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Vergleich des ÖPNV

ADAC-Vergleich: Karlsruhe hat günstige Ticketpreise

Der ADAC hat die ÖPNV-Tarife in 21 Großstädten über 300.000 Einwohner unter die Lupe genommen. Karlsruhe schneidet im Vergleich vergleichsweise gut ab. Allerdings sind nach ADAC-Angaben die Preissteigerungen im KVV seit 2019 zumeist höher ausgefallen als in anderen Städten.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Laut dem ADAC-Test sind die Tarife im KVV meist günstiger als die Durchschnittspreise in anderen deutschen Großstädten. Foto: Rake Hora/BNN

Der Aufruf, das eigene Auto stehen zu lassen und stattdessen häufiger Fahrrad, Bus und Bahn zu nutzen, gehört seit einer Weile zum Standard-Repertoire von klimabewussten Politikern.

Doch die mitunter hohen Preise im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) schrecken selbst manche umweltfreundlichen Pendler und Gelegenheitsnutzer ab. In einer Umfrage im Jahr 2018 stimmten mehr als 90 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass der Nahverkehr in Deutschland billiger werden müsse.

Eine neue Studie des ADAC zeigt nun, dass manche Städte – darunter Karlsruhe – den Verbrauchern eine relativ kostengünstige Mobilität ermöglichen.

Der Automobilclub hat nach eigenen Angaben die ÖPNV-Preise in 21 Großstädten mit mehr als 300.000 Einwohnern verglichen und dabei große Unterschiede festgestellt.

Die Ticketpreise wichen teilweise um mehr als 100 Prozent voneinander ab, teilte der ADAC am Donnerstag mit, „und das, obwohl die Leistungen überwiegend gleichwertig sind“. Die Stadt Karlsruhe schneidet im Vergleich gut ab: Die Tarife sind hier laut ADAC meist günstiger als der Durchschnittspreis.

Im Tagesticket-Vergleich ist Karlsruhe im ÖPNV die Nummer 3

So liegt der Preis für Einzelfahrkarten für Erwachsene in Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) mit 2,80 Euro unter dem Vergleichsdurchschnitt von 2,88 Euro.

Dagegen befindet sich die badische Metropole beim Preis einer Einzelfahrkarte für Kinder mit 1,60 Euro im Mittelfeld. In der ADAC-Rangliste ist sie in Mannheim am teuersten (1,90 Euro). Besonders günstig ist Karlsruhe im Städtevergleich mit seinen Tagestickets von 5,60 Euro, nur in Frankfurt und Stuttgart sind sie billiger. Der Durchschnittswert für diesen Tarif beträgt laut Studie 7,30 Euro.

Ähnlich gut schneidet der KVV auch bei den Monatskarten ab: Platz vier mit 68 Euro. Zum Vergleich: In Hamburg müssen Verbraucher mit 112,80 Euro fast das Doppelte auslegen. Im Wochenkarten-Vergleich muss Karlsruhe passen, denn neben Hannover ist es die einzige Stadt im Test, die diesen Tarif nicht anbietet.

Eine Alternative waren bis zum 1. August die 4er-Karten, die wegen der angeblich geringen Nachfrage abgeschafft wurden. Ein kritischer Punkt für den ADAC: „Gerade für gelegentliche Nutzer und Fahrgäste, die durch flexible Arbeitsmodelle nur noch zwei- bis dreimal pro Woche ins Büro fahren, wäre ein solches Angebot ein wichtiger Anreiz für den Umstieg auf den ÖPNV“, sagte Karin Birthelmer, Verkehrsreferentin des Automobilclubs in Nordbaden.

Verbraucherfreundlicher Tarif beim KVV wurde eingestellt

Auch auf der Kurzstrecke fällt Karlsruhe gemeinsam mit Mannheim und Dresden aus dem Muster heraus: Die drei Städte bieten keine entsprechenden Tickets an. In Mannheim gibt es mit dem eTarif immerhin eine flexible Alternative: Per App wird dort der Fahrpreis kilometergenau nach Luftlinie abgerechnet, für einen Grundpreis von 1,30 Euro und 20 Cent pro Kilometer. Ein ähnliches Angebot in Karlsruhe, das „Ticket2Go“, wurde zum Ärger vieler Nutzer Ende 2019 eingestellt, weil es sich für den Verbund nicht gelohnt habe.

Schließlich die Fahrräder: In Karlsruhe ist für deren Mitnahme im ÖPNV morgens zwischen 6 Uhr und 9 Uhr ein Ticket fällig, das mit 2,80 Euro deutlich über dem ADAC-Testdurchschnitt von 2,28 Euro liegt. Dafür kann das Rad am restlichen Tag kostenlos transportiert werden. Es gibt jedoch Städte wie Frankfurt oder Hannover, in denen die Fahrräder in Bus und Bahn ganztägig nichts kosten.

Moderater Preisanstieg laut ADAC-Studie vielerorts

Verglichen mit der letzten ADAC-Studie zu den ÖPNV-Preisen im Jahr 2019 sind die Tarife in den 21 Städten nur moderat zwischen 1,33 und 5,11 Prozent gestiegen. In Karlsruhe liegen die Preissteigerungen seit 2019 jedoch meist über dem Durchschnitt.

Die größte gab es in der Fächerstadt mit 7,69 Prozent (Durchschnitt 5,11 Prozent) bei den Einzelfahrkarten für Erwachsene, das Monatsticket wurde um 6,25 Prozent teurer (Durchschnitt 4,0 Prozent). Dagegen wurde die Tageskarte gegenüber 2019 um etwa 15 Prozent günstiger – der beste Wert bei diesem Tarif im ADAC-Test.

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