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Sanierungskonzept greift Wünsche der Anwohner auf

Bürgerideen für den Bahnhof Karlsruhe-Durlach kommen an

In das Areal zwischen Bahnhof Durlach und der Fußgängerzone des größten Karlsruher Stadtteils sollen Millionen aus dem Landessanierungsprogramm fließen. Bürger haben viele Mängel aufgelistet. Vor allem steile Treppen und dunkle Unterführungen wollen sie loswerden. Das findet jetzt Gehör.

Unattraktiv: Wer aus dem Bahnhof Durlach (rechts) kommt, sieht kaum mehr als leere Bushaltebuchten. Nie war die Chance größer als jetzt, dass das Areal zusammen mit dem ganzen westlichen Stadteingang ein neues Gesicht bekommt. Foto: Jörg Donecker

Den zweitgrößten Bahnhof der Stadt vor der Haustür zu haben, das ist nicht nur ein Riesenvorteil. Für die Menschen in der Karlsruher Untermühlsiedlung ist der Schienenstrang mit den Bahnsteigen für Fernzüge, Stadt- und S-Bahnen sogar ein massives Hindernis. Steile Treppen, kein Lift, eine lange Unterführung: Ihr Weg nach Durlach ist beschwerlich.

Auch wer am Bahnhof Durlach ankommt und zu Fuß geradeaus in den größten Stadtteil Karlsruhes möchte, hat kein attraktives Wegstück vor sich. 400 Meter sind es bis zum ausgedienten Industriegebäude P 90, dann ist die beliebte und ansehnliche Durlacher Fußgängerzone in Sichtweite.

Doch die Strecke dorthin ist so öde wie die Haltebuchten des längst überdimensionierten Busbahnhofs zu Beginn. Auch für Radfahrer gibt es kein gutes Angebot.

Sanierungsmittel bewegen etwas

Wo Schienen liegen, ist städtebauliche Qualität erschwert und teuer. Doch jetzt scheinen zumindest die Tage steiler Treppen und finsterer Unterführungen im und am Bahnhof Durlach gezählt zu sein. Auch der Vorplatz des viel genutzten Umsteigepunktes könnte innerhalb der nächsten drei Jahre ein neues Gesicht bekommen, vielleicht sogar der kleine Platz vor der Durlacher Post.

Dreh- und Angelpunkt aller Hoffnungen ist das Sanierungsprogramm des Landes zur städtebaulichen Erneuerung. Knapp einen Kilometer südlich erleben die Einwohner von Durlach-Aue bereits, was Sanierungsmittel bewegen können. Dort ist mit der Umgestaltung des Grenzwegs die Ortskernsanierung des ehemaligen Gemüsebauerndorfes angelaufen.

Es geht um gute Wege für Fußgänger

Nun, nach Jahren aussichtsloser Unzufriedenheit, zeichnen sich aber auch für Durlachs Entree spürbare Verbesserungen ab. Das freut zum einen Menschen, die in Durlachs Westen oder in der Untermühlsiedlung wohnen, zum anderen Bahnpendler und Umsteiger an Karlsruhes zweitgrößtem Bahnhof.

Auffallend groß ist das Ausmaß, in dem das Konzept für den Umbau rund um Durlachs großen Verkehrsknoten Wünsche und Kritik ortskundiger und betroffener Bürger aufnimmt. Ein deutlicher Schwerpunkt sind gute neue Wege für Fußgänger. Davon würden auch die Familien profitieren, deren Kinder in die Pestalozzi-Schule gehen.

Mehr Grün in engen Straßen

Das Konzept umfasst zudem das jetzt leerstehende Gründerzentrum P 90 auf altem Industriegelände und denkmalgeschützte Wohnhäuser. Gewinnen wollen die Stadtplaner nicht zuletzt mehr Grün in alten, engen Wohnstraßen, energiesparende Wärmedämmung und neuen Wohnraum.

Die Corona-Pandemie hat den Zeitplan nicht gestört, mit dem die Stadt Fördermillionen des Landes für die Aufwertung des Bahnhofsumfeldes gewinnen will. In elf Monaten soll die Aufnahme ins Förderprogramm beantragt werden, auf Bewilligung hofft Karlsruhe fürs Frühjahr 2022. Veränderungen kämen dann im Lauf von zwölf Jahren.

Ich sehe große Zustimmung, auch zum vorgesehen Zeitplan.
Alexandra Ries, Ortsvorsteherin Durlachs

Der Ortschaftsrat steht uneingeschränkt hinter dem Projekt. „Ich sehe große Zustimmung in diesem Gremium, auch zum vorgesehen Zeitplan“, konstatierte die Durlacher Ortsvorsteherin Alexandra Ries in der Sitzung, die erneut unter coronagerechten Bedingungen öffentlich im Saal der Karlsburg stattfand..

Skeptisch beurteilen manche Gremiumsmitglieder allerdings die Frage, inwiefern formulierte Ziele tatsächlich erreicht werden. Fraglich sei zum Beispiel, ob denkmalgeschützte Hausfassaden gegen Wärmeverlust gedämmt würden, wandte Johannes Ruf (SPD) ein.

Stachus bleibt ein Problem

Ein Problem bleibt die große Straßenkreuzung, der knapp 30 Meter vom Bahnhof entfernte Durlacher Stachus, mit vielen Spuren für Autos sowie Straßenbahnen Richtung Westen, Osten und Süden. Die Situation ist wohl nach Stand der Dinge allenfalls mit Installationen zu verschönern.

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