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Leichtathletik-DM in Dortmund

Langstreckenläufer Kessler von der LG Region Karlsruhe bekommt Starthilfe für die Hallen-EM

Christoph Kessler von der LG Region Karlsruhe ist nach seinem zweiten Platz bei der Hallen-DM fast schon raus aus dem Rennen fürs EM-Aufgebot. Über Umwege kommt er aber doch noch zu einem Ticket.

Torun im Blick: Christoph Kessler von der LG Region Karlsruhe unterbot beim Indoor Meeting über die 800 Meter die EM-Norm und wurde nach DM-Silber für die Titelkämpfe nominiert. Foto: Gladys Chai von der Laage via www.imago-images.de imago images/Chai v.d. Laage

Eingangs der Zielgeraden hat Christoph Kessler bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund die Goldmedaille schon vor Augen, da nimmt das Drama seinen Lauf.

Couragiert hat der Mittelstreckler der LG Region Karlsruhe den favorisierten und führenden Frankfurter Marc Reuther in der letzten Kurve attackiert und überholt, der 25-Jährige stürmt dem Titel entgegen - aber auf den letzten Metern fliegt Oskar Schwarzer vom TV Groß-Gerau an Kessler vorbei und gewinnt mit zwei Zehntel Vorsprung in 1:47,63 Minuten.

In diesem Moment hat der Karlsruher nicht nur Gold verloren, sondern auch den schon sicher geglaubten Startplatz für die Hallen-EM am 6./7. März in Torun. Denn als Meister hat Schwarzer sein Ticket automatisch sicher, Reuther ist aufgrund seiner starken Ergebnisse ohnehin gesetzt und erster Anwärter auf den dritten DLV-Startplatz ist nun der Wattenscheider Marius Probst wegen seiner um zwei Zehntel besseren Saisonbestzeit gegenüber Kessler.

Dennoch steht der Vizemeister im Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) für die kontinentalen Titelkämpfe. Kessler kann bei der EM wie schon in Dortmund weitere wertvolle Punkte sammeln für die Weltrangliste, die für die Olympia-Qualifikation herangezogen wird - und diese Chance hat Kessler auch seinem Trainingspartner Felix Wammetsberger und seinem guten Kumpel Probst zu verdanken.

Probst läuft auch für Kessler

Denn auf das Rennen über die 800 Meter folgt am vergangenen Sonntag noch das Finale über die 1.500 Meter mit Probst und Wammetsberger. Nur wenn der Wattenscheider EM-Norm läuft und den DM-Titel gewinnt, ist Probst in Torun über diese Strecke dabei – und würde so den Weg frei machen für Kesslers Nominierung. „Da hat mich der Ehrgeiz noch mehr gepackt, auch über die 1.500 Meter die Norm zu laufen. Ich bin also auch für ihn gelaufen“, wird Probst später sagen.

Das Anfangstempo in diesem Rennen ist aber nicht so schnell, dass Probst die geforderte Richtzeit sicher erreichen würde, weshalb Wammetsberger die Initiative ergreift. Der 25-Jährige spannt sich vor das Feld und sorgt letztlich mit dafür, dass Probst als Sieger in 3:40,80 Minuten die EM-Norm knackt. Wammetsberger wird für seinen mutigen Einsatz mit Platz fünf in einer Zeit von 3:49,00 Minuten belohnt.

„Es war ein ziemliches Auf und Ab“, beschreibt Kessler die emotionale Achterbahnfahrt und verspricht, sich bei Probst und Wammetsberger erkenntlich zu zeigen: „Ich werde mir was einfallen lassen.“ Auf Torun musikalisch einstimmen kann er sich schon mal mit dem Klassiker von Joe Cocker: „With a little help from my friends.“

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