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Server von „hochschulstart.de” zusammengebrochen

Studienbewerber warten wegen technischer Probleme verzweifelt auf ihre Zulassungsbescheide

Am Montag sollte die zentrale Vergabe der Studienplätze in den Fächern Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Pharmazie beginnen. Doch das Portal „hochschulstart.de” ist wegen „technischer Probleme” seit Tagen nicht mehr erreichbar. Das passiert nicht zum ersten Mal.

Zahlreiche junge Menschen, die eigentlich medizinische Fächer studieren wollen, warten derzeit auf ihre Bescheide. Foto: Uwe Anspach

Der 19-jährige Robert aus dem Landkreis Karlsruhe ist verzweifelt. Kurz vor Beginn des neuen Studienjahres weiß er noch immer nicht, ob er einen Studienplatz im Fach Medizin erhält – und wenn ja an welcher Universität.

Dabei hat er die besten Voraussetzungen. Das Abitur hat er trotz Corona-Pandemie mit 1,0 bestanden und das Bewerbungsformular auf der zentralen Vergabeplattform „hochschulstart.de“ der „Stiftung für Hochschulzulassung“ vollständig ausgefüllt und fristgerecht eingereicht. Ab Montag sollten die Plätze vergeben werden und Robert seinen Zulassungsbescheid bekommen.

Doch nun sitzen er und tausende andere junge Frauen und Männer in ganz Deutschland kurz vor Beginn des neuen Studienjahres vor ihren Computern und schauen mit zunehmender Verzweiflung ins Leere. Denn in der Nacht von Sonntag auf Montag brach das Bewerbungsportal zusammen, seitdem geht auf der Homepage nichts mehr.

„Aufgrund technischer Verzögerungen bei der Bereitstellung von Zulassungsangeboten und Bescheiden steht das DoSV-Bewerbungsportal aktuell nicht zur Verfügung. Für die Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen“, heißt es lapidar.

Technische Probleme: Der Server der zentralen Studienplatzvergabe für die Fächer Medizin und Pharmazie ist zusammengebrochen. Bewerberinnen und Bewerber erfahren somit derzeit nicht, ob sie einen Studienplatz erhalten und wo sie studieren können. Foto: Screenshot BNN

Für die Studienbewerber gibt es zwar eine Service-Hotline, die von 9.00 bis 15.00 besetzt ist, doch wer dort anruft, landet in der Endlos-Schleife. Anrufer werden mit einer Ansage vom Band vertröstet: „Aufgrund der hohen Nachfrage kann leider nicht jeder Anruf direkt durchgestellt werden.“

Somit verbleibt als einzige Form der Kontaktaufnahme eine Mail-Adresse. Selbst die Fahrt nach Dortmund wäre umsonst: „Auf Grund der Corona-Pandemie ist die persönliche Bewerberberatung in Dortmund geschlossen. Eine persönliche Beratung findet vor Ort nicht statt.“ Eine Anfrage der BNN blieb unbeantwortet.

Welche Aufgaben die Stiftung hat

Die 2008 gegründete „Stiftung für Hochschulzulassung“ mit Sitz in Dortmund ist die Nachfolgerin der „Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen“ (ZVS). Diese war für alle Studiengänge zuständig, in denen es mehr Bewerber als Studienplätze gab und für die aus diesem Grund ein „Numerus Clausus“ (NC) galt, der entsprechend den Bewerberzahlen jedes Jahr für jedes Fach neu festgelegt wurde.

Von den rund 11.000 Studiengängen, die in Deutschland an rund 400 Hochschulen angeboten werden, ist die Stiftung im Gegensatz dazu nur noch für die zentrale Vergabe der Studienplätze in den Fächern Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin zuständig.

Zudem unterstützt die Stiftung die Hochschulen bei der Durchführung ihrer örtlichen Auswahlverfahren, wenn ein örtlicher NC existiert. Zurzeit werden pro Semester rund 120.000 Anträge bearbeitet.

Studienbewerber können sich im Portal registrieren und bewerben und haben die Möglichkeit, den Bearbeitungsstand ihrer Bewerbung zu verfolgen oder die Prioritäten ihrer Studienwünsche zu verändern – sofern die Homepage zugänglich ist. Keine Selbstverständlichkeit, denn gravierende Probleme mit der Software gab es in den vergangenen Jahren immer wieder.

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