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Auslosung

Der KSC und seine möglichen Gegner im DFB-Pokal: Freiburg, Leipzig, Hannover – Hauptsache Berlin

Wer wird es? Das ist am Sonntag beim Karlsruher SC die große Frage. Vier Clubs aus der Bundesliga und drei Zweitliga-Rivalen kommen als mögliche Gegner im Viertelfinale des DFB-Pokals in Betracht.

Objekt der Begierde: Der Traum von einer Sensation im DFB-Pokal ist für den KSC noch nicht ausgeträumt. Am Sonntagabend werden die Viertelfinalpaarungen feststehen. Foto: Uwe Kraft/imago images

Ob der „Felix“ dem Karlsruher SC Glück bringt, muss sich am Sonntag (ab 19.15 Uhr) bei der Auslosung in der ARD-Sportschau zeigen. Dann werden sie beim Fußball-Zweitligisten Felix Neureuther gespannt auf dessen Finger schauen.

Das frühere Ski-Ass wird acht Mal in den Topf mit den Kugeln selbiger Anzahl greifen und so die Paarungen für die Runde der letzten Acht im DFB-Pokal ermitteln. Seit 25 Jahren sind die Badener nicht mehr so weit gekommen.

Karlsruhes Trainer Christian Eichner wünscht sich nach den Auswärtssiegen in Lotte (4:1), Leverkusen (2:1) und bei 1860 München (1:0) zur Abwechslung nur eines: ein Heimspiel. Die möglichen Gegner im Überblick:

Hamburger SV: Und ewig reizen K.-o.-Duelle mit dem HSV. Doch für den 1. Juni 2015, als der KSC in der Relegation dramatisch an der Schwelle zur Bundesliga scheiterte, werden die Gemüter rund um den Wildpark so bald niemals Genugtuung finden. Zudem gibt es die Partie seit dem Fall der Hanseaten aus dem Oberhaus im Frühjahr 2018 Jahr für Jahr, und in dieser Saison stünde das Duell sogar insgesamt vier Mal an. Im Hinspiel in der Liga hatten sich die alten Bekannten im November 1:1 getrennt. Während des Trainingslagers verloren die Badener in Spanien Anfang Januar mit 1:3. Mitte April sind die Mannschaften im Volksparkstadion schon fest verabredet. Tim Walter, der HSV-Coach, ging aus dem Nachwuchszentrum des KSC hervor. Hamburgs Mittelfeldspieler Jonas Meffert war in der Relegation vor sechseinhalb Jahren die tragische Figur beim KSC und nun ein Leistungsträger für den HSV beim Achtelfinalerfolg über den 1. FC Köln, der nach Elfmeterschießen feststand.

VfL Bochum: Wer Bayer Leverkusen schlägt, muss den VfL Bochum nicht fürchten. So könnte KSC-Coach Eichner denken. Doch läge er damit auch richtig? Der Bundesligist, der sich im Tabellenmittelfeld bewegt, setzte sich im Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 durch. Das Team der Westfalen verfügt über eine schwer zu knackende Defensive und wäre alles andere als ein dankbarer Gegner für die Blau-Weißen. Außerdem gibt es da das Gesetz der Serie, das nicht für die Karlsruher spräche. Dreimal schon trafen der KSC und der Leib- und Magenclub des Songpoeten Herbert Grönemeyer aufeinander. Jedes Mal, 1968, 1988 und wieder 2006, spielte der VfL daheim – und gewann. Im jüngsten Fall, in der zweiten Runde im Oktober 2006, stand der heutige Torwarttrainer Markus Miller im KSC-Tor und Eichner verteidigte links vor ihm. Kurios: Massimilian Porcello traf zwar zweimal für den KSC, das tat der im Wildpark ausgebildete Heiko Butscher aber auch. Für Bochum. Das Ende: 3:2.

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FC St. Pauli: Die Kiez-Kicker sind in dieser Saison bislang die führende Fußball-Macht in Hamburg. Beim HSV fuchst sie das am meisten, was Fußballfreunde um Karlsruhe wiederum klasse finden. Gegen Pauli, derzeit Tabellenzweiter der Zweiten Liga, verlor der KSC in der Hinrunde mit 1:3. Im Pokal trafen die Clubs noch nie aufeinander. So wäre diese Konstellation eine Premiere. Müsste Eichners Mannschaft nach Hamburg, könnten sie im Prinzip dort auch die Hotelzimmer gleich behalten. Denn in der Liga treffen die Clubs am Millerntor am darauffolgenden Wochenende, also am 5. März, sowieso aufeinander. Der Trainer Timo Schultz hat Pauli in Griff und einen Guido Burgstaller vorne drin, den in dieser Saison kein Zweitliga-Torjäger übertrifft. 15-mal traf er in der Liga, zweimal auch in der ersten Pokalrunde gegen den 1. FC Magdeburg (3:2). Danach, sowohl gegen Dynamo Dresden (3:2) und beim Überraschungscoup im Achtelfinale gegen Borussia Dortmund (2:1), richteten es andere.

