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Kurorte wollen sich zusammentun

Bad Herrenalb wünscht sich Corona-Modellversuch für Beherbergungsbetriebe

Ein deutliches Zeichen für den Tourismus wollen die Bürgermeister der Kommunen Bad Herrenalb, Bad Teinach und Bad Wildbad setzen. Sie wollen ein Konzept zur Öffnung ihrer Hotels unter Corona-Bedingungen verwirklichen.

Möchte Modellregion werden: Die Kurstadt Bad Herrenalb möchte seine Beherbergungsbetriebe trotz Corona wieder öffnen. Foto: Rick Eichner

Seit über einem Jahr liegt das Übernachtungsgewerbe in Bad Herrenalb praktisch am Boden, die Betriebe kämpfen um das nackte Überleben.

Aus diesem Grund strebt Bürgermeister Klaus Hoffmann (parteilos) an, die Siebentälerstadt gemeinsam mit den Kommunen Bad Wildbad und Bad Teinach-Zavelstein als Modellregion zu positionieren, in der die Übernachtungsbetriebe unter kontrollierten Bedingungen wieder öffnen können.

„Wir wollen mit Unterstützung aller kreisangehörigen Kommunen ein deutliches Zeichen für den Tourismus im Ländle setzen“, ließ Hoffmann jetzt in einer Pressemitteilung wissen.

Brief an Calwer Landrat Helmut Riegger

In der vergangenen Woche hatte schon Mirko Weber, Betreiber des Camping-Platzes von Adventure World, sein Unverständnis für das Aufenthaltsverbot von Dauercampern auf der großen Anlage beim Schwimmbad in Bad Herrenalb bekundet.

Es sei überhaupt nicht schlüssig, dass Menschen, die dort sonst wochen- und monatelang in einem großen Wohnwagen oder Mobilhome wohnten, sich jetzt nicht dort aufhalten dürften.

Mirko Weber hat jüngst auch einen Brief Bad Herrenalber Gewerbetreibender an Landrat Helmut Riegger mitunterschrieben, in dem eine Öffnungsperspektive für die allein auf Tourismus ausgerichtete Kurstadt Bad Herrenalb gefordert wurde. Bürgermeister Klaus Hoffmann hatte damals sein Wohlwollen für die Aktion bekundet und auch angekündigt, sich für das lokale touristische Gewerbe einzusetzen.

Kontaktarme Übernachtungen sind im Rahmen von Modellprojekten möglich

Grundlage für das Engagement des Bürgermeisters, so Rathaus-Pressesprecher Christian Siebje, ist der Beschluss der Konferenz von Kanzlerin und Ministerpräsidenten vom 22. März 2021.

Danach bestehe im Rahmen von Modellprojekten die Möglichkeit, die als kontaktarm ausgewiesenen Übernachtungsbetriebe unter Einhaltung von strengen Test- und Hygienekonzepten für Urlauber zu öffnen.

Urlaubsfeeling trotz dritter Corona-Welle?

Hoffmann, der diesen Ansatz als ein „Versuchsfeld für allgemeine Öffnungsstrategien“ bezeichnet, betont, man könne mit einer kontrollierten Öffnung trotz der laufenden dritten Welle den Gästen ein unbeschwertes Urlaubsfeeling in der naturnahen Umgebung von Bad Herrenalb ermöglichen. Er hofft jetzt auf ein positives Signal der Landesregierung in Stuttgart.

Das Sozialministerium hat die Prüfung der zahlreichen Anträge und Interessensbekundungen für Modellprojekte jedoch zunächst zurückgestellt, wie Minister Manfred Lucha (Grüne) vergangenen Donnerstag (1. April) mitteilte. Angesichts der Entwicklung der Infektionszahlen im Land seien „weitergehende Öffnungen im Rahmen von Modellvorhaben vorerst nicht angebracht“.

Gastronomen in Bad Herrenalb begrüßen Öffnungs-Initiative

Hoffmanns Vorstoß bewertet Karl Schwemmle, Chef des Hotel-Restaurants Lamm in Rotensol und Vorstandsmitglied des Hotel- und Gaststätten- Kreisverbandes Calw positiv.

Wenn die Modellregion startet, sollte eine Öffnung auch dauerhaft sein.
Stephan Bode, Geschäftsführer Hotel Schwarzwald Panorama

Auch Stephan Bode, Geschäftsführer des Hotels Schwarzwald Panorama begrüßt die Idee, fordert aber verlässliche Regeln für das Modellprojekt. „Wenn die Modellregion startet, sollte eine Öffnung auch dauerhaft sein.“ Diese Zielsetzung unterstützt auch Dieter Lacher von der Hotel-Pension Fidelitas und spricht sich zur Absicherung des Modellversuchs für zusätzliche Corona-Teststationen für die Gäste aus.

René Skiba, der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald (TNS), bewertet die Reaktionen der Unternehmer als positives Signal für den gesamten Tourismus im Landkreis Calw.

Ein Modellversuch wäre „ein erster Schritt in die richtige Richtung und würde von der TNS in der Umsetzung konstruktiv begleitet werden.“

Wissenschaftliche Begleitung für Corona-Lockerungen nötig

Man müsse an zwei wichtigen Stellschrauben drehen, die zur Umsetzung einer Modellregion erforderlich sind: „die Einrichtung einer effizienten und praktikablen Teststrategie für die Gäste und Mitarbeiter der Übernachtungsbetriebe, auch unter Einbeziehung der kommunalen Testzentren, sowie ein zuverlässiges und akzeptiertes Kontakt-Nachverfolgungs-Programm, wie zum Beispiel die Luca-App.“

Zudem, so Skiba weiter, sei eine enge wissenschaftliche Begleitung des Projekts in Kooperation mit dem Landratsamt Calw und einem wissenschaftlichen Institut nötig.

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