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Verantwortliche freuen sich über guten Start

Pforzheimer Vesperkirche funktioniert trotz Corona

Guter Start für die Pforzheimer Vesperkirche: Nach einer guten Stunde waren bereits 150 Essen vergeben. Jeweils elf Helfer kümmern sich in den nächsten Tagen darum, dass ausreichend Essenspakete verpackt sind.

Einzeln und mit ausreichend Abstand: So muss die Essensausgabe in der Pforzheimer Vesperkirche in diesem Jahr unter Pandemiebedingungen laufen. Foto: Stefan Friedrich

Mit dem Start in die Vesperkirche, die noch bis 22. Februar täglich geöffnet sein wird, sind die Mitstreiter zufrieden: Die Abläufe haben sich am Sonntag schnell eingespielt, die Besucher haben sich an Abstände und Maskenpflicht gehalten und schon in der ersten Stunde waren rund 150 Essen ausgegeben.

Die Stimmung beschreibt unter anderem Maxi Schilling, die an der Ausgabe hilft, als „wirklich positiv“. Alle Gäste seien bislang „superfreundlich und echt happy gewesen, dass sie etwas abholen können.“

Beate Eberhardt kann das nur bestätigen: „Es war ein toller Start“, fällt auch ihr Resümee nach einer knappen Stunde positiv aus. Nicht nur die Besucher seien „sehr diszipliniert“ gewesen – ganz selten haben sie daran erinnert werden müssen, dass die Maske auch über die Nase gehört – auch das Team habe gut zusammengearbeitet. „Als machen wir das schon ewig so“, bemerkt Eberhardt.

Das ist schon etwas anderes, wenn ich weiß, dass ich den ganzen Tag hier verbringen kann.
Elisabeth Schweizer, Vesperkirche Pforzheim

Dabei läuft in diesem Jahr in der Vesperkirche manches anders als gewohnt. Etwa 400 Essen sind es üblicherweise, die hier am Tag ausgegeben werden. Dieses Jahr könnten es etwas weniger sein, glaubt Elisabeth Schweizer.

Manche Besucher schauten nämlich nicht alleine aus finanziellen Gründen vorbei, sondern weil sie die Gemeinschaft genossen haben. „Viele kommen sonst, weil sie einsam sind“, weiß Schweizer. Ältere Menschen beispielsweise, die alleinstehend sind.

Bei einer Wetterlage wie am Sonntag mit verschneiten Wegen trauen sich diese aber gar nicht erst raus, nur um sich ein Essen zu holen. „Das ist schon etwas anderes, wenn ich weiß, dass ich den ganzen Tag hier verbringen, mich unterhalten oder nach langer Zeit wieder Leute treffen kann“, hat Schweizer dafür Verständnis.

Selbst manche von denen, die am Sonntag bei der Vesperkirche vorbeischauten, seien traurig gewesen, dass sie sich nicht reinsetzen dürfen und mit anderen unterhalten können.

Sicherheitskräfte passen auf

Das geht bei den notwendigen Abständen ohnehin nur bedingt. Sowohl draußen, wo sich gegen Mittag eine kleine Schlange vor der Kirche gebildet hat - nicht allzu lange und auch unter Wahrung aller Mindestabstände – als auch drinnen auf dem Weg von der Kasse durch die Kirche bis zur Ausgabe.

Sicherheitskräfte haben ein Auge darauf, dass die Menschen in allen Bereichen die Mindestabstände einhalten und auch die Masken korrekt aufgesetzt sind.

Sollte einer der Besucher übrigens ohne Maske vorbeikommen - sei es weil er keine besitzt oder sie zuhause vergessen hat: das Team der Vesperkirche kann aushelfen. Normale Masken liegen für solche Fälle immer bereit. Die sind allerdings nur für die Besucher gedacht. Die Mitarbeiter selbst tragen FFP2-Masken. Und Handschuhe. Auch hier wird nämlich alles der Sicherheit untergeordnet.

Weniger Helfer als sonst

Insgesamt elf dürfen in diesem Jahr mithelfen, deutlich weniger als sonst. „Mehr Leute dürfen hier aber nicht rein“, bedauert Schweizer. Dort, wo die Essenspakete vorbereitet werden, läuft alles an einzelnen Stationen ab: jeder Ehrenamtliche arbeitet an einer solchen. „Die einen machen die Wurst, die nächsten das Brot, die dritten Süße Stückle“, erläutert Gaby Schulz die Idee hinter der Logistik. „Das funktioniert wie eine Theke“, quasi ein Rundgang durch die Stationen mit entsprechend großem Abstand der Tische.

Zugute kommt dem Team dabei, dass es auf monatelange Erfahrungswerte aus der Suppenküche zurückgreifen kann. „Wir wussten, wie lange es dauert, etwas zu verpacken und wie viele Mitarbeiter wir dafür brauchen“, verrät Schulz, die im zehnten Jahr bei der Vesperkirche mitmacht.

Das Team war dementsprechend schnell eingespielt. Das hilft vor allem auch dann, wenn ein noch härterer Lockdown in den nächsten Tagen kommen und dazu führen sollte, dass man sich auch in der Vesperkirche noch einmal umstellen muss. „Mit der Erfahrung und der Motivation der Mitarbeiter wird das problemlos gehen“, ist Schulz überzeugt.

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