Hannover 96: In der Liga läuft es für die Niedersachsen nicht so flauschig, dafür war 96 nach dem Achtelfinale in aller Munde. Immerhin kickte der Tabellen-13. aus der Zweiten Liga den erstklassigen Krisenfall Borussia Mönchengladbach aus dem Cup. Und das noch nicht einmal knapp, sondern mit einem 3:0. Davor waren die Amateure aus Norderstedt und die Zweitliga-Konkurrenz aus Düsseldorf an Hannover abgeprallt. Dessen Trainer Christoph Dabrowski war Ende November noch nicht in der Verantwortung gestanden, als die 96er im Wildpark mit 4:0 aufs Übelste rasiert wurden. Damals war es gleichzeitig das Ende seines Vorgängers Jan Zimmermann. Die Reißleine hatte Eichners Schwager zu ziehen. Marcus Mann ist Sportdirektor bei den Hannoveranern. Das jüngste der insgesamt drei gemeinsamen Pokal-Duelle war für den KSC das schönste: Im August 2019 schickte er nach den Treffern von Lukas Grozurek und Marvin Wanitzek den alten Bundesliga-Rivalen geschlagen heimwärts.

RB Leipzig: Ein Auswärtsspiel im Zentralstadion, fraglos wäre das nicht die schönste Aussicht für den KSC. Doch auch hier würden die alten Weisheiten wieder gelten, denen zufolge auch ein Pokalspiel bei null beginnt und erst ausgespielt werden müsste. Von den Marktwerten her könnte keine andere Konstellation die Favoritenfrage deutlicher beantworten als diese. Der Kader von Rasenballsport hat einen Gesamtmarktwert von 478 Millionen Euro, der des KSC wird demgegenüber mit 14,8 Millionen Euro beziffert. Mehr David gegen Goliath ginge kaum. Und dennoch: In der Liga liegt RB derzeit hinter Bayer Leverkusen – und auch hinter Union Berlin und dem SC Freiburg, die ebenfalls als Karlsruher Viertelfinalgegner möglich wären. Dass RB sich mit dem KSC auseinandersetzten musste, ist lange her. Am vorletzten Spieltag der Zweitliga-Saison 2015/16 war das, nach dem 2:0 stand Leipzig als Aufsteiger fest. Marcel Halstenberg, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen standen schon damals in Leipziger Reihen.

Union Berlin: Berlin, Berlin, vielleicht fährt der KSC wieder nach Berlin. Zum Finale am 21. Mai wäre das seinen Spielern und Fans natürlich am liebsten. Im Achtelfinale haben die Eisernen etwas getan, was bei KSC-Anhängern nicht gut ankommt. Sie warfen Stadtrivale Hertha BSC raus. Für KSC-Torwart Marius Gersbeck, gebürtiger Berliner, ehemaliger Herthaner und Freund beider Fankurven wäre dieses Los daher reizvoll. Neidlos anzuerkennen hat auch er: Union spielt im Oberhaus die Geige, die Hertha gerne spielen würde. Beim Bundesliga-Vierten ist nach wie vor Grischa Prömel ein Fixpunkt vor der Abwehr. 2017 war er vom KSC nach Köpenick gegangen. In der Auftaktrunde des DFB-Pokalwettbewerbs 2020/21 hat er seinem Karlsruher Ex-Club ja schon einmal weh getan. Er, aber noch viel mehr ein anderer, der sogar in der U17 und in der U19 das KSC-Trikot trug: Nico Schlotterbeck, traf im September 2020 in der 118. Spielminute für Union und sicherte den Berlinern das Weiterkommen.

SC Freiburg: Ja, die Freiburger. Das wäre so ein Ding. Die Südbadener geben das beste Vorbild für das ab, was sie beim KSC selbst gerne immer auf die Beine gestellt hätten. Im Breisgau verschmelzen Fußball-Expertise, sportliche Stabilität und Gelassenheit zu einem stimmigen Ganzen. Zehn Jahre lang gibt Christian Streich nun schon die Taktik vor, und die Freiburger fliegen hoch. Aktuell findet man sie auf Platz fünf der Bundesligatabelle. Mit einem 4:1 über die TSG Hoffenheim qualifizierten sie sich für die nächste Runde, in der ihnen eine Verabredung mit dem KSC vielleicht gar nicht mal so unrecht käme. Im Pokal haben die Vereine zuletzt im Dezember 2012 miteinander zu tun gehabt. Streichs Truppe siegte seinerzeit, es war das Achtelfinale, mit 1:0, weil Jonathan Schmid schon in der zweiten Spielminute zuschlug und die Heimelf im Wildpark mit Rouwen Hennings und Koen van der Biezen das Ding nicht mehr gedreht bekam. Schmid gibt es in Freiburg immer noch.

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