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Über 50 Teilnehmer bei Critical Mass

Mit Badenudeln für den Mindestabstand sensibilisieren

Critical Mass macht sich dafür stark, dass nicht nur bei Corona, sondern auch im Straßenverkehr beim Überholvorgang ein Mindestabstand von 1,50 Metern greift.

Für einen Mindestabstand von 1,50 Metern, wenn Autos Radfahrer überholen, sprachen sich die Teilnehmer der Critical mass am Freitagabend aus Foto: Stefan Friedrich

Von unserem Mitarbeiter Stefan Friedrich

1,50 Meter Abstand: Dafür hat das Bündnis Critical Mass am Freitagabend in der Pforzheimer Innenstadt geworben. Dabei hatten sie nicht den Corona-Mindestabstand im Sinn, sondern eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung: 1,50 Meter wird dort als Mindestabstand beziffert, wenn ein Autofahrer einen Fahrradfahrer überholt.

Oft genug ist dieser nicht gegeben, weiß Peter Heissenberger vom Organisationsteam aus eigener Erfahrung. Kommen erwachsene Radfahrer damit noch halbwegs zurecht, wird es vor allem für Kinder schwierig, wenn sie in die Sogwirkung eines Autos geraten.

„Man erlebt es leider immer wieder, dass es manche einfach nicht erwarten können und noch schnell vorbeidrücken“, bedauert Heissenberger.

In Pforzheim kämpft auch der unter dem Pseudonym „Natenom“ bekannte Andreas Mandalka seit Jahren mit Abstandshalter und Videokameras für die Rechte der Radfahrer.

Autofahrer sollten nur etwas mehr Geduld bei Radfahrern zeigen

Beispiel: Nordstadt. Heissenberger selbst fährt die Strecke oft. Die Verhältnisse sind dort relativ eng und der Abstand zwischen Auto und Radfahrer gering – vor allem dann, wenn bei Gegenverkehr überholt wird. Teilweise berühren sich Auto und Rad fast, erzählt Heissenberger: „Da könnte man an die Scheibe klopfen.“ Rücksicht werde kaum noch genommen, ein „Riesen-Problem“ – und das längst nicht nur innerhalb der Stadt.

Von anderen Mitstreitern der Critical Mass weiß er, dass die Situation auch in den umliegenden Ortschaften nicht viel anders ist. „Da nehmen manche Autofahrer auch keine Rücksicht und ziehen trotz Gegenverkehr vorbei.“

Meistens gehe das gut, aber muss das wirklich sein, fragt er sich: „Was kostet es denn einen als Autofahrer, die paar Sekunden vom Gas zu gehen und danach wieder zu beschleunigen?“ Einfach mal Geduld aufbringen und andere nicht unnötig in Gefahr bringen, das wünschen sich Heissenberger und die Mitstreiter von Critical Mass in Pforzheim.



Ganz besonders im Hinblick auf Kinder. Gerade sie sind besonders davon beeinträchtigt, wenn ein Auto mit zu geringem Abstand und möglicherweise auch noch zu hoher Geschwindigkeit überholt. Dann entstehe ein Sog, der nicht ganz ungefährlich ist, gibt Heissenberger zu bedenken: „Das muss einfach nicht sein und da können wir alle daran arbeiten.“

Am Freitagabend wollte Critical Mass für dieses Problem sensibilisieren. Eigentlich hatten die Organisatoren damit gerechnet, dass dieses Mal nicht so viele mitfahren würden: Der Urlaub hat begonnen und die Hitze spielte an diesem Tag auch mit rein. Wenn´s so „knalle heiß“ ist, so Heissenberger, dann lassen manche das Fahrrad lieber stehen.

Tatsächlich waren es dann aber doch deutlich über 50 Teilnehmer, darunter auch einige, die zum ersten Mal mitfuhren, weil auch sie sich für den Mindestabstand im Verkehr einsetzen wollten.

Dass viele von ihnen in Badeklamotten erschienen sind, hatte mit dem Aufruf und einer Überraschung am Ende zu tun. Wer wollte, konnte sich nach dieser Tour – wetterbedingt wurde sie relativ einfach und mit möglichst wenig Anstrengungen verbunden gehalten – in der Enz abkühlen.

Badenudeln hatten ohnehin viele mitgebracht. „Die passen ganz gut zu unserer Aktion“, sagte Heissenberger: auch diese haben eine Länge von 1,50 Metern und waren daher bestens geeignet, den Mindestabstand auch während der Fahrt zu visualisieren.







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