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Im Orkan Lothar verwurzelt

Neuer Holzfächer für den Pforzheimer Skulpturenweg soll an Orkan Lothar erinnern

Beim neuen Lebensbaum für das Kunstsymbol Fächer beim Seehaus in Pforzheim kam es auf gut sichtbare kräftige Wurzeln an. Franz Bulander will damit an die Kraft von Orkan Lothar erinnern, der für den Skulpturenweg im Staatswald Hagenschieß eine breite Schneise schlug.

Die Thuja, die Franz Bulander jetzt beim Naturfreundehaus Lettenbrunnenhütte mit einer mobilen Säge bearbeitet, soll an die Gewalt von Orkan Lothar erinnern. Foto: Herbert Ehmann

Dem Skulpturenweg beim Pforzheimer Seehaus ist ein neuer Lebensbaum herangewachsen. Vor wenigen Tagen wurde die etwa 70 Jahre alte Thuja in der Nähe des Naturfreundehauses Lettenbrunnenhütte im Hagenschieß gefällt. Jetzt sägt Franz Bulander in den Fuß des geschmeidigen Baumes dünne Scheiben. Sie bilden die Blätter eines neuen Fächers, der ab Mitte Juli den instabil gewordenen Originalfächer hinterm Seehaus ersetzen soll.

Das Holzkunstwerk ist eine Art Symbol für den Skulpturenweg. Außerdem fungiert der Hingucker als Bindeglied zwischen der Geschichte des Seehauses, wo Bulander über 30 Jahre Forstrevierleiter war, und der Geschichte der erst kürzlich wieder erweiterten Kunstroute im Hagenschieß. Es sind Arbeiten von Manuela Tirler und Eckart Steinhauser dazu gekommen. Insgesamt können Besucher 19 Kunstwerke entdecken.

Den ersten Fächer kreierte Franz Bulander aus einem im Jahr 2000 von Orkan Lothar entwurzelten Thujabaum, wie überhaupt das Naturereignis als Geburtsstunde des Skulpturenparks angesehen werden kann. Diese erste Arbeit könnte noch lange die Blicke auf sich ziehen, gäbe es den morschen Holzfuß nicht. Er ist wegen dauernder Nässe wackelig geworden.

Holzkunstwerk soll an Orkan Lothar erinnern

Der Neun-Meter-Stamm für den neuen Fächer ist aus einem 30 Meter hohen Baum gesägt, dessen Rest als Schnittholz an eine Schreinerei geht. Die Forstverwaltung hat ihn zur Verfügung gestellt, damit Bulander ein neues „Aushängeschild für den früheren Stützpunkt Seehaus“ entfalten kann.

Dem 72-Jährigen war dabei wichtig, dass der Baum „einen deftigen Schwung bei den Wurzelanläufen hat“. Dies, so erläutert er weiter, soll „an die Naturgewalt von Lothar erinnern“.

Auch so kräftige wie elastische Lebensbäume konnten dem Orkan an Weihnachten vor fast 21 Jahren kaum etwas entgegensetzen. Wenn alles wird, wie sich das der frühere Forstamtsleiter vorstellt, sorgt die Schmiegsamkeit der Thuja ab Juli aber mit einem Schwung dafür, dass der Fächer sich optimal entfaltet und so den Blick weitet für all das, was in Folge von Lothar sonst noch entstehen konnte im Hagenschieß.

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