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Volleyball-Bundesliga

Bisons Bühl bangen vor Duell gegen Pokalsieger Frankfurt um den Einzug in die Play-offs

Siegen oder zittern heißt es am Samstag für den Volleyball-Bundesligisten Bisons Bühl. Nur mit einem Erfolg im letzten Spiel der Hauptrunde gegen die United Volleys Frankfurt ist die Teilnahme an den Play-offs sicher.

Zugriff am Netz: Die Bühler Edvinas Vaskelis und Paul Henning (rechts) wehrten sich im Hinspiel gegen Frankfurts Angreifer Tim Grozer, konnten die 1:3-Niederlage in der Fraport Arena aber nicht verhindern. Foto: Marcel Lorenz/imago images

Für ein Saisonfazit ist es noch zu früh, doch Oliver Stolle ist durchaus bewusst, dass die so erfolgreich begonnene Saison für die Bisons Bühl ein schlechtes Ende nehmen könnte. „Es wäre schade, wenn wir nach dem tollen Start noch auf den neunten Platz durchgereicht würden“, sagt der Manager des Volleyball-Bundesligisten vor dem letzten Spiel der Hauptrunde am Samstag (19 Uhr) gegen die United Volleys Frankfurt.

Nach vier Siegen zum Auftakt standen die Bühler zwischenzeitlich an der Tabellenspitze, jetzt droht das Verpassen der Play-offs. Nur ein Sieg garantiert den Einzug in die Endrunde, im Fall einer Niederlage sind die Bisons auf fremde Hilfe angewiesen. Giesen dürfte dann nicht gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen gewinnen. „Auf dieses Pferd wollen wir aber nicht alle Hoffnungen setzen“, so Stolle.

Euphorie nach erstem Titelgewinn

Der erfahrene Kenner der Volleyball-Szene weiß, dass es darauf hinauslaufen könnte. Denn die Bisons gehen gegen Frankfurt nicht als Favorit ins Spiel. Im Gegenteil. Frankfurt kommt mit der Euphorie des ersten Titels der noch jungen Club-Geschichte nach Bühl. Am vergangenen Sonntag setzten sich die Hessen im Pokalfinale in Mannheim mit 3:0 gegen Königs Wusterhausen durch.

„Das beflügelt natürlich unheimlich“, meint Stolle. Am Mittwoch folgte gegen den Bundesliga-Tabellenführer Friedrichshafen ein weiterer starker Auftritt, der bei der 2:3-Niederlage immerhin mit einem Punkt belohnt wurde. „Wir haben ihre Annahme konstant unter Druck gesetzt“, sagte Frankfurts Trainer Juan Manuel Serramalera nach der Partie.

Das ist wirklich ein brutales Programm, das die anderen nicht haben.
Juan Manuel Serramalera, Trainer United Volleys Frankfurt

Für Frankfurt ist mit einem klaren Sieg in Bühl und drei Punkten noch der Sprung von Platz sechs auf fünf möglich, was eine deutlich bessere Ausgangslage in den Play-offs bedeuten würde. Gegner im Viertelfinale wäre dann Herrsching statt Berlin. Die Frage wird sein, ob die United Volleys dafür im dritten Spiel innerhalb von sechs Tagen alles aufbieten oder ihre wichtigen Kräfte für die bereits am Mittwoch beginnende Endrunde schonen.

„Das ist wirklich ein brutales Programm, das die anderen nicht haben“, sagt Serramalera. Der argentinische Außenangreifer Rodrigo Quiroga fehlte zuletzt verletzt, und auch Nationalspieler Tim Grozer scheint angeschlagen. „Er hat sich im Spiel gegen Friedrichshafen mehrfach an die Schulter gefasst“, berichtet Bisons-Manager Stolle. „Sie sind müde, aber eingespielt. Für uns wird das auf jeden Fall eine harte Nummer.“

Zwei Niederlagen im direkten Vergleich

Nicht nur die aktuelle Form spricht für Frankfurt, sondern auch der Saisonverlauf. Während Bühl nach dem famosen Auftakt kaum noch punktete, steigerten sich die Hessen nach einem schwachen Auftakt kontinuierlich.

Die beiden bisherigen Duelle gegen die Bisons im Pokal-Viertelfinale und im Liga-Hinspiel gewann Frankfurt jeweils mit 3:1, in beiden Vergleichen entschied Bühl den ersten Satz für sich. Den Unterschied machte Frankfurts Diagonalangreifer Daniel Malescha, der in beiden Partien auf 25 Punkte kam und auch zuletzt gegen Friedrichshafen mit 20 Punkten glänzte.

Die Jungs sollen mit freiem Kopf aufspielen, wir haben nicht den größten Druck.
Oliver Stolle, Manager Bisons Bühl

Druck aufbauen will Bisons-Manager Stolle angesichts dieser Kräfteverhältnisse nicht. „Die Jungs sollen mit freiem Kopf aufspielen, wir haben nicht den größten Druck.“ Beim Personal kann Bisons-Cheftrainer Alejandro Kolevich auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Ein wichtiger Faktor dürfte sein, ob Tomas Lopez nach seiner Verletzungspause an seine zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen kann. Zuletzt bei den beiden 0:3-Niederlagen in Düren und gegen Lüneburg war dies dem Argentinier nicht gelungen.

Für gleich drei Bühler kommt es indes zum Wiedersehen mit ihrem früheren Club. Libero Florian Ringseis spielte 2015 bis 2017 für die United Volleys, Zuspieler Stefan Thiel und Mittelblocker Paul Henning besuchten das Frankfurter Volleyball-Internat. Auf der anderen Seite trugen die Frankfurter Noah Baxpöhler und Mario Schmidgall bereits das Bisons-Trikot. Außenangreifer Tim Stöhr zog sich im Training eine Verletzung am rechten Sprunggelenk zu und fällt aus.

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