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Reaktion auf Lockdown

Gastronomen setzen auf Essen zum Mitnehmen

Nichts geht mehr ab Montag? Von wegen: Wenn der Lockdown in den Gaststätten und Cafés der Hardt greift, die Stühle auf den Tischen und die Türen geschlossen bleiben müssen, werden viele Gastronomen auf Altbewährtes zurückgreifen und Essen zum Mitnehmen anbieten.

Aufgestuhlt: Das Cafe „Onkel Oskar“ in Dettenheim bleibt ab Montag - wie alle gastronomischen Betriebe - geschlossen. Hinten: Betreiberin Jana Hager. Foto: Moritz Hager

Nichts geht mehr ab Montag? Von wegen: Wenn der Lockdown in den Gaststätten und Cafés der Hardt greift, die Stühle auf den Tischen und die Türen geschlossen bleiben müssen, werden viele Gastronomen auf Altbewährtes zurückgreifen. „Wir werden in jedem Fall Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten“, sagt Marcel Kazda, Küchenchef des Restaurants „garbo“ im „Löwen“ in Eggenstein.

Was bei den Nachbarn passiert ist, kam wenig später zu uns.
Marcel Kazda, Restaurant „garbo“

Egal, ob Kalbsbraten, Tafelspitz oder Burger - es wird „to go“ verkauft. „Das Konzept hatten wir schon beim ersten Lockdown, und danach haben wir es nie einschlafen lassen“, erklärt Kazda. Er habe den Lockdown „schon seit längerem befürchtet“, berichtet der Maître, der selbst im Elsass wohnt. Seine Erfahrung: „Alles, was in den Nachbarländern passiert ist, kam wenig später zu uns.“

„Ältere Leute wollen keinen Lieferdienst“

Auf Nachfrage in der „Villa Hammerschmiede“ in Pfinztal war nur zu erfahren, dass man sich „derzeit Gedanken macht, wie es weitergeht“. Verantwortliche des Gourmettempels wollten nicht mit den BNN sprechen.

Ein etwas anderes Spektrum deckt die „Krone“ in Friedrichstal ab, die jedoch laut Betreiber Zaza Ergil auch schon vor dem Lockdown glücklicherweise einen florierenden Lieferdienst hat. „Wir werden dennoch weniger einnehmen, weil es eben gerade ältere Leute gibt, die bei uns im Restaurant sitzen und eine Pizza essen und einen Wein trinken wollen. Die fehlen uns jetzt. Und die wollen eben keinen Lieferdienst.“

Frühstück und Kuchen zum Mitnehmen

„Richtig getroffen“ hat die Nachricht vom baldigen Lockdown dagegen das Café „Vogelliebe“ in Linkenheim-Hochstetten, berichtet Doris Bahro. „Wir haben erst im Oktober mit einem neuen Team angefangen - und jetzt das.“ Auf jeden Fall werde es weiterhin Frühstück („Aber ohne Rühreier“), Kuchen und Gebäck geben - selbstverständlich nur zum Mitnehmen. Derzeit überlege man sich im Team noch, ob man vielleicht auch nach Hause liefern könnte.

Essen zum Mitnehmen: Auch Edelrestaurants sind vom Lockdown, der ab kommenden Montag gilt, betroffen. Viele Gastronomen bieten ihre Speisen und Getränke „to go“ an. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Jana Hager vom „Onkel Oskar“ in Dettenheim hatte „gehofft, dass es doch nicht passiert“. Jetzt werde sie sich Gedanken machen, ob sie wenigstens sonntags Kaffee und Kuchen zum Mitnehmen anbietet. „Unser Café liegt ein bisschen außerhalb“, sagt die Betreiberin, weshalb sie im November nicht mit einem Riesenandrang rechnet. Aber der Kuchenverkauf könnte etwas über den Lockdown helfen.

„Lockdown ist Unsinn“

Noch nicht ganz up to date ist die Telefonansage des Restaurants „Rheinblick“ in Leopoldshafen, die dem Anrufer ab 12. November „Essen vom heißen Stein“ verspricht. „Die Ansage wird sicher noch nachgebessert“, ist sich ein langjähriger Gast des Lokals, das aktuell noch wegen Bauarbeiten am Hochwasserdamm geschlossen ist, sicher.

Es gibt in der Hardt auch Gastronomen, denen der ganze Lockdown sehr egal ist: Achim Hofheinz, Betreiber des „Café Bienenstock“ in Dettenheim beispielsweise, hätte „sowieso an diesem Sonntag das letzte Mal geöffnet“, da er dann „in den Winterschlaf“ gehe.

Erst im März öffne er wieder, sagt Hofheinz, der den Lockdown grundsätzlich als „Unsinn“ bezeichnet: In der Gastronomie habe es so gut wie keine Corona-Fälle gegeben, doch nun müsse die gesamte Branche unter den von der Regierung beschlossenen Maßnahmen leiden.

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