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Bruchsaler Branchenbund begeistert

Neues Konzept geht auf: Verkaufsoffener Sonntag lockt Schnäppchenjäger nach Bruchsal

Die Stadt Bruchsal brummt beim verkaufsoffenen Sonntag. Das neue Konzept mit einer Schnäppchenmeile kommt gut an. Der Bruchsaler Branchenbund zieht ein positives Fazit.

Flohmarkt plus Schnäppchenmeile: Beim neue konzipierten verkaufsoffenen Sonntag in Bruchsal überzeugen beide Angebote, wie die die Besuchermassen zeigen. Foto: Martin Heintzen

„Vier Euro“ schallt es über die provisorisch gesperrte Straße. „Drei Stück zu einem Euro“, schiebt die Frau hinterher. Sie ist noch schwer mit Auspacken beschäftigt. Vor ihren Augen zeigt sich allerdings bereits, dass es sich wohl lohnt, beim ersten Flohmarkt zu einem verkaufsoffenen Sonntag in Bruchsal alles zu zeigen. Die ziehen Leute bereits Schulter an Schulter vorbei. Es ist 13 Uhr – Bruchsals bis zum Schloss erweiterte Fußgängerzone ist voll.

Kaum mehr Platz bietet die Schnäppchenmeile im Herzen der City. „Nur dieses Wochenende 20 Prozent auf alle reduzierten Artikel“, Schaufensterpuppen für 25 Euro, „Würfeln Sie ihren Rabatt“: Bruchsals Einzelhandel hat sich etwas einfallen lassen als Lockangebot für die potenzielle Kundschaft.

Selbst das Wetter macht mit bei diesem zweiten verkaufsoffenen Sonntag binnen fünf Wochen. Dass die beiden Sonderaktionen so dicht beieinanderliegen, hat nicht jedem gefallen beim veranstaltenden Branchenbund Bruchsal. Das Interesse der Bevölkerung indes widerlegt alles, was dagegen im Vorfeld vorgebracht wurde.

Auch in den Geschäften ist am verkaufsoffenen Sonntag viel los

Gefüllte Stofftaschen und Firmentüten zeigen bereits kurze Zeit nach der Eröffnung, dass nicht nur Genießen und Bummeln groß geschrieben wird beim Sonntagsausflug auf die Schnäppchenmeile. Die Verkäuferinnen und Verkäufer haben auch in den Geschäften ordentlich etwas zu tun. „Es läuft sehr gut“, bilanziert eine Modeverkäuferin bereits nach einer guten Stunde. Das mit der Schnäppchenmeile ziehe die Leute echt an.

Die Frequenz ist mega.
Karsten Lonhard, Citymanager

Entsprechend „hochzufrieden“ zeigt sich Citymanager Karsten Lonhard. Selbst bei ganz kritischer Betrachtung kann er nichts Negatives hervorkramen. „Die Frequenz ist mega.“ Entspreche könne davon ausgegangen werden, dass das Ziel, auch neue Kunden in die Stadt zu locken, erreicht wird.

Auf die Bruchsaler Geschäftswelt überzeugend gewirkt haben muss auch das zweite Anliegen. Der Schnäppchenmarkt sollte nicht einfach vordergründig Hoffnung auf Sonderangebote wecken, sondern tatsächlich helfen, Lagerbestände abzubauen. Mit 75 Geschäften beteiligen sich daran 15 mehr als noch vor wenigen Tagen erwartet. Entsprechend gibt es kaum dunkle Auslagen auf dem Weg über die Kaiserstraße zwischen Kübelmarkt und Friedrichstraße.

Impfaktion im Bruchsaler Rathaus kommt gut an

Ebenfalls fast schon schnäppchenhafte Wirkung entfaltet das Impfangebot im Rathaus. Der Andrang ist riesig. Eine 31-Jährige ganz am Ende der Schlange ist darauf eingestellt, lange warten zu müssen. Sie habe es kürzlich beim Hausarzt versucht, zeitnah aber keinen passenden Termin bekommen.

„Man spürt, dass Corona immer näher kommt“, erläutert sie, warum sie sich überhaupt um eine Impfung bemüht. Bislang sei sie wegen der Nebenwirkungen eher unsicher gewesen. Aber jetzt seien junge Leute, Bekannte und überhaupt immer mehr Leute betroffen.

Eine super Aussicht auf das Geschehen in der Fußgängerzone bieten die Sonnenplätze der Stadt: Die Straßencafés sind über Stunden komplett besetzt. Am Übergang vom Schnäppchen- zum Flohmarkt vermitteln die Besucher mit ihrer Lust, alles im Blick zu behalten, geradezu eine Art Stadtwächterfunktion.

Nochmal billiger: Ein Preisnachlasse auf bereits reduzierte Artikel ist vielfach zu finden auf der Schnäppchenmeile des Bruchsaler Branchenbunds. Dazwischen gibt es auch einige ungewöhnliche Angebote. Foto: Martin Heintzen

Nicht im Auge haben sie dabei den Pendelverkehr zwischen Industriegebiet Am Mantel und Innenstadt. „Er wird sehr gut genutzt“, sagt Citymanager Lonhard und lobt, dass das Busunternehmen Hellermann eingesprungen ist. Die Fahrgastzahl spiegelt das Geschehen im Industriegebiet wider. Ob beim Elektrohandel, im Gartencenter oder bei Deko-Artikeln und Betten – die Geschäfte dort werden durchweg gut besucht.

Für den Vorsitzenden des Branchenbunds Bruchsal ist der Plan voll aufgegangen

Die Kassenbilanz zur hellen Begeisterung über die Kombination von Schnäppchenmarkt und Flohmarkt will der Vorsitzende des Branchenbunds, Sven Wipper, an diesem Montag ziehen. Die Entscheidung, den mangels Gebrauchtwagen nicht möglichen Gebrauchtwagenmarkt durch Trödel zu ersetzen, sei voll aufgegangen.

„Wir halten daran fest“, das stehe schon fest, sagt Wipper weiter, während auf seiner Bühne vor dem Rathaus rhythmische Musik zu tänzerischen Darbietungen verlockt. Es gehe ums Gesehen werden, um Präsenz. Neue Verträge für Tanzkurse werden folgen, ist der Vorsitzende des Branchenbunds zuversichtlich. Er und seine Mitstreiter hätten deshalb allein dafür gerne einen dritten verkaufsoffenen Sonntag im Jahr.

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