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Liberale ist Jüngste im neuen Landtag

Warum ein Orang-Utan in Alena Trauschels Wahlkreisbüro in Ettlingen einziehen soll

Alena Trauschel ist die Senkrechtstarterin der Liberalen im Wahlkreis Ettlingen – sie holte überraschend das Zweitmandat. Was hat sie in Stuttgart vor?

Gespannt und voller Vorfreude: Alena Trauschel, Jüngste im neuen Landtag und eine von drei Vertreterinnen des Wahlkreises Ettlingen. Foto: Werner Bentz

Wenn am kommenden Dienstag der neue Landtag in Stuttgart zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt, dann ist Alena Trauschels Platz dort, wo sonst die Zuschauer sitzen. Auf der Tribüne. Und das hat nicht etwa damit was zu tun, dass sie als Jüngste im Parlament aus irgendeinem Grund schlechter behandelt wird als die „älteren Hasen“, sondern mit Corona.

Da im Plenarsaal die üblichen Pandemie-Regeln gelten, muss sich ein Teil der Abgeordneten mit dem Zuschauerraum begnügen. „A bis K sitzt im Plenum, L bis Z auf der Tribüne“, sagt Alena Trauschel über die Regelung, die die FDP für den Start in die neue Legislaturperiode getroffen hat.

Eine Ausnahme davon gelte beispielsweise für Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke, der „natürlich vorne Platz nehmen wird“.

Seit der Wahl zehn bis zwölfmal in Stuttgart

Alena Trauschel, seit 2017 Mitglied der Liberalen und dort eine Senkrechtstarterin, freut sich auf die fünf vor ihr liegenden Jahre im Landesparlament.

A bis K sitzt im Plenum, L bis Z auf der Tribüne.
Alena Trauschel, jüngste Landtagsabgeordnete

Zehn- bis zwölfmal sei sie seit der Wahl Mitte März bereits in Stuttgart gewesen, habe an Fraktionssitzungen teilgenommen, zugehört, wie und was der FDP-Landesvorstand von Sondierungsgesprächen berichtet habe.

„Eine Ampelkoalition hätte mir schon gefallen“, sagt Trauschel, die bis vor zwei Monaten einfach Studentin der Volkswirtschaft und Politikwissenschaft an der Uni Heidelberg und Landtagskandidatin der Liberalen im Wahlkreis Ettlingen war. Das Zweitmandat, das ihr die Stimmauszählung in den späten Abendstunden des 14. März bescherte, sei für sie selbst „die größte Überraschung“ gewesen, erzählt die 23-Jährige rückblickend.

Briefkasten zuhause quoll nach der Wahl über

Es habe dann ein wenig gedauert, „bis ich begriffen habe, dass sich jetzt einiges für mich ändern wird“. Hunderte von Glückwunsch-E-Mails fluteten ihren Account, der Briefkasten im elterlichen Haus in Ettlingen quoll über, und als schließlich die Wahlurkunde kam, war klar, es gibt kein Zurück mehr. Das will die junge Abgeordnete auch gar nicht.

Sie ist mit Blick auf die Landtagsarbeit, die sich im Wahlkreis Ettlingen mit Barbara Saebel (Grüne, Direktmandat) und Christine Neumann-Martin (CDU) teilt, dabei, ihren Alltag neu zu organisieren: Das Studium will sie fortsetzen, kalkuliert aber ein, „dass ich bis zum Bachelor etwas mehr Zeit benötige, als ohne die Politik“.

Die Bildungspolitik war mein erster Kontakt zur Politik überhaupt.
Alena Trauschel, Wahlkreisabgeordnete

Außerdem zieht sie mit ihrem Freund gerade in eine gemeinsame Wohnung. Alena Trauschel wünscht sich, im Bildungsausschuss des Landtags mitarbeiten zu dürfen, außerdem würde sie gerne in den Europaausschuss. „Die Bildungspolitik war mein erster Kontakt zur Politik überhaupt“, sagt die Liberale. Und Europa liege ihr als Vertreterin der jungen Generation ohnehin am Herzen.

Mehr als Handy- und Mailkontakt zu den Bürgern

Auf die Frage, wie sie denn von den FDP-Vorderen als so junges Gesicht aufgenommen worden sei, antwortet Trauschel: „Schon als Kollegin und nicht etwa als Praktikantin.“ Einige Fraktionsmitglieder kenne sie von den Jungen Liberalen her, was den Einstieg ins landespolitische Geschäft sicherlich leichter machen werde.

Wichtig sei ihr neben der Tätigkeit in Stuttgart ein enger Kontakt zu den Menschen in der Region – nicht nur per Handy oder Mail – und den politisch Verantwortlichen in den Rathäusern. „Ich will wissen, wo es mit dem Breitbandausbau klemmt, wo eine Straße nicht in Ordnung ist, wo Zuschüsse für Bildungs- oder Kulturprojekte vom Land erwartet werden.“

Während Trauschels Mitarbeiterteam in Stuttgart steht, läuft ihre Suche nach einem Wahlkreisbüro in Ettlingen noch. Dort einziehen wird auf jeden Fall als Talisman ein Orang-Utan der Firma Steiff. Die bekennende Stofftier-Sammlerin Trauschel hat die Plüschfreundin jüngst geschenkt bekommen. Steiff hat ihr den Namen „Alena“ gegeben.

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