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Nach dem Bundesliga-Rückzug

Volleyballer des TV Bühl gehen mit völlig verändertem Personal in die Drittliga-Saison

Zwölf Jahre lang schlugen die Volleyballer des TV Bühl in der Bundesliga auf. Nach dem wirtschaftlich begründeten Rückzug aus dem Oberhaus wagt der TVB nun einen Neustart in der Dritten Liga – mit völlig verändertem Personal.

Die Volleyballer des TV Bühl gehen mit dem neuen Trainer Uwe Dienst (Mitte) und jungen Spielern in die Drittliga-Saison. Foto: Oliver Stolle

Nach dem Rückzug aus der Bundesliga sind die Volleyballer des TV Bühl in der Saison 2021/22 zwar nur noch auf drittklassigem Niveau unterwegs, zumindest indirekt mischen die Bühler allerdings noch in höheren Ligen mit.

Den Hallenboden verkauften die Bühler an den deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen, der diesen für seine „Heimspiele“ in der ratiopharm Arena in Ulm nutzt.

So kommt es bald auch zu Champions-League-Spielen auf „Bühler Boden“. Immerhin zweitklassig unterwegs ist die LED-Bande des TV Bühl, die an den Zweitligisten VC Gotha ausgeliehen wurde.

Ex-Spieler der Bisons Bühl bleiben in der Volleyball-Bundesliga

Auch die meisten Profis aus dem bisherigen Bisons-Kader fanden einen adäquaten Anschluss nach dem bitteren Aus in Bühl. In der Bundesliga bleiben beispielsweise Stefan Thiel (Friedrichshafen), Tim Stöhr (Lüneburg) und Paul Henning (Frankfurt).

Das erstklassige Kapitel abgehakt hat indes der ehemalige Bisons-Manager Oliver Stolle, der sich nun wie bereits seit 2016 als Abteilungsleiter um den Neuanfang in der Dritten Liga kümmert.

Neustart beim TV Bühl: Trainer Dienst kehrt zurück aus Kanada

Vor allem Nachwuchsspielern soll auf drittklassigem Terrain eine Perspektive geboten werden. „Wenn wir den Jugendlichen, die wir in den vergangenen Jahren im Verein ausbildeten, nicht die Chance geben, sich auf gehobenem Niveau mit anderen Teams zu messen, dann sind sie weg. Verloren für den Verein und den Volleyball insgesamt“, sagt Hans-Peter Pflüger, der in der bevorstehenden Saison als Trainer der zweiten Mannschaft (Verbandsliga) für den Unterbau des Drittligateams verantwortlich ist.

Die Drittliga-Mannschaft übernahm in Uwe Dienst ein Bühler Eigengewächs, der nach drei Jahren im kanadischen „Exil“, wo er als Trainer der Trent University in der Ersten Liga unterwegs war, wieder in der Heimat die Fäden ziehen wird.

Viele Talente und einige Routiniers in der Bühler Drittliga-Mannschaft

Im Kader der künftigen Drittliga-Mannschaft stehen vor allem Nachwuchsakteure, die zuletzt in der Oberliga im Einsatz waren und dort durchaus für Furore sorgten. Ergänzt wird der Kader durch zwei kanadische Routiniers, die Dienst mit nach Bühl gebracht hat. Vor allem Ex-Profi Alex Duncan-Thibaut (unter anderem mit Rottenburg in der Bundesliga aktiv) soll als Co- und Nachwuchs-Trainer eine ganz besondere Rolle einnehmen.

Zuspieler Thomas Martin, laut Dienst Zuspieler Nummer eins in Kanada, soll ein Auge auf die Steller der ersten und zweiten Mannschaft werfen. Hinzu kommen der schwedische Nachwuchsspieler Tim Johansson sowie das polnische Talent Kacper Kalucki, die die Bühler Eigengewächse der Jahrgänge 2000 bis 2002 beim nächsten Schritt hin zu höheren Aufgaben unterstützen sollen, sowie Florian Esly und Tobias Kaletta zwei „alte Bühler“, die reaktiviert wurden.

Saisonstart für die Volleyballer des TV Bühl am 2. Oktober in Rottenburg

„Durch Covid sind wir sehr weit auseinander, was Fitness und spielerisches Level angeht“, sieht Dienst die Herausforderung vor allem darin, aus den zur Verfügung stehenden Spielern eine homogene Einheit zu formen. Testspiele gegen erfahrene Mannschaften sollten helfen, das Team schnell auf Betriebstemperatur zu bringen und bis zum Saisonstart am 2. Oktober beim einstigen Erstliga-Rivalen Rottenburg eine Stammsechs zu finden.

Wir erwarten, dass die Mannschaft oben mitspielt.
Oliver Stolle, Abteilungsleiter TV Bühl

Dienst ist guter Dinge, die Aufgabe meistern zu können. Als Bühler Eigengewächs (ab der E-Jugend im Verein) verbuchte er als Spieler und Trainer zahlreiche Erfolge – 2009 mit dem Oberliga-Team Mannschaft des Jahres in Bühl – und er kennt somit Stadt und Verein sehr gut. „Wir erwarten, dass die Mannschaft oben mitspielt“, sagt Abteilungsleiter Stolle.

Das Thema Aufstieg nimmt er bewusst nicht in den Mund, obwohl die Infrastruktur freilich für höhere Ebenen geeignet wäre. Beim Budget allerdings ist der TVB sehr weit von den Bundesliga-Zeiten entfernt. Genaue Zahlen nennt Stolle nicht, man sei aber im fünfstelligen Bereich unterwegs.

Fanclubs und einige Sponsoren sind beim Volleyball-Neustart im Bühl dabei

Erfreulich ist, dass beim Neustart wieder auf die Unterstützung des Fanclubs gesetzt werden kann und dass auch einige Sponsoren der vergangenen Jahre noch immer mit an Bord sind. Nicht zuletzt kann auch noch das Equipment der Bundesliga-Mannschaft weiter genutzt werden. „Das alles hilft uns enorm“, sagt Pflüger, der ebenfalls voller Tatendrang ist und mit der sehr jungen zweiten Mannschaft (Jahrgänge 2000 bis 2004) den Aufstieg in die Oberliga als Ziel ausgegeben hat.

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