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Ab Oktober

Nachbarschaftshilfe per App: „Hilver“ soll Ötigheimer Senioren unterstützen

Die meisten Menschen wollen auch im Alter selbstbestimmt leben. In Ötigheim soll ab Oktober das digitale Hilfsnetzwerk „Hilver“ dabei unterstützen.

Ein Frankfurter Bankier wünscht sich ein Umdenken in der Altersvorsorge.
Selbstständig leben: Viele ältere Menschen können sich nicht mehr selbst um sich kümmern. „Hilver“ könnte dabei helfen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Ältere Menschen wollen oft so lange wie möglich selbstbestimmt zuhause leben, benötigen dafür aber zunehmend Hilfe im Alltag wie beim Heckenschneiden oder dem Großeinkauf.

Unterstützen soll bald das von den zehn Regio-Energie-Kommunen zusammen mit dem Ötigheimer Thomas Walter entwickelte digitale Helfernetzwerk „Hilver“. Nachbarschaftshilfe, die über eine Smartphone-App Helfer und Hilfsbedürftige vernetzt.

Schon ab 5. Oktober soll das Projekt im Testbetrieb in Ötigheim starten. Ab diesem Zeitpunkt kann die App im App-Store (Apple-Geräte) und im Playstore (Android) heruntergeladen werden.

„Hilver“ soll in Ötigheim Hilfsleistungen vermitteln

Hilver sieht die Gemeinde dabei als Plattform zur innovativen Vermittlung von Hilfeleistungen zwischen ehrenamtlich Engagierten und unterstützungsbedürftigen Menschen.

Dabei geht es nicht um Pflegeleistungen, sondern Hilfen wie Besorgungen, kleine Reparaturen im Haushalt, Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen oder Fragen zum Thema PC und Internet. Man darf aber auch Zeit schenken in Form von Spaziergängen oder Gesprächen, sagen die Entwickler.

Wer Interesse daran hat, mitzuwirken, kann sich bei der jeweiligen Gemeinde vorstellen und wird dort registriert. Wer kein Smartphone besitzt, dem wird über das Rathaus auch telefonisch Hilfe vermittelt, betonte Kämmerer Sascha Maier am Dienstag im Gemeinderat Ötigheim.

Die Entwicklung der App, die zu 90 Prozent vom Land gefördert wird, hat 140.000 Euro gekostet. Damit liegen die Kosten für jede Regio-Energie-Kommune noch bei 1.300 Euro brutto.

Künftig ist geplant, das Projekt in ein Lizenzmodell zu überführen, für das die Regio-Energie-Kommunen als Entwickler keine Lizenzgebühren und reduzierte Infrastrukturkosten bezahlen, die neu hinzukommende Gemeinden entrichten müssen.

Damit könne das digitale Helfernetzwerk weiterentwickelt werden, so der Plan. „Das Interesse anderer Kommunen ist groß“, berichtete Maier, der zugleich Geschäftsführer der Regio-Energie ist.

Im Januar 2023 soll „Hilver“ nach dem Testbetrieb online gehen

Um für das Projekt zu werben, gibt es nun Infoveranstaltungen in allen beteiligten Gemeinden – in Ötigheim schon am Donnerstag, 15. September, um 18.30 Uhr im Geschwister-Scholl-Haus. Eingeladen sind mögliche Helfer, aber auch Unterstützungsbedürftige oder deren Angehörige.

Ab dem 1. Januar 2023 soll Hilver nach dem Testbetrieb dann produktiv gehen. Damit verbinden wollen die Kommunen eine Aufwandsentschädigung für die Helfer von sieben Euro pro Stunde. Diese soll teils durch Spendeneinnahmen refinanziert werden.

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