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Patientenzahlen stagnieren

Covid-Patienten: Kliniken in Karlsruhe verzeichnen Trendwende

Die Zahl der Neuinfektionen stabilisiert sich, die Krankenhäuser in Karlsruhe sehen erste positive Auswirkungen der fortschreitenden Impfungen. So ist die Corona-Lage im Städtischen Klinikum in den ViDia-Kliniken.

Die Corona-Lage im Städtischen Klinikum stabilisiert sich. Foto: Jörg Donecker

Die Impfkampagne zeige weiter positive Wirkung, so Franz Kehl, Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Städtischen Klinikum beim Lagebericht zur Pandemie am Freitag.

„Die Zunahme ist gestoppt, die Zahl der Neuinfektionen sind auf einem hohen Niveau zum Stillstand gekommen.“ Insgesamt sei bundesweit eine Trendwende zu konstatieren, da der 7-Tage-R-Wert mit 0,88 unter „die magische Eins“ gefallen sei.

Zwar sei die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Karlsruhe, mit Stand 7. Mai (0 Uhr), auf 100,3 gesunken und stünde im Landkreis Karlsruhe auf 126. Doch nach wie vor gelte die höchste Pandemiestufe 3: „Im Cluster Karlsruhe waren wir die letzten Wochen wirklich am Anschlag“. Von 31 Covidpatienten lägen derzeit 13 auf der Intensivstation. Wichtig sei es, festzuhalten: „Non-Covid-Patienten sind weiterhin bestens versorgt.“

Er beobachte vereinzelt, dass Patienten dem Krankenhaus fernblieben, aus Angst, sich mit Covid anzustecken. Daher sein Appell: „Kommen Sie bitte ins Krankenhaus, verschleppen Sie nicht Ihre Symptome. Alle OPs sind sichergestellt.“

Pflegedirektorin Elvira Schneider blickt derzeit weiterhin auf rund 150 Mitarbeiter im Krankenstand, nur sechs sind positiv getestet. „Dass die Welle langsam abflacht, ist uns sehr willkommen, denn unser Personal ist sehr belastet.“

Parallel zur Pandemie sei der Umzug in Haus M weit vorangeschritten. „In der Rekordzeit von drei Stunden“ sei die Bettenstation mit 140 Patienten bei laufendem Betrieb komplett umgezogen. Mit einer eigenen Impfstraße in Haus S konnten 75 Prozent der Mitarbeiter ihre Zweitimpfung erhalten.

Postitive Zeichen auch bei ViDia Kliniken

Konstantin Mayer, Direktor der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin in den ViDia Christliche Kliniken bestätigt für seine Häuser ebenfalls keinen weiteren Anstieg der Infektionen, gleichviel bewegten sie sich auf hohem Niveau.

Anders als für einen postoperativen Patienten, der die Intensivstation nach zwei Tagen verlassen könne, sei für das Personal eines Intensivcovidpatienten eine aufwändige Einschleusung mit Anlegen des Schutzanzugs erforderlich. „Das Personal ist maximal gestresst“, hebt Klinikleiter Mayer hervor.

Das Personal ist maximal gestresst.
Konstantin Mayer, Klinikchef

Der Krankheitsverlauf sei langwierig. „Wenn die Patienten die Intensivstation verlassen, kann es mit strukturierten Reha-Maßnahmen bis zu einem Jahr dauern, bis ihre Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt ist.“ Gerade Geschmacksverlust – „wenn alles wie Papier schmeckt“ – sei sehr schwierig und in HNO-Spezialzentren, die mit Riechtrainings arbeiten, über drei bis sechs Monate zu therapieren.

Durch Covid könne es auch zu strukturellen Änderungen des Herzmuskels kommen, die Herzrhythmusstörungen auslösen könnten. Auch bei Lungenfibrose sei nicht unbedingt sicher, ob sie durch Covid ausgelöst wurde oder schon davor bestanden hatte. Wichtig sei auch die Diagnostik der niedergelassenen Ärzte, die als Filter fungierte. „Schließlich betrifft Corona auch den Kopf“, so Mayer. Das posttraumatische Stress-Symptom löse Depressionen aus: „Obwohl sie körperlich gesund sind, haben die Patienten das Gefühl, sie können kein Glas Wasser mehr heben.“

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