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Szenerie verändert sich

Traditionelle Krippe im Grombachtal erzählt die Weihnachtsgeschichte

Die große Krippe in der St.-Cosmas-Kirche in Untergrombach ist ein Anziehungspunkt für Besucher. Sie weist mehrere Besonderheiten auf. Einmal wäre sie fast in Flammen aufgegangen.

Die Tradition geht weiter: Familie Schmitt beim Aufbau der Krippenlandschaft, von links: Thomas Schmitt, Vater Bernhard Schmitt und Martin Schmitt Foto: Martin Stock

Rund 85 Jahre ist sie alt, die Krippe, die Jahr für Jahr in Untergrombach aufgebaut wird, in der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian. „Und sie ist ein Zeugnis für unseren Glauben“, sagt Helmut Klotz, einer der langjährigen Aufbauhelfer. Zehn Krippenbauer sind beteiligt unter der Leitung von Bernhard Schmitt, um alles so aufzubauen, wie „es gehört“.

Tatkräftig unterstützen sie dabei die beiden Mesnerinnen Beate Lehmann und Silke Brekl. Seit mehr als 40 Jahren kümmert sich Schmitt um den Aufbau und weiß, wie alles zu stehen hat und zu drapieren ist. Schon als junger Ministrant war er dabei.

Jetzt sind seine beiden erwachsenen Söhne mit im Team und tragen die Tradition weiter. Alles hat seinen festen Platz und Ablauf. Markus Daubner fährt die Felsen für die Krippenlandschaft mit der Schubkarre herbei. Silke Brekl hängt ganz besondere Engel in die beiden Weihnachtsbäume. „Sie sind aus den Seiten alter Gottes-Lob-Gesangbücher gefaltet“, sagt sie.

Martin und Thomas Schmitt bauen aus Felsen und großen Wurzelstümpfen die Landschaft auf, dem Grombachtal nachempfunden, mit der Krippe und der Heiligen Familie als Mittelpunkt. Moos bedeckt die freien Flächen, die so zur Schafweide werden. „Und die Hirten hüteten des Nachts ihre Schafe auf dem Feld bei den Hürden“, heißt es in der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas. Also gehört auch ein Gatter dazu und die entsprechenden Figuren.

Die drei Könige kommen erst am 6. Januar in die Krippe

Alle Teile sind das Jahr über wohlverwahrt und werden vorsichtig ausgepackt und aufgestellt. „Diese Krippe erzählt sehr eindrücklich die ganze Weihnachtsgeschichte“, sagt Helmut Klotz. Deswegen wächst die Szenerie auch in der Weihnachtszeit. Die drei Heiligen Könige oder auch die drei Weisen genannt, aus dem Morgenland, werden erst am 6. Januar, ihrem Gedenktag entsprechend, dazugestellt.

Dafür musste man vor einigen Jahren eine Brücke in der Szenerie höher setzen. Denn die Drei haben auch einen Elefanten dabei. „Und wie kommt der Elefant unter der niedrigen Brücke durch?“, fragte prompt ein Kind, als es sich die Krippe genau betrachtete. In früherer Zeit schlängelte sich noch ein „richtiger Grombach“ mit „echtem“ Wasser durch die Szenerie. Heute ist er nur angedeutet.

In einem Jahr hätte man fast das Bachwasser zum Löschen gebraucht. Eine Betrachterin will es dem Jesuskind heller machen und stellt ihm eine kleine Kerze hin. „Die hätte sich aber mit dem Strohdach des Stalls nicht vertragen und wir konnten sie rechtzeitig entfernen“, erzählt Beate Lehmann.

Es gibt immer wieder Anekdoten aus den zurückliegenden Jahren. So wird es auch in der Erinnerung an die Jahre 2020 und 2021 sein, die Jahre der Pandemie. Und wer weiß, vielleicht findet so mancher Betrachter Trost, Mut und Hoffnung in der Darstellung des Weihnachtsgeschehens. „Das wäre der größte Lohn für unsere Arbeit beim Krippenaufbau“, sagt Bernhard Schmitt.

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