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Womöglich mehrere Tiere

Fuchs im Wohngebiet in Kieselbronn: So sollten sich Anwohner jetzt verhalten

In Kieselbronn gibt es wohl einen Fuchs – einen, der allem Anschein nach auch in bewohntes Gebiet kommt und nicht sofort abhaut, wenn er auf Menschen trifft. Eine Situation, die man nicht unterschätzen sollte.

In Berlin sind in der Nacht immer mehr Füchse unterwegs. Auch in Kieselbronn könnten es mehrere sein. Foto: Annette Riedl/dpa

In Kieselbronn soll der Fuchs sogar auf dem Außenspielgelände eines Kindergartens gesichtet worden sein. Nun soll er mit Lebendfallen eingefangen werden. Ob das zeitnah klappt, ist allerdings nicht sicher.

Bürgermeister Heiko Faber will keine allzu große Hoffnung machen. Die Chancen würden von Experten eher als gering eingeschätzt, hatte er auf der Internetseite der Gemeinde geschrieben. Faber berichtet, vor rund zwei Wochen zum ersten Mal von einem Fuchs erfahren zu haben, der kaum Scheu vor Menschen zeige.

Bürger hätten angerufen und darauf hingewiesen. „Verschiedene Fotos und deren Auswertung durch unseren Jagdpächter und dessen Sohn lassen darauf schließen, dass es sich möglicherweise sogar um verschiedene Tiere handeln könnte“, war bis vor kurzem noch auf der Internetseite der Gemeinde zu lesen.

Nicht füttern - weder bewusst noch unbewusst

Nachdem er vom Fuchs erfahren hatte, nahm Faber Kontakt zu Bernhard Brenneis auf. Der Jagd- und Wildtierbeauftragte des Enzkreises hat den Bürgermeister und das Ordnungsamt beraten. Er lobt die „sehr gute Zusammenarbeit“ und erklärt: Er sehe seine Aufgabe in erster Linie in der Aufklärungs- und Informationsarbeit. Es gehe darum, die Zusammenhänge zu erklären und Verständnis zu wecken. „Das sind Wildtiere und denen muss man einen gewissen Respekt entgegenbringen“, sagt Brenneis. Dazu gehöre auch, sie nicht zu füttern – egal, ob bewusst oder unbewusst. Ein nicht abgedeckter Komposthaufen, übriggebliebenes Katzenfutter oder Fallobst unter Bäumen im Garten: All das sollte man vermeiden.

Denn manche Wildtiere haben sich mit dem Menschen arrangiert und ziehen ihre Vorteile daraus. „Wenn der Fuchs einmal gemerkt hat, dass es an einer Stelle Nahrung gibt, dann kommt er immer wieder“, erklärt Brenneis. „Warum sollte er selber jagen, wenn er alles auf dem Silbertablett serviert bekommt?“

Genauso verhält es sich mit dem Unterschlupf: Auf verlassenen Grundstücken, in alten Scheunen und Schuppen fühlen sich die Tiere wohl. Sperrt man sie nicht richtig ab, können sie sich dort einnisten. Es sei wichtig, den Fuchs nicht an die Nähe zu den Menschen zu gewöhnen. „Insbesondere Füchse kommen zunehmend in den Siedlungsraum und sorgen so mitunter für schwierige Situationen“, wird Brenneis in einer Pressemitteilung des Landratsamts zitiert.

Lebendfallen sind letztes Mittel

Eine Aussage, die er ausdrücklich nicht nur auf Kieselbronn bezieht: Füchse im Siedlungsraum anzutreffen, sei keine Seltenheit mehr. Genau das will der Wildtierbeauftragte mit seiner Aufklärungsarbeit verhindern. Das Aufstellen einer Lebendfalle wie in Kieselbronn ist für ihn die Ultima Ratio: das letzte Mittel, wenn sonst nichts mehr geht.

Um sie aufstellen zu dürfen, muss man eine Ausnahmegenehmigung erteilt bekommen. Um das Aufstellen selbst kümmern sich in der Regel die Jagdpächter, die den dafür notwendigen Sachkundenachweis erbracht haben. „Man darf sich aber nicht vorstellen, dass man die Falle aufstellt und ein paar Tage später sitzt der Fuchs drin“, erklärt Brenneis. Es brauche mehrere Fallen, die regelmäßig kontrolliert werden müssen – auch, weil andere Tiere als der Fuchs ungewollt dort gefangen sein könnten.

„Tierschutz ist bei allem das oberste Gebot“, sagt Brenneis und verweist auf die strengen gesetzlichen Regeln, die auch vorschreiben, wann ein Tier nicht gejagt werden darf: Von März bis Juli hat der Fuchs Schonzeit. Das heißt, man darf in diesem Zeitraum keine Lebendfallen aufstellen, weil die Tiere ihre Jungen aufziehen. Aktuell ist das Fangen aber erlaubt.

Bürgermeister Faber sagt, die Fallen für Kieselbronn seien bereits da. Eine sei schon aufgestellt, die anderen sollen zeitnah folgen. Auch der Bürgermeister appelliert an die Bevölkerung, dem Fuchs weder Nahrung noch Unterschlupf zu bieten.

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