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Zwölf Millionen Euro investiert

Erste Bewohner im neuen Seniorenhaus Bruchhausen eingezogen

Nach knapp zwei Jahren ist es fertig, das neue Seniorenhaus in Ettlingens größtem Stadtteil Bruchhausen. Die Bewohner sind bereits mindestens einmal gegen Corona geimpft. In der Belegschaft könnte es mehr Impffreiwillige geben.

Der Frosch als Symbol: Das Seniorenhaus in Bruchhausen. Nach fast zwei Jahren ist das Projekt mit Pflegeheim, Miet- und Eigentumswohnungen fertig. Foto: Werner Bentz

Ein Ort zum Wohlfühlen soll es werden, das neue Seniorenhaus in Bruchhausen. Mit kurzen Wegen und familiärer Atmosphäre. Die ersten Bewohner sind eingezogen, das Diakonische Werk als Betreiber des Pflegeheims rechnet damit, dass bis Mai das Haus komplett belegt ist.

„Wir haben genügend Interessenten“, sagt Mirco Langetepe, Leiter der Einrichtung an der Ecke Landstraße/Fère-Champenoise-Straße. Insgesamt verfügt das Seniorenhaus über 45 stationäre Pflegeplätze inklusive zweier für die Kurzzeitpflege.

Drei Wohngruppen mit je 15 Plätzen

Das Leben spielt sich in drei Wohngruppen ab, die – soweit möglich- gemeinsam ihren Alltag gestalten. Eine Wohnküche gehört genauso zu jeder Gruppe wie ein Aufenthaltsbereich, wo man Fernsehen, Musikhören oder einfach Zusammensitzen kann.

Gemäß Landesheimbauverordnung gibt es ausschließlich Einzelzimmer, jedes etwa 16 Quadratmeter groß mit barrierefreiem Bad. Bewohner im Erdgeschoss haben direkten Zugang zum Garten, der Richtung Weidenweg zeigt. Einige der großen Bäume auf der vormaligen Grünfläche sind während der Bauphase stehen geblieben, bieten im Sommer schattige Plätze.

Wir wollen familienähnliche Strukturen schaffen.
Gudrun Mund, Diakonie im Landkreis Karlsruhe

Sowohl Langetepe, der vor seinem Wechsel nach Bruchhausen lange Jahre im Stephanus-Stift am Ettlinger Robberg verantwortlich tätig war, als auch Gudrun Mund, Geschäftsführerin der Diakonie im Landkreis Karlsruhe, sind stolz auf das Haus. „Wir wollen dort familienähnliche Strukturen schaffen“, sagt Mund.

Das Hausgemeinschafts-Modell habe sich in anderen Pflegeheimen der Diakonie schon bewährt. Die ganze Administration laufe im größeren Marienhaus Malsch – von der Personalplanung bis zur Abrechnung. In Bruchhausen seien nur Pflege- und Hauswirtschaftskräfte im Einsatz. Gestartet habe man mit 20 Personen, die Zahl werde sich aber bei mehr Bewohnern erhöhen. Mund geht davon aus, am Ende „einen Schlüssel von 1:1“ zu haben.

Nur jeder dritte Beschäftigte will Corona-Impfung

Wenn die Corona-Einschränkungen vorbei sind, sollen Gruppenangebote gemacht werden. Von Gedächtnistraining über gemeinsames Singen und Gottesdienste bis zur Gymnastik. Derzeit müssen sich Physiotherapeuten auf Besuche in den einzelnen Zimmern beschränken.

Die Bewohner in Bruchhausen haben mindestens eine Corona-Impfung hinter sich, erzählt Langetepe, der sich mehr Impfwilligkeit bei den Beschäftigten wünschen würde. Derzeit seien nur 35 bis 40 Prozent dazu bereit. „Das sind aus meiner Sicht zu wenige.“

Wir wollen zeigen, dass wir ein offenes Haus sind
Gudrun Mund, Diakonie im Landkreis Karlsruhe

Direkt mit dem Pflegeheim verbunden ist ein Neubau mit elf sozial gebundenen Mietwohnungen für Senioren. Bis auf zwei sind sie schon alle vermietet. Die Bewohner sollen nach der Pandemie ambulante Angebote und Service, wie beispielsweise das Wäschewaschen, im Heim nutzen können. „Auch damit wollen wir zeigen, dass wir ein offenes Haus sind“, erklärt Gudrun Mund.

Dritter Baustein des Seniorenwohnens in Ettlingens größtem Stadtteil ist ein freistehendes Gebäude neben dem Seniorenhaus, in dem zehn Eigentumswohnungen für „Wohnen 60 plus“ geschaffen wurden. Sie sind verkauft und teilweise bezogen.

Drei Ettlinger Investoren schulterten das insgesamt zwölf Millionen Euro teure Projekt in Bruchhausen, über dessen Fertigstellung sich Ortsvorsteher Wolfgang Noller, wie er sagt, „sehr freut“. Es sei damit ein lang gehegter Wunsch aus der Bevölkerung, den der Ortschaftsrat aufgegriffen habe, in Erfüllung gegangen, nämlich eine wohnortnahe Versorgung für alte Menschen zu schaffen.

Noller erinnert sich noch an die Diskussionen um das Opfern des Grünstreifens und die zeitlichen Verzögerungen durch den Eidechsenschutz. Die Entscheidung der Stadt, das Grundstück zu verkaufen, sei richtig gewesen. Längst höre er viel mehr positive als negative Stimmen.

Diakonie hat Erfahrung mit Pflegeheimen

Das Seniorenhaus und die „60 plus“ Wohnungen seien gut gelegen, Apotheke und Einkaufsmöglichkeiten nicht allzu weit entfernt. Mit der Diakonie habe man einen „erfahrenen Betreiber“ gefunden. Neben dem Seniorenhaus in Bruchhausen hat der Wohlfahrtsverband jüngst auch die Verantwortung für ein neues Pflegeheim in Karlsbad-Ittersbach mit gut 60 Plätzen übernommen.

Die Diakonie ist im südlichen Landkreis zudem in Spielberg, Spessart, Malsch, Waldbronn und Mörsch mit Pflegeheimen und/oder betreutem Wohnen präsent. Zudem ist sie Träger eines Hauses in Walzbachtal bei Bretten. In der Kernstadt Ettlingen ist ihr Namen mit dem Stephanus-Stift am Robberg und dem am Stadtgarten verbunden. In der Pandemie, sagt Gudrun Mund, „haben wir leider 58 Menschen in unseren Häusern verloren.“ Jeder Verlust sei einer zu viel.

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