Sicherheitskonzept für die Freibäder erarbeitet: Polizeipräsident Reinhard Renter und der Kehler OB Toni Vetrano. | Foto: Stadt Kehl

Gemeinsames Sicherheitskonzept

Polizei und Stadt reagieren auf Ausschreitungen in Kehler Freibädern

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Die Stadt Kehl und das Polizeipräsidium Offenburg haben sich, wohl auch angesichts der umfangreichen Berichterstattung in den Medien nach den Ausschreitungen in den Kehler Freibädern, in Rekordzeit auf ein gemeinsames Sicherheitskonzept geeinigt.

Damit wolle man gegen die Störungen vorgehen, die in den vergangenen Wochen von Gruppen vor allem französischer Jugendlicher in den Bädern in Kehl und Auenheim verursacht worden waren. Am Sonntag hatte sich die Situation wie berichtet nochmals zugespitzt, unter anderem hatten Besucher ein Kind im Bad herumgeworfen und den Vater attackiert, als er einschreiten wollte. Die beiden Bäder werden, wie andere in der Ortenau auch, stark von Franzosen besucht, da es im Raum Straßburg nur ein einziges Freibad für 500.000 Einwohner gibt. Während es in Achern, Oberkirch oder auch Oppenau vor allem französische Familien sind, werden die Kehler Bäder primär von Gruppen Jugendlicher besucht.

Bäder wurden geräumt

Wie mehrfach berichtet, hatten beide Bäder zur Sicherheit der übrigen Besucher mit Hilfe der Polizei geräumt werden müssen – insgesamt vier solcher Vorfälle sind bekannt. Vorgesehen sind nun unter anderem deutsch-französische Polizeistreifen im Umfeld des Bads, zudem sollen gegebenenfalls auch Kräfte der Bereitschaftspolizei (Polizeipräsidium Einsatz) vor Ort sein. Die Stadt wird gleichzeitig nochmals die Security verstärken.

Gemeinsames Konzept vorgestellt

Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano und der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter haben nun ein neues gemeinsames Sicherheitskonzept auf den Weg gebracht.   „Das Maßnahmenpaket soll gewährleisten, dass die Sicherheit der Badegäste, vor allem der Familien mit Kindern, bestmöglich geschützt ist“, zitieren die Stadt und das Polizeipräsidium den Kehler OB in einer am Nachmittag zeitgleich verteilten Presseerklärung.

Klare Ansage aus Stuttgart

Damit rückt das Polizeipräsidium ein stückweit von der Haltung ab, dass die Sicherheit in den Bädern Sache der Stadt sei und man nur punktuell eingreifen werde (der ABB berichtete). Zuvor hatte bereits Innenminister Thomas Strobl in einer Presseerklärung der Stadt seine Unterstützung zugesagt. Man werde die Herausforderungen gemeinsam mit Kehl „intensiv und aktiv“ angehen. Am Nachmittag präsentierten  Polizei und Stadt dann ihr gemeinsames Maßnahmenpaket.

Noch mehr Security im Bad

Demnach wird die Stadt Kehl den Sicherheitsdienst weiter ausbauen. Man habe die Zahl der Security-Mitarbeiter im Kehler Freibad zunächst von vier auf acht verdoppelt und werde sie an den Wochenenden, also von Freitag bis einschließlich Sonntag, auf zwölf erhöhen, heißt es in der Pressemitteilung. Im Auenheimer Bad sollen künftig vier statt zwei Security-Kräfte präsent sein. Zusätzlich sollen jeweils zwei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) täglich für jeweils vier Stunden in beiden Bädern vor Ort sein. Die Taschen der Besucher werden weiterhin kontrolliert.

Stacheldraht an Zäunen

Die Zäune beider Bäder werden in den nächsten Tagen mit Stacheldraht erhöht, um zu verhindern, dass sie überklettert werden, wenn die Freibäder geschlossen werden müssen, weil sie an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen sind.

„In engem Austausch“

Polizeipräsident Reinhard Renter stand bereits nach den ersten Vorfällen Anfang Juni in direktem und engem Austausch mit dem Oberbürgermeister, so Stadt und Polizeipräsidium weiter. Während die Stadt Kehl für die Sicherheit innerhalb der Schwimmbäder zuständig ist, wurden die „polizeilichen Präsenzmaßnahmen“ rund um die Bäder und vor allem in den Zugangsbereichen bereits verstärkt. Darüber hinaus werde derzeit geprüft, ob gemeinsame deutsch-französische Polizeistreifen im Umfeld des Schwimmbads eingesetzt werden können. Sollte es erforderlich sein, sei zudem eine temporäre Unterstützung des Polizeireviers Kehl durch Beamte des Polizeipräsidiums Einsatz möglich.

Konsequentes Handeln angekündigt

Renter: „Wir unterstützen die Stadt Kehl dabei, die Sicherheit und Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. In enger Kooperation mit der Ortspolizeibehörde und durch verstärkte Präsenz können wir schneller intervenieren und Straftaten konsequent verfolgen.“