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Stromausfall legt Bahnen lahm

Drei Tage nach dem Start der Kombilösung: Erste Panne im Stadtbahntunnel Karlsruhe

Im Bahntunnel der Kombilösung hat am Nachmittag ein Stromausfall in der Fahrleitung den Betrieb für etwa 20 Minuten lahmgelegt. Passagiere mussten aussteigen.

Abwarten: Im Stadtbahntunnel unter der Karlsruhe Stadtmitte hat am dritten Tag nach der Eröffnung ein Stromausfall den Bahnverkehr vorübergehend lahmgelegt. Foto: Julia Weller

Es hat keine vier Tage gedauert bis zum ersten Bahnausfall im neuen U-Bahn-Tunnel in der Karlsruher Innenstadt. Gegen 15.10 Uhr versagt ein Teil der Technik. Kein Fahrstrom im Tunnel, das bedeutet: Alle aussteigen, bitte.

Ein Fahrgast hört die Durchsage in der U-Haltestelle Durlacher Tor: Alle Fahrgäste werden gebeten, wieder oberirdisch zu fahren. Nicht betroffen ist die Beleuchtung in den Haltestellen, auch die Rolltreppen und Lifte funktionieren.

Elf Stadt- und Straßenbahnen betrifft der Stromausfall, davon befinden sich sieben Bahnen in unterirdischen Haltestellen. Vier Bahnen erwischt die Panne in der Tunnelröhre.

Stromausfall im Stadtbahntunnel: Fahrgast schildert ungewollten Halt

Eine dieser vier Bahnen kommt zwischen Durlacher Tor und Kronenplatz unterirdisch zum ungewollten Halt. Darin sitzt Sönke Pränger mit seinen acht und elf Jahre alten Kindern und seiner 83 Jahre alten Mutter. Es ist ihre erste Fahrt durch Karlsruhes neuen Kombi-Bahntunnel.

„Wir sind kurz vor der Haltestelle liegengeblieben“, erzählt Pränger. Drei Kontrolleure und der Fahrer hätten die Notentriegelung der Türen gelöst und alle Fahrgäste aussteigen lassen. Maximal 100 Meter, schätzt Pränger, sei man im Tunnel zu Fuß auf dem Notbord unterwegs gewesen. Das sei ruhig vonstatten gegangen. „Für die Kinder war es auch ein Abenteuer.“

Gut gefallen hat den Familienmitgliedern aus drei Generationen, die gleich hinter dem Fahrer saßen bei ihrer ersten Tunnelfahrt, dass sie stets gut informiert waren. „Im hinteren Wagen hat die Lautsprecherdurchsage wohl nicht ganz so gut funktioniert“, hat Pränger aufgeschnappt. Günstig war aus seiner Sicht auch, dass in seiner Bahn niemand mit Rollator oder Rollstuhl von der Panne betroffen war.

Eine andere Karlsruherin kann ihre liegengebliebene Bahn auf normalem Weg verlassen. Sie erwischt der Stromausfall gerade an der neuen unterirdischen Haltestelle Marktplatz/Kaiserstraße. Über den Treppenaufgang steigt die Frau ziemlich gelassen hoch in die Lammstraße und geht zu Fuß weiter. Ihr Ziel ist der Europaplatz, viel zu tragen hat sie nicht und freut sich, dass der Stromausfall sie in diesem Moment nicht besonders hart trifft: „Glück gehabt.“

Über die Anzeigetafeln im Stadtbahntunnel in Karlsruhe wurden die Fahrgäste über die Störung informiert. Foto: Julia Weller

Während des Stromausfalls im Tunnel, der den gesamten unterirdischen Teil des Schienennetzes betrifft, leiten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) einige Stadtbahnen oberirdisch durch die Rüppurrer Straße um. Betroffen sind auch die VBK-Linien 1 und 2 sowie die S5, sie werden über die neuen Gleise in der Kriegsstraße umgeleitet.

Schon seit 15.25 Uhr, also bereits eine Viertelstunde nach dem Stromausfall im Fahrdraht, kommen zwar Stadt- und Straßenbahnen wieder regulär durch den Tunnel unter der Kaiserstraße und durch den Südabzweig Richtung Hauptbahnhof, teilen die Verkehrsbetriebe mit. Insbesondere beim Europaplatz und in der Karlstraße rücken jedoch auch noch deutlich nach 16 Uhr unter anderem Bahnen der Linie 3, die hintereinander Schlange stehen, immer noch nur ganz allmählich Richtung Karlstor vor.

Ursache für Panne im Tunnel der Kombilösung unklar

Zur Ursache der Störung im stromführenden Fahrdraht in der Tunnelröhre gibt es eventuell erst am Mittwoch erste Angaben. Die Suche nach dem Fehler laufe, so die Verkehrsbetriebe.

Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Stromausfall im Tunnelfahrdraht und der Inbetriebnahme der Tunnelstrecke am Wochenende gibt, will ein Sprecher der VBK nicht spekulieren. Realistisch betrachtet sei eine Störung der stromführenden Fahrleitung überall auf den Strecken und eben auch im Tunnelabschnitt hier und da möglich, sagt er.

Als wichtige Erkenntnis hält der VBK-Sprecher fest, die Sicherheitssysteme hätten ebenso funktioniert wie das Einsatzkonzept. Die spezialisierten Mitarbeiter seien schnell vor Ort gewesen. Die Innenbeleuchtung der Bahnen ist übrigens unabhängig davon, ob der Fahrdraht Strom führt. Bis zu einer Stunde bleibt es in den Bahnen hell. Danach kommt bei Bedarf ein Leuchtband an der Innenseite der Tunnelröhre zum Einsatz.

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