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Wie zu besten Goldstadtzeiten

Wie Pforzheim wieder eine Marke werden will

Pforzheim will zurück auf die Landkarte der spannenden Städte mit Potenzial. Kernstück dabei ist das Projekt Ornamenta Pforzheim, ein Großereignis, das ab 2024 alle fünf Jahre neu ein Zukunftsthema in den Mittelpunkt stellt.

DER WAISENHAUSPLATZ UND DIE ORNAMENTA gehören zusammen. Dies machten Studierende deutlich, die sich Anfang Dezember auf das liegende Denkmal zwischen Enz und Theater stellten, um für das designorientierte Zukunftsprojekt der Stadt Pforzheim zu werben. Foto: Roland Wacker

Wenn es Ende 2024 „international Boom macht“, dann hat Pforzheim „vieles richtig“ auf den Weg gebracht. Das Schlüsselwort zur Vision von Wirtschaftsförderer Markus Epple heißt „Dachmarke“. Es vergeht kaum eine Gemeinderatssitzung, in der es nicht ein Stadtrat in den Mund nimmt.

Bei Bürgermeisterin Sibylle Schüssler gehört es bereits zum Standardrepertoire in Zusammenhang mit dem geplanten Großereignis Ornamenta Pforzheim. Es soll die Stadt neu und vor allem attraktiv auf die Landkarte jener setzen, die sich für kreative Zukunftspotenziale interessieren.

Der Anspruch ist nicht neu. Schon vor über dreißig Jahren mit der ersten Ornamenta will sich die Stadt als besonderen Ort für Design dauerhaft im Bewusstsein der Zeitgenossen verankern. 2017 beim Jubiläum 250 Jahre Schmuck und Uhren gibt es erneut einen Anlauf.

Den Begriff Goldstadt indes, der nur noch teilweise abbildet, wofür Pforzheim steht, überwinden die Akteure ebenso wenig wie sie ihn neu beleben können. Der vor drei Jahren mit heißer Nadel gestrickte und in gestalterischer Hinsicht preisgekrönte Ansatz trägt nicht hinüber zu der bereits mitgedachten Ornamenta Pforzheim, die weit über das Kernthema Uhren und Schmuck hinausführen soll.

Pforzheimer sind gefragt

„Wir brauchen keine Werbung, sondern eine Identitätsbildung“, gibt Epple zum Neustart vor. Er weiß gut, dass dieser Anspruch auch beim Schmuckjubiläum verfolgt wurde. „Wir haben uns intensiv mit der Dachmarkenkonzeption zum Schmuckjubiläum auseinandergesetzt.“ Dieses Mal aber soll die hiesige Gesellschaft wesentlich mit nach vorne bringen, was Stadt und Region so besonders macht.

Ein neues „Wir sind wir“ wie zu besten Goldstadtzeiten ist eine der tragenden Säulen für das angestrebte Pforzheimer Ornamenta-Dach. „Bruddeleien sind nach wie vor gefragt“, erläutert Epple. Gleichzeitig aber wünscht er sich, dass erkannt und mit Stolz und Selbstbewusstsein nach außen getragen wird „was für eine lebenswerte und funktionstüchtige Stadt“ Pforzheim ist.

Dazu werde es ein bis zwei schnelle Projekte brauchen, die viele erreichen. „Das muss nicht groß sein, sondern es müssen Ausrufezeichen sein, die keiner Erklärung bedürfen.“

Leitlinien zu einem jahrelangen Prozess

Konkreter kann der Wirtschaftsförderer nicht werden, der zusammen mit Kulturamtsleiterin Angelika Drescher das Projekt Ornamenta 2024 leitet, bis im kommenden Jahr ein OrnamentaWerkBund als Trägerverein sowie Kurator und Geschäftsleitung installiert worden sind. „Wir sind nicht die, die machen.“ Es geht um Leitlinien zu einem auf Jahre angelegten Prozess.

Die vielen kleinen Schritte auf dem Weg zur Marke Ornamenta Pforzheim soll – ebenfalls ab 2021 – eine Agentur konzipieren und begleiten. Sie baut auf das auf, was die Stadt längst als Stärken herausgebildet hat: die hohe Kompetenz in Schmuck und Design bis hin zu einer Luxus-Professur, die herausragende Stellung der Präsizisionstechnik sowie der längst internationale Ruf des Kreativzentrums EMMA mit dem Spielort A.K.T und des Programms Designer in Residence.

Mitmachen kann jeder

„Mitmachen kann jeder, der ein Projekt vorschlägt“, sagt Epple zum Werden der Ornamenta Pforzheim neuen Zuschnitts. Wesentlich ist nur, dass es zu dem alle fünf Jahr neuen Leitthema passt. Für die Ornamenta 2024 wird ein Schwerpunkt rund um nachhaltigen Schmuck und nachhaltige Produktionstechniken inklusive Re- und Upcycling sowie Digitalisierung von Produktions-, Marketing- und Designprozessen diskutiert. Alles zusammen soll Pforzheim und die Region als Ort ausweisen, wo Zukunft gedacht wird und nicht dem Zufall überlassen.

„Das ist kein Selbstzweck“, betont Epple. Wenn die Rechnung aufgeht, für die vier Millionen Euro kalkuliert sind, löst das Begriffspaar Ornamenta Pforzheim das Bedürfnis aus, dabei zu sein. Studieren, arbeiten und leben am Zusammenfluss von Enz, Nagold und Würm dürfte dann für manchen zu einem attraktiven Ziel werden.

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