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Hotline 116 117 stark belastet

Positive Resonanz: BNN helfen den Lesern bei der Suche nach einem Impftermin

Das BNN-Internetportal zeigt, in welchem Impfzentrum aktuell Termine frei sind. Per Klick kommen die Nutzer dann auf die Seiten der einzelnen Zentren. Und die Leser sind begeistert.

Freude über Impftermin: Der Karlsruher Allgemeinmediziner Berthold Borst (links) hat beruflich täglich mit Corona-Verdachtsfällen zu tun. Er hat sich selbst impfen lassen und jetzt auch einen Termin für seine Mutter vereinbaren können. Foto: Jörg Donecker

Das Warten auf einen der wenigen Corona-Impftermine kann für ältere Menschen zurzeit ganz schön zermürbend sein. Umso größer die Freude, wenn es trotz der Impfstoff-Knappheit klappt.

Die BNN möchten Ihren Lesern helfen: Seit Montag informieren wir online unter bnn.link/freie-impftermine in Echtzeit, welche Zentren in der Region gerade den schützenden Impfstoff anbieten. In den vergangenen Tagen hat die Redaktion viele Rückmeldungen bekommen, dass es funktioniert.

Berthold Borst ist glücklich: Seine 88-jährige Mutter Eva kann sich in Kürze im Zentralen Impfzentrum an der Messe Rheinstetten impfen lassen. „Ich habe im Januar per E-Mail einen Vermittlungscode erhalten und es seitdem bestimmt 50 Mal versucht, einen Termin zu bekommen“, erzählt der Allgemeinmediziner, der eine Praxis in Karlsruhe-Daxlanden hat. Der 62-Jährige beschreibt sich als Technik- und Internetaffin, deswegen sei er über die Misserfolge zunehmend frustriert gewesen.

„Dann habe ich aber in den BNN vom neuen Informationsangebot gelesen. Ein Klick auf den Link auf Ihrer Webseite - und, welch ein Glück, es hat geklappt!“ Borst hat sich als Mediziner gerade selbst impfen lassen, er hofft nun, bald auch den zweiten Termin für seine Mutter buchen zu können.

Ich habe bestimmt 50 Mal versucht, einen Termin zu bekommen.
Berthold Borst aus Karlsruhe

Auch Rosalinde Dorow aus Ettlingen merkt man an der Stimme ihre große Freude an. „Als ich den Bericht las, war ich erst skeptisch. Heute Morgen haben wir es probiert - und schwupps! Nicht nur ich, sondern auch mein Ehemann kann sich diese Woche in Offenburg impfen lassen“, berichtet die 83-Jährige am Telefon. „Ich dachte zuvor, meine Chancen auf einen Termin stünden 1:1000, aber bei den BNN sind Könner am Werk.“ Dorow hat jetzt das Angebot auch ihren Freundinnen empfohlen.

Verfügbarkeiten werden ständig aktualisiert

Das BNN-Internetportal kann weder Impftermine individuell vermitteln noch deren Vergabe beeinflussen, aber es zeigt, in welchem Impfzentrum aktuell Termine frei sind. Per Klick kommen die Nutzer dann auf die Seiten der einzelnen Zentren.

Die Daten in unserer Tabelle werden ständig mit der Termindatenbank abgeglichen und aktualisiert. Es kann jedoch aus technischen Gründen vereinzelt vorkommen, dass es keine Termine mehr gibt, obwohl dies in der Tabelle anders aussieht.

Suche nach freien Terminen ist kompliziert

„Ich höre im Bekannten- und Familienkreis oft, wie die Leute fast schon verzweifelt immer wieder die Hotline anrufen oder die Webseite Impfterminservice.de aufsuchen.“ Als Online-Profi findet BNN-Datenjournalist Christian Schellenberger selbst, dass der Buchungsprozess im Netz kompliziert und umständlich ist.

„Man kann sich ja generell sein Impfzentrum selbst auswählen, und gerade als Karlsruher hat man mehrere Möglichkeiten. Es gibt aber keinen Überblick, wo was frei ist. Darum habe ich überlegt, ob und wie wir das anbieten könnten“.

Impfwillige aus der Region sind bereit, nach Heilbronn zu fahren

Der 33-Jährige freut sich über viel positives Feedback. „Die Zuschriften zeigen, wie groß die Not ist“, sagt Schellenberger. „Einige Leser haben geschrieben, dass sie auch bis nach Heilbronn oder Mannheim fahren würden, um sich impfen zu lassen. Daher prüfen wir gerade, ob wir das Angebot noch etwas erweitern können.“

Nicht nur die Not, auch der Ärger scheint bei vielen Senioren gewaltig zu sein. Warum hakt es so oft bei der telefonischen Terminvergabe über die Hotline? Schließlich hat das Land Baden-Württemberg seit Montag eine Warteliste eingeführt.

Wer nicht sofort einen Termin bekommt, wird registriert und zurückgerufen oder erhält eine E-Mail, sobald Termine verfügbar sind. Die BNN haben im Landessozialministerium nachgefragt, ob dieses System den Vorgang vereinfacht hat.

Auf der Warteliste für Impfungen stehen mehr als 50.000 Personen

„Ja, aber“, etwa so lautet die Antwort aus Stuttgart. Am Mittwochmittag standen etwa 54.200 Personen auf der Warteliste. Es sei möglich, dass man zeitweise bei der Hotline nicht durchkomme, räumt das Ministerium ein.

Alleine am Montag habe es rund 305.000 Anrufe gegeben. Ein Sprecher des Ressorts von Manne Lucha (Grüne) nennt das System stark belastet: „Das ist, wie wenn morgens 1.000 Kunden gleichzeitig einen Laden stürmen und man diese nur einzeln reinlassen kann.“

Heute Morgen haben wir es probiert - und schwupps!
Rosalinde Dorow aus Ettlingen

Die Anrufmenge werde durch einen sogenannten Limiter begrenzt, der mehrere Anläufe möglich macht. Nach Darstellung des Ministeriums verhindert man so, dass die Warteschlange überläuft, die Bandansagen nicht mehr funktionieren und das ganze System kollabiert.

Die Recall-Funktion sei bislang ausschließlich per Telefon möglich. Das Land setze im eigenen Callcenter 600 Mitarbeiter ein. „Aber bei einem Ansturm von mehr als 300.000 Anrufen ist es klar, dass nicht jeder sofort bedient werden kann“, hieß es auf BNN-Anfrage.

Sozialministerium bittet um Geduld

Entscheidend sei weiterhin die geringe Menge des Corona-Impfstoffs. „Wir könnten täglich in Baden-Württemberg 60.000 Menschen durch unsere Impf-Infrastruktur bedienen, durch den Mangel an Impfstoff sind es nur rund 7.000“, sagte der Ministeriumssprecher. „Leider ist deshalb Geduld gefragt.“

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