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Hightech gegen Raser

Neuer Superblitzer der Karlsruher Polizei schläft nie – und hat vier Fahrspuren gleichzeitig im Blick

Er sieht aus wie ein Wohnanhänger, den jemand neben der Straße vergessen hat. Aber der neue Enforcement-Trailer des Polizeipräsidiums Karlsruhe hat es in sich – und ist sogar schusssicher.

Superblitzer mit vier Augen: Der Enforcement-Trailer der Verkehrspolizei Karlsruhe kann vier Fahrspuren gleichzeitig im Blick behalten. Vor allem an der A8 und der A5 wird er künftig zum Einsatz kommen. Foto: Jörg Donecker

Von weitem sieht er aus wie ein Wohnanhänger, den jemand einfach neben der Straße vergessen hat. Doch der mausgraue Kasten mit der Anhängerkupplung hat es in sich. Hinter der langweiligen und unauffälligen Verpackung versteckt sich in Wahrheit der neue nimmermüde Superblitzer des Polizeipräsidiums Karlsruhe.

Einmal am Straßenrand abgestellt, kann das Gerät mit dem martialischen Namen Enforcement-Trailer den Verkehr zehn Tage und Nächte lang ununterbrochen überwachen. Völlig eigenständig beobachtet er vier Fahrspuren gleichzeitig, blitzt Temposünder und behält deren Bilder und Daten so lange im Gedächtnis bis sein Speicher wieder geleert wird.

„Diese hochmoderne und flexibel einsetzbare Technik ermöglicht es, an anerkannten Brennpunkten rasch zu reagieren und den Kontrolldruck — dort wo es nötig ist — zu steigern”, erklärt Martin Plate. Er ist Leiter der Verkehrspolizeiinspektion, die für die Überwachung des Verkehrs im gesamten Stadt- und Landkreis Karlsruhe zuständig ist.

Karlsruhe ist eines der ersten Polizeipräsidien in Baden-Württemberg, das ganz frisch mit der neuartigen und vor allem personalsparenden Technik ausgestattet wurde. Doch auch viele Städte und Gemeinden in der Region besitzen seit kurzem das neue Gerät.

Einsatz an Unfallschwerpunkten

Eingesetzt werden soll der Enforcement-Trailer des Polizeipräsidiums immer dort, wo sich Verkehrsunfälle häufen. Auf Bundes-, Kreis- und Landesstraßen, vor allem aber auch entlang der A5 und der A8. Wenn es außerhalb von Ortschaften zu schweren Unfällen kommt, sei der Grund dafür meistens überhöhte Geschwindigkeit. Dem könne man laut Plate auch durch den Einsatz von Messtechnik begegnen.

Je effizienter diese Technik, desto besser. Erfahrungswerte aus anderen Bundesländern zeigten, dass ein Enforcement-Trailer allein das leisten kann, was die in Karlsruhe bisher vorhandenen fünf Großgeräte zur Geschwindigkeits- und Abstandsmessung zusammen in einem Jahr erfassen. Zur Verhinderung schwerer Unfälle sei der Trailer eine wichtige Unterstützung. „Wir wollen damit nicht möglichst viele Einnahmen generieren sondern schwere Unfälle verhindern”, betont Plate.

Schusssichere Metallhaube

Das neue 250.000 Euro teure Gerät soll möglichst bald auf den Straßen rund um Karlsruhe eingesetzt werden. Polizeikommissar Florian Rink ist einer der ersten von 17 Kollegen, die den Enforcement-Trailer künftig zu seinem Einsatzort fahren und aufstellen. Per Mobilfunk kann er dann über Tage hinweg mit dem Anhänger verbunden bleiben. Ein schusssichere Metallhaube und ein Alarmsystem schützen seinen stummen Kollegen vor Übergriffen.

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