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Sensation in Bühl

Bisons beenden die Berliner Serie und führen nun die Volleyball-Bundesliga an

Vom Abstiegskandidaten zum Tabellenführer: Die Bisons Bühl stehen nach dem völlig überraschenden Coup gegen den Top-Favoriten aus Berlin in der Bundesliga-Tabelle ganz oben. Zuschauer durften das Spektakel nicht vor Ort verfolgen.

Abgeblockt: Alpar Szabo (links) und Tomas Lopez wehren den Angriff von Berlins Benjamin Patch ab und sichern so den ersten Satzgewinn der Bisons Bühl. Foto: Thomas Steuerer

Für Oliver Stolle war die Sache klar. „Der Hexenkessel wäre jetzt in Schutt und Asche gelegen“, meinte der Manager des Volleyball-Bundesligisten Bisons Bühl nach dem in vielerlei Hinsicht denkwürdigen Duell gegen die Berlin Volleys. Nicht etwa knapp und glücklich, sondern vollkommen verdient schlugen die in der vergangenen Saison auf einem Abstiegsplatz gelandeten Bisons die deutsche Nummer eins mit 3:1 (25:22, 25:18, 26:28, 25:22). Es war auf nationaler Ebene die erste Niederlage der Berliner seit dem 5. Mai 2019. Auf das damalige 1:3 in der Finalserie um die deutsche Meisterschaft gegen Friedrichshafen folgten 24 Siege in Serie.

Berlin wird hier fast chancenlos aus der Halle gefegt.
Stefan Zachmann, Bisons-Gesellschafter

Den Konjunktiv musste Stolle im Anschluss bemühen, da wegen der Corona-Pandemie erstmals ein Bisons-Heimspiel ohne Zuschauer ausgetragen wurde und Emotionen somit fast ausschließlich auf und am Spielfeld zu sehen und hören waren. Auf der Tribüne der Großsporthalle verteilten sich nur rund 20 Personen, neben Sicherheitskräften und Medienvertretern auch Bisons-Gesellschafter wie Stefan Zachmann. Dieser fieberte sichtlich mit und fasste sich immer wieder ungläubig an den Kopf.

Solch eine beinahe perfekte Darbietung seines Teams hatte der Volleyball-Standort Bühl, mittlerweile in der zwölften Saison erstklassig, selten erlebt. „Berlin wird hier fast chancenlos aus der Halle gefegt“, stellte Zachmann nach dem verwandelten Matchball unwidersprochen fest.

Lopez wieder der gefeierte Mann

Wie beim unerwarteten Auftaktsieg in Lüneburg eine Woche zuvor sorgte der neue Außenangreifer Tomas Lopez für die entscheidenden Punkte. Beim Stand von 21:21 im vierten Satz blockte der Argentinier zwei Schläge der Gäste und erzwang danach mit seinem Angriff zum 24:21 drei Matchbälle. Den folgenden Block von Tim Stöhr sahen die Schiedsrichter noch im Aus, kurz darauf war nach der Angabe von Berlins Cody Kessel ins Netz die Partie nach knapp zwei Stunden beendet. Ekstatisch hüpften die Bisons-Akteure daraufhin über das Feld und feierten vor allem Lopez, der wie sein ebenfalls starker Teamkollege Niklas Kronthaler auf 15 Punkte kam.

Berliner mit katastrophaler Aufschlag-Bilanz

Für Berlin erzielte Diagonalangreifer Benjamin Patch zwar 19 Punkte, doch das genügte nicht, um die zunehmend wie im Rausch agierenden Bisons zu stoppen. Zudem profitierten die Bühler von einem katastrophalen Aufschlag der Gäste, die allein in dieser Kategorie 25 Fehler produzierten. Entsprechend verärgert war deren erfolgsverwöhnter Trainer Cedric Enard: „Heute haben wir gesehen, was passieren kann, wenn wir nicht bereit sind, um ans Limit zu gehen. Die Spieler waren wohl etwas überrascht von dem Kampf, der uns hier erwartet hat.“

Nachholspiel gegen Unterhaching am Mittwoch

Bühls Trainer Alejandro Kolevich analysierte die Galavorstellung seines Teams eher nüchtern. „Meine Mannschaft hat sehr gut im Block gearbeitet. Wir haben gezeigt, dass wir hier in Bühl schwer zu schlagen sind.“ Am Mittwoch (19 Uhr) folgt für die Bisons das nächste Heimspiel. In die Nachholpartie gegen Aufsteiger TSV Unterhaching gehen die Bühler als Tabellenführer.

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