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Attraktive Adresse für neues Wohnen geplant

Zwischennutzung im alten Pforzheimer Schlachthof soll Fundament für künftige Ideen legen

Der Verein Gewerbekultur will über eine Zwischennutzung dem alten Schlachthof von Pforzheim eine Idee von Zukunft verleihen. Details dazu soll der Gemeinderat vor Ort erfahren.

Dokumentarprojekt: Anton Vester hat mit seiner Ausstellung im künftigen Domizil der Genossenschaft Gewerbekultur eine belebende Wirkung entfaltet. Foto: Harry Rubner

Was geht, wenn nur was geht im alten Schlachthof in Pforzheim, hat sich zuletzt Anfang Juli bei der Fotoausstellung von Anton Vester gezeigt. Sie brachte den Schwung zurück, wie Vorstandsmitglied Christof Grosse sagt, den die Aktiven im Verein Gewerbekultur unbedingt brauchen, wenn sie aus dem Gelände eine attraktive Adresse für neues Wohnen und Arbeiten machen wollen.

Der Elan hatte wie andernorts auch über Wochen unter Coronaviren gelitten. Das ließe sich verkraften, stünde das Projekt nicht unter Zeitdruck. Der Verein will das Gelände zum Jahresende endgültig übernehmen.

Entsprechender Bauantrag muss formuliert werden

Geradlinig wie geplant, wird das wohl nicht gelingen. Nachdem viele Prozesse auch bei der Stadtverwaltung gewissermaßen mit dem Coronavirus infiziert waren, setzt die Gewerbekultur auf eine Zwischennutzung. Das Konzept dazu sei bereits bei der Stadt vorgestellt worden. Jetzt gehe es darum, einen entsprechenden Bauantrag zu formulieren.

Bevor dies soweit ist, wollen Grosse und seine Vorstandskollegen allerdings erst einmal mit Gemeinderäten reden. Die Mitglieder des Stadtparlaments sollen in Kleingruppen eingeladen werden, um unmittelbar vor Ort zu erfahren, wie über eine Zwischennutzung ein Fundament für alles Weitere gelegt werden kann.

Im Wesentlichen setzt die Gewerbekultur auf eine Teilvermietung innerhalb der bestehenden Struktur. Auf diese Weise können nicht nur mehr gewerblich ausgerichtete Mitglieder schon mal loslegen, wenn auch nur in Interimswerkstätten und -studios.

Das Gelände insgesamt würde durch eine solche Belebung erfahrbarer. Vor allem potenzielle Genossen in spe aber auch andere könnten ein wenig an der künftigen Wohnatmosphäre schnuppern.

Studierende aus Karlsruhe legten Pläne vor

Ideen dazu, was möglich sein könnte auf dem Gelände des in den 50er-Jahren erbauten Schlachthofs, legten im Februar Studierende des Karlsruher Instituts für Technologie vor. Die angehenden Architekten hatten sich dafür mit dem 20.000 Quadratmeter großen Areal auseinandergesetzt.

Außerdem bezogen sie die Möglichkeit eines künftigen Stadtbahnanschlusses auf Höhe des Kohlebunkers und die angedachte Entwicklung im umliegenden Bestand mit ein.

Corona sorgte zwar dafür, dass „seitdem vieles auf die lange Bank geschoben“ wurde, wie Grosse sagt, untätig war der Verein allerdings nicht im vergangenen halben Jahr. So unterstreichen die Mitglieder die Ernsthaftigkeit ihres Vorhabens durch Eigeninitiative bei der Ertüchtigung der Räume.

18.000 Euro zur Unterstützung von inklusivem Wohnen bewilligt

Auch Förderanträge sind oder werden gestellt. 18.000 Euro zur Unterstützung von inklusivem Wohnen sind bereits bewilligt. Die Beratung dafür leisten laut Christof Weisenbacher vom im Juli neu gewählten Gewerbekultur-Vorstand eine festangestellte Kraft sowie eine Mitarbeiterin der DAK-Krankenkasse.

Die Gewerbekultur will natürlich auch an das bisherige Kulturprogramm anknüpfen. So wird wie bereits früher berichtet zum 17. und 18. Oktober das „Atelier 2020“ eingerichtet. Wer die denkmalgeschützte Sheddachhalle des alten Schlachtshofs und die anderen Gebäude davon unabhängig besichtigen will, kann dies immer am letzten Sonntag eines Monats tun.

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