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Rettungshubschrauber kann nicht landen

Sturmtief „Ignatz“: Baum begräbt in Malsch 64-Jährigen unter sich

Feuerwehren und Baubetriebshöfe hatten durch Sturmtief „Ignatz“ am Donnerstagmorgen einiges zu tun. Während in vielen Orten nur allerlei auf Straße und Wegen vom Wind „verblasen“ wurde, wurde in Malsch-Völkersbach ein Mann schwer verletzt und in Ettlingen hatte man bei Baumstürzen großes Glück.

Entwurzelt: Diese rund 15 Meter hohe Robinie fiel am Donnerstagmorgen auf die viel frequentierte Middelkerker Straße in Ettlingen. Dort befindet sich das Seniorenzentrum am Horbachpark und die Bushaltestellen beim Schulzentrum. Foto: Marco Gremmelmaier

Den brenzligsten Sturmeinsatz hatte die Feuerwehr in Völkersbach, wo ein 64-jähriger Mann am Waldrand beim verlängerten Klosterweg von einem Baum getroffen wurde.

„Der Mann wollte nach seinen Pferden schauen, als der Baum auf etwa drei Metern Höhe abbrach und auf ihn stürzte“, berichtet Malschs Gesamtkommandant Gernot Schneider den BNN. 22 Feuerwehrleute der Abteilungen Malsch und Völkersbach rückten gegen 9.45 Uhr aus, dazu wurden Kräfte aus Schöllbronn und Ettlingen mit alarmiert.

Ein Bürger hatte die Hilferufe des eingeklemmten Mannes gehört und dann die Rettungskräfte verständigt. Der 64-Jährige habe sich durch den Baumsturz beide Beine gebrochen, war eingeklemmt und musste laut Feuerwehr durch den Einsatz von Motorsägen befreit werden.

Rettungshubschrauber kann nicht in Malsch landen

Der angeforderte Rettungshubschrauber konnte dann aber nicht landen, die Landung war dem Piloten angesichts des abfallenden Geländes und heftiger Böen zu heikel. Zudem waren vor Ort noch Pferde unterwegs. Ein Rettungswagen brachte den Pferdebesitzer dann in die Klinik, die Polizei spricht von lebensgefährlichen Verletzungen. Die Feuerwehr warnt davor, sich bei Sturmereignissen im Forst aufzuhalten.

In Marxzell gingen bereits um 8.30 Uhr die Lichter aus. Ein Baum war auf eine Freileitung bei Pfaffenrot gefallen, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Es gab einen Kurzschluss, Kräfte von Netze BW rückten aus. In Teilen von Pfaffenrot dauerte der Stromausfall bis gegen 11 Uhr. In der gesamten Gemeinde fiel bei den Kunden eines betroffenen Anbieters durch den Schaden an der Leitung das Internet und die am Internet hängende Telefonie aus.

Für Aufregung sorgte „Ignatz“ auch in Spessart. Am Ortseingang von Schöllbronn kommend, wollte der Fahrer eines Linienbusses einem auf der Straße liegenden Ast ausweichen, fuhr sich aber zwischen Straße und Radweg fest. Nichts ging mehr. Die Fahrgäste musste aus- und umsteigen, der Bus musste aus der Wiese gezogen werden.

Wegen „Ignatz“ büxen in Ettlingen-Spessart Rinder aus

Zudem musste in Spessart auf Rinderfang gegangen werden. „Ein Baum ist auf den Zaun gefallen“, berichtet Bernd Wipfler, der Halter der Galloway-Hochlandrinder. „Sie hatten freie Bahn, alle sieben waren weg.“ Er hatte einen Anruf bekommen, die Polizei eilte ebenfalls vor Ort.

Glücklicherweise liefen die zotteligen Tiere nicht Richtung Kirchstraße. Lassos habe man nicht gebraucht, die Aktion dauerte aber doch rund zwei Stunden. „Die Polizei hat uns geholfen, wir haben sie in eine alte Weide am Waldrand getrieben“, so Wipfler erleichtert.

Eingefangen: Hochlandrinder musste in Spessart zusammengetrieben werden. Ein Baum war auf deren Weidezaun gefallen. Foto: Werner Bentz

Umgestürzte Bäume hielten in Ettlingen den Baubetriebshof auf Trab. „Wir hatten wirklich Glück, dass nicht mehr passiert ist“, betont Marco Gremmelmaier von der städtischen Gartenabteilung. In der Dieselstraße war auf dem Parkplatz gegenüber des ehemaligen Elba-Geländes ein mehr als zehn Meter hoher Baum umgefallen, zum Glück aber genau zwischen die dort stehenden Autos.

Mit Sägen angerückt werden musste auch in die Middelkerker Straße, dort wurde eine 15 Meter hohe Robinie entwurzelt und fiel auf die Straße. Am Zebrastreifen unweit des Seniorenzentrums am Horbachpark und des Schulzentrums hätte dies schlimmer ausgehen können. Letztlich sei es noch glimpflich abgegangen, bilanzierte Ettlingens stellvertretender Feuerwehrkommandant Alexander Johmann-Vonier.

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