Skip to main content

Trotzdem Nischenprodukt

Gin zählt auf dem deutschen Spirituosenmarkt auch dank badischer Brennereien zu den Gewinnern

Beim weltweiten Spirituosen-Konsum liegen die Deutschen nur auf dem 50. Platz. Immer beliebter wird Gin – das liegt auch an Brennereien aus dem Schwarzwald.

Gin aus dem Schwarzwald: Die Marke „Boar“ ist weltweit bei Liebhabern des Wacholderschnaps bekannt. Gin bleibt im Trend, hat am gesamten Spirituosenmarkt aber einen geringen Anteil. Foto: Tom Weller/dpa

Gin und Liköre zählen zu den Gewinnern bei Spirituosen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Auch Ouzo, Whiskey und Rum munden den Deutschen mehr. Das haben Analysen der Marktforschung Information Resources GmbH für 2019 ergeben.

Monkey 47 und Boar beflügeln den Gin-Trend

Den Gin-Hype hatten schon vor Jahren die Black Forest Distillers aus Loßburg (Landkreis Freudenstadt) mit ihrem „Monkey 47“ angeheizt – inzwischen gehört das Unternehmen zum Spirituosen-Multi Pernod Ricard. Auch die Boar Distillery aus Bad Peterstal sorgte dafür, dass die Welt mit Wacholderschnaps auch den Schwarzwald in Verbindung bringt.

Traditionsbrennereien wie Bimmerle (Oppenau) reiten ebenfalls die Gin-Welle . „Gin ist und bleibt Trend, und auch weiterhin möchte jeder an diesem Trend teilhaben“, sagt Bimmerle-Pressesprecherin Lena Leppin.

„In den letzten Jahren sind viele Genießer vom ,mal abends einen Gin Tonic trinken‘-Trinker zum Gin-Kenner mit riesiger Sammlung geworden. Von daher ist das vollständige Potenzial von Gin noch lange nicht ausgeschöpft.“

Gin ist allerdings trotz des Erfolgs ein Nischenprodukt. Er hat am Gesamtmarkt in Deutschland einen Anteil von 3,2 Prozent – das sind plus 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Liköre (28,4 Prozent), Wodka (16,1 Prozent), Korn und andere Klare (14,0 Prozent), Rum (10,9 Prozent), Whisky/Whiskey (10,4 Prozent), Weinbrand (6,5 Prozent) und Obstbrände (6,2 Prozent) folgen.

Obstbrände sind vor allem in Süddeutschland populär

Die Trinkgewohnheiten seien in Deutschland, je nach Region, unterschiedlich. „Zum Beispiel werden Liköre überproportional in Nord-Ost und in Thüringen-Sachsen genossen, während klare Spirituosen ihren Trend im Norddeutschen haben und Obstbrände gemäß der Region im Süddeutschen favorisiert werden“, so Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und –Importeure (BSI/Bonn).

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden Euro mit Spirituosen erlöst – darin sind 2,1 Milliarden Euro Alkoholsteuern enthalten. Der Pro-Kopf-Konsum lag bei 5,3 Liter (minus ein Prozent). Im internationalen Vergleich belegte Deutschland beim Pro-Kopf-Verbrauch nach Zahlen aus dem Jahr 2018 den 50. Platz.

nach oben Zurück zum Seitenanfang