Skip to main content

Großkontrolle am Sicherheitstag

Polizei stoppt Nachtschwärmer in Kehl

Nächtliche Großkontrolle: Sieben Stunden lang nahm die Polizei in Kehl fast jedes Auto unter die Lupe. Am landesweiten Aktionstag ging es vor allem darum, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.

Nächtliche Aktion: Mit einem großen Aufgebot war die Polizei am Sicherheitstag unterwegs. Sieben Stunden lang wurden an der Bundesstraße 28 in Kehl fast alle Autofahrer kontrolliert. Foto: Michael Moos

Fast könnte man glauben, das Straßburger Nachtleben sei nach Kehl verlegt worden. Vielfach besetzt mit jungen Leuten, reihen sich vor allem Kleinwagen mit französischem Nummernschildern in die Schlange vor den beiden Polizeibeamten ein, die in den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstags vor der deutsch-französischen Grenze in Kehl den gesamten Verkehr anhalten. Mit einem umfangreichen Aufgebot hat die Kehler Polizei hier für insgesamt sieben Stunden eine Großkontrolle organisiert, um am landesweiten Sicherheitstag Präsenz zu zeigen.

Und genau darum geht es: Präsenz zeigen. „Das dient der Sicherheit und Ordnung“, erklärt Felix Neulinger als Leiter des Kehler Polizeireviers. „Wir wollen das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger stärken.“ Er selbst war am Sicherheitstag stundenlang im Einsatz und hat erfahren, dass die meisten Betroffenen mit Verständnis auf die Kontrollen reagieren. Diesen Eindruck vermittelt auch das Bild an der Kontrollstelle - die Polizisten gehen routiniert zur Sache, und die „Kontrollierten“ lassen die Maßnahmen eher gelassen über sich ergehen.

Was nicht heißt, dass die Aktion für Einzelne einschneidende Folgen haben könnte. Die Polizei zog Alkoholsünder aus dem Verkehr, stellte Drogen sicher, erwischte Führerscheinsünder und Menschen ohne Einreisegenehmigung. Hinzu kamen Gurtmuffel, Handysünder und natürlich Mängel an den Fahrzeugen.

Wobei es auf dem ersten Blick seltsam anmutet, dass in dieser Nacht überhaupt noch „Sünder“ unterwegs waren - die Großkontrolle auf der Bundesstraße 28 war im Vorfeld angekündigt worden und hatte sich in den sozialen Medien schnell herumgesprochen. „Das wissen wir. Deshalb gab es auch in anderen Straßen mit verdeckten Kräften zusätzliche Kontrollen“, berichtet Neulinger.

Lob für Einsatzbereitschaft und Motivation

Bei der nächtlichen Aktion waren nicht nur Kehler Einsatzkräfte unterwegs - die örtliche Polizei erhielt Unterstützung unter anderem durch die französische Gendarmerie, die Bundespolizei, die Wasserschutzpolizei, das Landeskriminalamt und die Kriminalpolizei. Mit von der Partie waren auch die Hundestaffel und Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz. Felix Neulinger war am Ende voll des Lobes über Einsatzbereitschaft der Beamtinnen und Beamten: „Sie waren den ganzen Tag hochmotiviert bei der Sache.“

Die vielen Gäste aus Frankreich nutzen in Kehl und Umgebung gastronomische Angebote, die es in Straßburg so offenbar nicht gibt: Shisha-Bars und Spielotheken. Diesen Etablissements galt am Sicherheitstag ebenso wie diversen Schankwirtschaften das besondere Augenmerk der Polizei. Und das durchaus mit „Erfolg“: Bei Kontrollen in Willstätt, Appenweier und Kehl machten allein die Beamten der Kehler Polizei 38 Fälle aktenkundig. Felix Neulinger berichtet von Verstößen gegen den Nichtraucherschutz, das Glücksspielgesetz, die Arbeitsstättenverordnung und die Vorgaben zur Preisauszeichnung. Anderenorts kam noch die Entdeckung nicht versteuerten Shisha-Tabaks hinzu.

Laxer Umgang mit Corona-Verordnung in Kneipen

Natürlich prüften die Beamten auch die Einhaltung der Corona-Verordnung. Neben Bedienungspersonal ohne Mund-Nasen-Schutz gaben hier besonders häufig schlampig oder gar nicht ausgefüllte Namenslisten Grund zur Beanstandung: „Teilweise unleserlich, unvollständig oder mit erfundenen Namen“, fasst Felix Neulinger die Bandbreite der Verstöße zusammen.

Für die betroffenen Wirte könnten der laxe Umgang mit den Gesetzen und Verordnungen noch einschneidende Folgen haben: Neben Anzeigen bei den Bußgeldstellen veranlasste die Polizei auch die Information der für die Gaststätten-Konzession zuständigen Behörden.

Gerade die Ergebnisse der Corona-Überwachung sind es, die den Kehler Revierleiter von einem „großen Erfolg“ des Sicherheitstags sprechen lassen. „Das dient auch der Sensibilisierung der Bevölkerung“.

nach oben Zurück zum Seitenanfang