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Ergebnis steht fest

Kerstin Cee wird Bürgermeisterin von Hügelsheim

Erst meldete sich wochenlang kein Kandidat, dann waren es plötzlich vier, von denen nur zwei ernsthafte Chancen zugerechnet wurden. Lediglich eins stand vor dem Wahlsonntag fest – Hügelsheim wird erstmals in seiner Geschichte eine Frau auf dem Chefsessel im Rathaus sitzen haben. Und nun ist klar, wie ihr Name lautet.

Gratulation vom Noch-Bürgermeister: Reiner Dehmelt gibt Wahlsiegerin Kerstin Cee einen „Ellenbogen-Check“. Foto: Hans-Jürgen Collet

Kerstin Cee hat die Bürgermeisterwahl in Hügelsheim gewonnen. Die 48-Jährige erhielt 1.263 Stimmen und erreichte damit 68,09 Prozent aller abgegebenen Stimmen.

Auf die zweitplatzierte Ulrike Alex entfielen 475 Stimmen (25,61 Prozent), die weiteren Bewerber Samuel Speitelsbach und Alexander Roll spielten keine große Rolle.

Roll wählten genau 72 Hügelsheimer, Speitelsbach sogar nur 42. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,06 Prozent, wahlberechtigt waren 3.836 Hügelsheimer.

Damit steht fest, dass Cee in den nächsten Wochen auf Wohnungssuche gehen und ihre Kündigung schreiben muss. Noch lebt sie in Pfinztal und arbeitet als Sachgebietsleiterin bei der Stadt Pforzheim.

Erste offizielle Kandidatin

Cee war die erste, die ihre Kandidatur offiziell gemacht hatte und hat die sechs Wochen zwischen Bewerbung und Wahl offenbar gut nutzen können.

Da klassische Vorstellungsabende wegen Corona unmöglich sind, war Cee viel im Spargeldorf unterwegs, informierte mit Flyern und Briefen und nutzte die Treffen auf der Straße für zahlreiche Gespräche.

„Die Mühe hat sich gelohnt“, freut sich Cee am Abend. Den Morgen hatte sie noch im Gottesdienst in Hügelsheim verbracht - am Nachmittag sei die Anspannung dann immer weiter angestiegen. „Man hat zwar ein Bauchgefühl, doch weiß man nie, ob es täuscht oder nicht.“ Umso größer ist die Erleichterung über das eindeutige Wahlergebnis am Abend: „Ich könnte die ganze Welt umarmen.“ Der Eindruck, den sie in den vergangenen Wochen von Hügelsheim bekommen hat, habe sich bestätigt.

Ich könnte die ganze Welt umarmen.
Kerstin Cee, Wahlsiegerin in Hügelsheim

Von einem „denkwürdigen Wahltag“ spricht der scheidende Bürgermeister Reiner Dehmelt. Die hohe Wahlbeteiligung sei ein Zeichen für die Stärke der Demokratie. Er wünscht Cee für die Zukunft eine glückliche und erfolgreiche Hand und überbringt die Glückwünsche seitens des Gemeindetags und des Bürgermeisterkreisverbands.

Für Landrat Toni Huber spricht der Erste Landesbeamte Jörg Peter und gratuliert mit den Worten „Sie kam, sah und siegte“ zu einem Wahlergebnis bei ihrem ersten Antritt. „Das ist ein tolles Ergebnis unter schweren Bedingungen.“ Peter freut sich, dass die Frauenpower im Landkreis verstärkt wird.

Frauenpower im Hügelsheimer Rathaus

Freude auch bei der Bürgermeisterin von Au am Rhein. Veronika Laukart gratuliert mit den Worten: „Endlich noch eine Frau dazu.“ Mit Laukart in Au am Rhein, Katrin Buhrke in Forbach und ab Mitte Mai auch Kerstin Cee in Hügelsheim gibt es dann drei weibliche Bürgermeister im Landkreis.

Endlich noch eine Frau dazu.
Veronika Laukart, dienstälteste Bürgermeisterin im Landkreis Rastatt

Auch Bürgermeisterstellvertreterin Miriam Wassermann ist begeistert: „Jetzt sind wird ein Frauen-Quartett“, sagt sie mit Blick auf die kommende Bürgermeisterin, zwei weibliche Bürgermeister-Stellvertreter und eine Frau als Hauptamtsleiterin. Sie freue sich auf eine produktive Zusammenarbeit mit der neuen Bürgermeisterin. „Es gibt in Hügelsheim ja einige Probleme zu beackern.“ Sie hoffe, dass der Gemeinderat weiterhin stark involviert sein werde.

Amtsantritt ist am 12. Mai

Den Problemen wird sich Cee ab dem 12. Mai widmen, wenn sie die Nachfolge von Reiner Dehmelt antritt. Er hatte sich nach drei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl gestellt. PFC-Problematik, Verkehr auf der Hauptstraße und Zusammenwachsen von Siedlung und Alt-Dorf werden sie in den nächsten Jahren fordern.

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