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Nicht alles ist brauchbar

Baden-Badener will mit alten Verbandskästen in der Ukraine helfen

Einen Verbandskasten hat jeder Autofahrer im Auto. Nach einigen Jahren läuft dieser ab. Das kann bei einer Kontrolle teuer werden. Ein Grund mehr, die Kästen zu spenden, findet ein Baden-Badener. Er hat eine Sammelaktion für die Ukraine gestartet.

Matthias Steiner sammelt Verbandskästen. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Nicht alles, was in die Tonne kommt, ist Abfall. „Es war eine spontane Idee“, erzählt Matthias Steiner von dem mächtigen blau-gelben Gefäß, das seit Tagen in der Sophienstraße in der Nähe des Sonnenplatzes steht und eigentlich zur Aufnahme von Altpapier konzipiert war.

Auf den Deckel des mit einem breiten gelben Streifen versehenen Müllgefäßes wurde ein leerer Verbandskasten montiert und soll einladen, eine kreative Erste-Hilfe-Maßnahme für die Menschen in der Ukraine zu unterstützen.

„Ich wollte irgendetwas unternehmen.“ Da sei Steiner in den Sinn gekommen, dass man mit dem Sammeln von abgelaufenen Erste-Hilfe-Kästen eine ganze Menge erreichen kann. Schnell war der Kontakt zu Christine Daul hergestellt. s

Baden-Badener hat schon mehrere Hilfslieferungen in die Ukraine initiiert

Die Medizinerin hat in den vergangenen Monaten bereits allerlei in Sachen Hilfslieferungen in die Kriegsgebiete angeschoben und selbst initiiert. „Das funktioniert gut“, zollt sie der Idee ihren Respekt.

Zwar sei nicht alles brauchbar, was diskret und anonym abgegeben wird. Doch es komme eine ganze Menge Verbandsmaterial zusammen.

Und das werde in der Ukraine dringend benötigt, auch wenn der Tüv-Stempel auf den Verbandskästen signalisiert, dass ein Austausch erforderlich ist. Wichtig sei, dass der Inhalt noch originalverpackt ist.

„Ich sichte das natürlich, bevor ich es weitergebe.“ Was für gut befunden wird, wird mit Folien auf Paletten gepackt und geht auf die Reise.

Kommen die Waren in der Ukraine an, würden sie dort in ihrer Bestandteile zerlegt und Sets daraus gemacht, die an die Front kommen. „Tausende von Ehrenamtlichen sind daran beteiligt und arbeiten dort wie an einem Fließband“, sagt Daul.

Tatsächlich, so erklärt Matthias Steiner, ist schon eine beachtliche Menge zusammengekommen. Im Grunde also eine Win-Win-Situation. Denn viele Verkehrsteilnehmer wüssten zwar, dass sie einen Verbandskasten haben und wo dieser sich befindet. Doch achte man eher selten darauf, ob dieser nicht längst abgelaufen sei.

Abgelaufene Verbandskästen können am Sonnenplatz abgegeben werden

„Das ist jetzt eine gute Gelegenheit einmal nachzuschauen“, verweist er darauf, dass sowohl beim Tüv, aber auch in den Baumärkten und etwa bei ATU für kleines Geld Ersatz beschafft werden könne.

„Wenn man bei einer Fahrzeug- und Personenkontrolle mit eine abgelaufenen Verbandskasten ertappt wird, könnte das teuer werden.“ Ein genauerer Blick und ein gezielter Wurf in die blaugelbe Tonne könnte sich also durchaus auch für den Spender lohnen.

Die erste Fuhre, bestehend aus drei Umzugskartons voller Verbands-Kästen und einige Rollatoren sowie einem Rollstuhl hat Karl-Heinz Daul, der Mann der Baden-Badener Ärztin, entgegengenommen und weitergegeben.

Während die Transporte Richtung Osten weiter laufen, wird beim Sonnenplatz weiter gesammelt. Wie das abläuft, zeigt ein kurzer Videoclip, den Matthias Steiner eigens gedreht hat.

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