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Niederlage im Topspiel

Baden Volleys verpassen den Sprung an die Spitze nur knapp

Erst ein glattes 3:0 gegen Friedrichshafen, dann ein Krimi beim Spitzenspiel beim TSV Mimmenhausen: Die Baden Volleys schrammen an Platz eins vorbei.

Jens Sandmeier (Baden Volleys). Foto: Markus Gilliar GES/Markus Gilliar

Zwar dürfen die Zweitliga-Volleyballer der Baden Volleys SSC Karlsruhe ja trotz des novemberlichen Sport-Lockdowns weiterspielen. Aber was ist schon gewiss in Zeiten wie diesen?

„Wir machen ein Sechs-Punkte-Wochenende und beenden die Runde auf Platz eins“, hatten Jonathan-Leon Finkbeiner und Philipp Scholz im Volleys-Podcast die prophylaktische Marschroute ausgegeben vor dem Doppelspieltag und dem Gipfeltreffen beim TSV Mimmenhausen. Vorneweg: Es wurde „nur“ ein Vier-Punkte-Wochenende.

Mimmenhausen gewinnt im Tie-Break

Mimmenhausen war in der Vorsaison ja Abbruch-Meister geworden vor den Baden Volleys, das direkte Duell der Landes-Rivalen dabei Corona zum Opfer gefallen. An diesem Sonntag nun begegneten sich die beiden Kontrahenten in der neuen Saison unter gleichen tabellarischen Voraussetzungen - an denen sich nach der knappen 2:3(25:18, 20:25, 23:25, 25:22, 17;19)-Niederlage der Karlsruher vorerst auch nichts änderte.

In einem hochklassigen und am Ende dramatischen Spitzenspiel, das wie alle bisherigen Zweitliga-Duelle der beiden Clubs über fünf Sätze ging, wehrten die Volleys im fünften Satz drei Matchbälle ab - zwei eigene ließ die Mannschaft von Trainer Antonio Bonelli beim Stand von 15:14 und 16:15 ungenutzt. „Leider haben die etwas Glücklicheren gewinnen können“, sagte Bonelli, „denn wir waren am Ende des fünften Satzes die bessere Mannschaft.“

Volleys zwei Punkte hinter dem TSV

In der Tabelle liegen die Karlsruher nun zwei Punkte hinter dem TSV, den die Volleys bei einem Erfolg hätten stürzen können. Die Grundlage dafür hatte das Team um den erneut überzeugenden Kapitän Jens Sandmeier am Samstag in der heimischen OHG-Sporthalle gelegt. Vor leeren Rängen lösten die Baden Volleys die Pflichtaufgabe gegen das Internatsteam der Youngstars Friedrichshafen beim glatten 3:0(25:19, 25:19, 25:22) insgesamt souverän.

Gegen den TSV gelang den Volleys dann gut 24 Stunden später ein perfekter Start. Der erste Satz war zeitweise eine Machtdemonstration der Gäste, die hochkonzentriert auftraten und Mimmenhausen vor große Probleme stellten. Ein bärenstarker Doppelblock von Laurin Derr und Felix Roos zum 10:8 war der Startschuss für eine beeindruckende Serie, in der die Volleys mit druckvollen Angaben und kernigen Angriffen über 15:11 und 20:13 vorentscheidend zum ersten Satzgewinn davonzogen.

Mimmenhausen antwortet stark

Die Antwort der Hausherren um Ex-Nationalspieler Christian Pampel ließ im zweiten Durchgang aber nicht lange auf sich warten. Nun war es der TSV, der die Volleys schwer unter Druck setzte. Auf 12:6 zogen die Mimmenhausener schnell davon, ehe die Karlsruher auch dank starker Aufschläge von Lukas Jaeger bemerkenswert zurückkamen und die Partie beim 15:15 wieder ausgeglichen war.

In der Schlussphase jedoch verloren die Volleys wieder den Spielfaden - Mimmenhausen nutzte diese Gunst im Stil eines Spitzenteams aus und nahm den Schwung auch mit in den dritten Satz. Der verlief zwar zunächst ausgeglichen, nach dem 7:7 aber gab es ein Bruch im Volleys-Spiel, der TSV zog über 12:7 auf 17:11 davon. Mit einer großen Energieleistung schmetterten sich die Karlsruher zurück in die Partie - konnten sich aber dafür beim letztlich knappen 23:25 nicht belohnen.

Volleys kommen stark zurück

Im vierten Durchgang präsentierten sich die Volleys dann von Anfang bis Ende von ihrer allerbesten Seite. Die Gäste führten von Beginn an, lagen fortan meist drei, vier Punkte vorne und glichen so verdient aus. Im Tie-Break schenkten sich beide Teams nichts - am Ende jubelte Mimmenhausen vor der leeren, sonst berüchtigten „Black Wall“ in der Salemer Halle.

Auf die neuen Geister-Bedingungen hatten sich die Volleys schon am Tag zuvor bei der letztlich souverän gelösten Pflichtaufgabe gegen das Friedrichshafener Internatsteam einstellen können. „Es ist etwas schwerer in den Rhythmus zu kommen, man muss sich halt mehr selbst pushen“, sagte Mittelblocker Leon Zimmermann, der nach dem glatten Erfolg gegen seine Ex-Kollegen zum besten Spieler der Partie gewählt worden war.

Trainingsspiel-Atmosphäre beim 3:0 gegen Friedrichshafen

Bei Trainingsspiel-Atmosphäre setzte Coach Bonelli viele Akteure aus der zweiten Reihe ein, der Sieg geriet dennoch nie in Gefahr. „Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, auch wenn es ein wenig zäh war“, sagte Mittelblocker Laurin Derr, der dann mit Blick auf das Topspiel schon mutmaßte, dass sich die Geisterkulisse in der sonst stimmungsvollen Arena in Salem möglicherweise als ein Vorteil für die Karlsruher entpuppen könnte. Der Sprung an die Spitze gelang dennoch nicht - die Runde aber ist ja noch nicht zu Ende.

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