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Ausschuss-Sitzung am 27. April

SPD im Murgtal will die Handelslehranstalt Gernsbach erhalten

Die Entscheidung, ob die Handelslehranstalt in Gernsbach geschlossen wird oder erhalten bleibt, rückt näher. Die Forbacher SPD fordert Politiker auf, Stellung zu beziehen. Sie und weitere Ortsvereine wollen die Handelslehranstalt in Gernsbach erhalten.

Ein Teil von Gernsbach: Die Geschichte der Handelslehranstalt (rechts unten) reicht mehr als hundert Jahre zurück. Wie sie weitergeht, entscheidet sich im Mai. Foto: Nikolaus Hertweck

Die SPD-Vereine im Murgtal sprechen sich für den Erhalt der Handelslehranstalt in Gernsbach aus. Das geht aus einer Pressemitteilung des Ortsvereins Forbach zur Auftaktveranstaltung der neuen „SPD Murgtal-Connection“ hervor.

Die Verbände fordern andere politische Akteure auf, sich öffentlich zu positionieren – besonders die Bürgermeister im Murgtal, aber auch Parteien und Unternehmen. Am 27. April befasst sich der Kreistags-Ausschuss für Schulen und Kultur mit dem Thema.

„Dass eine für das mittlere Murgtal so wichtige und langfristige Entscheidung sang- und klanglos getroffen wird, darf nicht hingenommen werden“, schreibt der Verein. Zudem würde eine Schließung „eindrücklich zeigen, dass ein sehr gutes pädagogisches Konzept keinen Garant für den Erhalt einer kleinen Schule darstellt“.



Lokalpolitiker befürchten bei einer Schließung negative Auswirkungen aufs Murgtal

Aus Sicht der SPD spricht einiges für die HLA. Ein wohnortnaher Standort sei aus pädagogischer Sicht wichtig, nicht zuletzt für Schüler mit „erschwerten Startbedingungen“. Die Schule biete Entwicklungsmöglichkeiten für verschiedene Leistungsstände. Ferner ermögliche sie, nahe am Ausbildungsplatz eine Berufsschule zu besuchen.

Auch Vertreter anderer Parteien sprachen sich am Dienstag gegenüber den BNN für die HLA aus – jedoch nicht alle. „Sie ist ein wichtiger Baustein der Bildungsinfrastruktur im Murgtal“, sagt Stefan Hubertus (Grüne). Er ist Vorsitzender des Ortsverbands Murgtal. Eine Schließung hätte negative Auswirkungen. „Das Murgtal verliert für Familien an Attraktivität.“ Ferner müssten Schüler weit pendeln, womöglich mit dem Auto. „Aus unserer Sicht ist das nicht gut.“

Man muss die HLA unbedingt erhalten, fürs hintere Murgtal, für unsere Jugend.
Uwe Rothenberger, Freie Wähler

Für Schüler sei es wichtig, die Schule in der Nähe zu haben, findet Uwe Rothenberger (Freie Wähler). Er ist Fraktionsvorsitzender im Weisenbacher Gemeinderat. „Man muss die HLA unbedingt erhalten, fürs hintere Murgtal, für unsere Jugend“, sagt er. Eine Schließung würde den Schulstandort schwächen. Zumal die Schule „unheimlich gut“ sei.

„Die Lehrer sind sehr engagiert. Es gibt verschiedene Schularten. Jugendliche haben viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden und zu verzweigen. Sie werden vorbereitet aufs Berufsleben.“ Zudem „muss man mitbedenken, dass die Jugend sich eher dorthin orientiert, wo sie zur Schule geht“. Das könne sich negativ aufs Vereinsleben im Murgtal auswirken.

Das sagen weitere Parteien zur Handelslehranstalt in Gernsbach

Die FDP unterstütze den Erhalt der HLA, sagt Patrick Wilczek, Ortsvorsitzender in Gaggenau. Er geht davon aus, dass eine Schließung das Murgtal für Familien und Unternehmen weniger attraktiv machen würde. Doch „am Drücker“ sei das Regierungspräsidium.

Es ist die Frage: Will man ein Sterben auf Raten weiter akzeptieren?
Brigitte Schäuble, CDU

„Im CDU-Kreisverband Rastatt haben wir noch gar nicht über die HLA gesprochen“, sagt die Vorsitzende Brigitte Schäuble. Themen wie die Kanzlerkandidatur hätten im Fokus gestanden. Sie persönlich will als Kreistagsmitglied für eine Schließung stimmen. „Es ist die Frage: Will man ein Sterben auf Raten weiter akzeptieren? Ich werde mich dafür aussprechen, dass man einen Knopf dran macht. Dann wissen alle, woran sie sind. Alles andere wäre sehr halbherzig.“ Schäuble fürchtet keine negativen Auswirkungen. „Aus meiner Sicht sind die jungen Leute sehr flexibel und mobil.“

Das neue Format „Murgtal-Connection“ soll den Austausch zwischen SPD-Vereinen stärken und ein gemeinsames Sprachrohr schaffen. Laut Pressemitteilung stammt die Idee vom Ortsverein Forbach. Beim Auftakt am Sonntag nahmen SPD-Mitglieder aus Gaggenau, Gernsbach, Loffenau und Forbach teil. Ihnen schwebte auch ein parteiübergreifendes „Murgtal-Netzwerk“ vor: eine Plattform, auf der Zukunftsthemen diskutiert und gemeinsame Positionen gefunden werden. Das Ziel sei, dem mittleren Murgtal eine starke Stimme zu geben.

Hinweis: In einer ersten Fassung dieses Textes war davon die Rede, dass die SPD davon ausgehe, dass es nach einer Schließung der HLA auch Diskussionen über den Fortbestand der Carl-Benz-Schule in Gaggenau geben werde. Diese habe im Vergleich eine geringere Schülerzahl als die HLA und gebäudetechnischen Sanierungsbedarf, so die Aussage der SPD. Tatsächlich aber könne von einer drohenden Schließung nicht die Rede sein, sagte Falk Hartmann, Leiter der Gaggenauer Carl-Benz-Schule, am Mittwoch. Die Schülerzahl liege seit Jahren konstant zwischen 900 und 1.000. Der Vergleich mit der HLA sei falsch und provoziere Missverständnisse, betont Falk Hartmann.

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