ohnehin werde der Markt anders als sonst sein. „Wir befürchten, dass viele Menschen enttäuscht sein werden.“

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