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Jacqueline Roos kritisiert Alleingänge und Umgangston

Pforzheimer SPD-Fraktion: Neue Sprecherin erhebt schwere Vorwürfe gegen Vorgänger Hück

Nach dem Rücktritt von Uwe Hück als Sprecher der SPD-Fraktion im Gemeinderat Pforzheim erhebt seine Nachfolgerin Jacqueline Roos schwere Vorwürfe gegen ihn. Der Neu-Stadtrat habe immer wieder seine Kompetenzen überschritten und sich nicht an Absprachen gehalten. Mit seinem Rücktritt am Montag sei Hück einer Abwahl zuvorgekommen.

Ziemlich zerstritten: Kein Jahr alt ist das Bild der SPD-Fraktion aus besseren Tagen mit Uwe Hück (von links), Ralf Fuhrmann, Jacqueline Roos und Annkathrin Wulff. Foto: Daniel Streib

Feind, Todfeind, Parteifreund: Das bitterböse Bonmot gilt derzeit wohl besonders in der Pforzheimer SPD. Nach dem Rücktritt von Fraktionssprecher Uwe Hück erhebt seine Nachfolgerin Jacqueline Roos schwere Vorwürfe gegen ihn. Die von Hück angeführte Begründung, sei nicht einmal die halbe Wahrheit. „Durch seinen Rücktritt ist Uwe Hück lediglich seiner Abwahl durch die anderen Fraktionsmitglieder zuvorgekommen”, stellt Roos ihre Sicht der Dinge klar.

„Wir haben ihn am Montagabend in einer Aussprache damit konfrontiert, dass wir keine Basis mehr sehen, auf der er die Fraktion weiterhin als Sprecher vertreten kann.” Hück habe nach vielen Kompetenzüberschreitungen und Eigenmächtigkeiten kein Vertrauen mehr in der Fraktion, die sich vor knapp einem Jahr formierte.

Dass Fass zum Überlaufen gebracht habe Hück unlängst als er Aussagen von Fraktionsgeschäftsführer Ralf Fuhrmann zur anstehenden Abstimmung über den Bebauungsplan zur City-Ost relativierte. Demnach behält sich Hück ausdrücklich vor, in der Gemeinderatssitzung am 28. Juli gegen das Projekt zu votieren, das von der SPD-Fraktion seit Jahren vorangetrieben wird.

Nähe zu Rülke sorgt für Befremden

Insbesondere die inhaltliche Nähe bei diesem Thema zu FDP-Stadtrat und City-Ost-Gegner Hans-Ulrich Rülke beobachte man in der Fraktion mit Befremden. „Es entspricht nicht der Linie der SPD, gemeinsame Sache mit der FDP und Herrn Rülke zu machen”, macht Roos klar.

Hück hatte seinen Rücktritt am Montagabend damit begründet, dass seine drei Fraktionskollegen massive Vorbehalte gegen seine neue Gruppierung „Offene Partei” hätten. Roos wies das zurück. „Das Thema belastetet die Partei sicherlich, aber in der Fraktion steht es natürlich nicht im Vordergrund”, so Roos. In der „Offenen Partei“ organisiert sind auch etliche der rund 100 Neu-Genossen, die Hück in den vergangenen Monaten für eine Parteimitgliedschaft geworben haben soll. Parteiinterne Kritiker werfen der Gruppierung vor, sich innerhalb der SPD Pforzheim abzukapseln und Parteigepflogenheiten zu missachten.

Hintergrund ist auch ein Machtkampf um die personelle Ausrichtung im SPD-Kreisverband Pforzheim/Enz. Hück hatte zunächst angekündigt, der langjährigen Pforzheimer SPD-Bundestagsabgeordneten die Kandidatur für die Wahl im Herbst 2021 streitig zu machen. Inzwischen wird der ehemalige Porsche-Betriebsratschef auch für eine Kandidatur für den Landtag gehandelt, die im März 2021 stattfindet.

Roos hält Hück für überschätzt

Die parteiinterne Nominierung ist im September vorgesehen. Als Kandidatin hat sich bereits Stadträtin Annkathrin Wulff gemeldet, die im Gemeinderat künftig die Stellvertreterin von Sprecherin Roos ist. Roos macht keinen Hehl daraus, dass sie Wulff für die bessere Landtagskandidatin hält.

Dass Hück - Stimmenkönige der Kommunalwahl 2019 - seinen hohen Bekanntheitsgrad womöglich besser in ein erfolgreiches Landtagswahlergebnis für die SPD-Pforzheim ummünzen könnte, glaubt Roos nicht. „Ich denke, dass sich Uwe Hück da in seinen Möglichkeiten etwas überschätzt”, so die Parteifreundin.

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