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Karlsruher Verkehrsverbund

KVV-Kunden mit Jahresabo fahren zwei Wochen lang in ganz Deutschland gratis

Während der Corona-Pandemie gingen die Fahrgastzahlen in den Bussen und Bahnen stark zurück. Dennoch hielten die Verkehrsbetriebe ihr Angebot aufrecht. Nun sagen die Verkehrsverbünde Dankeschön und belohnen die Besitzer von Jahresabos.

Ein Danke-Schön für treue Kunden: Besitzer von KVV-Jahresabos können im September zwei Wochen lang in allen anderen Verkehrsverbünden Deutschlands kostenlos fahren. Foto: Paul Gärtner/KVV

Der Karlsruher Verkehrsverbund KVV belohnt seine Kunden, die ihm während der Corona-Pandemie die Treue gehalten und trotz zweier Lockdowns, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten ihre Abonnements für Zeitkarten nicht gekündigt haben.

Alle Besitzer eines gültigen KVV-Jahresabos können im Zeitraum vom 13. bis 26. September bundesweit kostenlos in allen deutschen Verkehrsverbünden fahren. Zudem haben sie die Möglichkeit, eine Bahncard 25 der Deutschen Bahn verbilligt zu kaufen.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hatte vor wenigen Tagen auf einer Pressekonferenz in Berlin die Aktion angekündigt, allerdings offengelassen, welche Verkehrsverbünde sich daran beteiligen werden. „Es wird am Ende eine Deutschlandkarte ohne weiße Flecken geben“, zeigte sich VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff zuversichtlich, dass es keinen Verweigerer geben werde.

Auf BNN-Anfrage bestätigte KVV-Sprecher Michael Krauth nun, dass der regionale Verkehrsverbund an der Aktion mitmachen und seinen Kunden damit ein kleines Dankeschön gewähren wolle. Voraussetzung ist, dass sich alle Inhaber eines Jahresabos auf einer Internetseite anmelden müssen, die allerdings noch aufgebaut wird.

Den Sommer über gratis fahren - in ganz Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es in diesem Sommer darüber hinaus zusätzlich die Aktion „bwAboSommer“. Kunden mit einem KVV-Jahresabo können vom 29. Juli bis zum 12. September den Öffentlichen Personennahverkehr in ganz Baden-Württemberg kostenlos nutzen.

Die Corona-Pandemie reißt gleichwohl tiefe Löcher in die Bilanzen der Nahverkehrsbetriebe. Laut VDV-Präsident Ingo Wortmann ging die Zahl der Fahrgäste während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 um 64 bis 80 Prozent zurück, im zweiten Lockdown im Winter 2020/2021 und Frühjahr 2021 noch einmal um 35 bis zu 80 Prozent. Mittlerweile haben sich die Fahrgastzahlen im Bundesdurchschnitt auf 52 Prozent des Vor-Corona-Niveaus eingependelt.

Bei den Einzeltickets gingen die Einnahmen im ersten Lockdown um knapp 80 Prozent zurück, bei den Abos um etwa 13 Prozent. Um die Defizite aller Verbünde von 3,3 Milliarden Euro 2020 und 3,6 Milliarden Euro in diesem Jahr auszugleichen, haben Bund und Länder einen Rettungsschirm mit einem Volumen von sieben Milliarden Euro aufgespannt.

KVV erhielt 30 Millionen Euro aus dem Corona-Rettungsschirm

Auch den KVV trafen die Einnahmeverluste schwer. So waren nach Angaben von KVV-Sprecher Michael Krauth in den ersten Monaten der Pandemie zeitweise nur noch 20 bis 25 Prozent der sonst üblichen Fahrgäste in den Bussen und Bahnen in der Region unterwegs. Die Zahl der Abos ging um etwa 14 Prozent zurück und betraf alle Angebote wie Schüler-, Senioren-, Monats- oder Job-Tickets.

2020 erhielt der KVV rund 30 Millionen Euro aus dem von Bund und Land aufgespannten Rettungsschirm. Dadurch konnten die finanziellen Verluste zu rund 95 Prozent ausgeglichen werden. Für das erste Halbjahr 2021 werden dem KVV 50 Prozent der Verluste erstattet. Die Verhandlungen mit Blick auf das zweite Halbjahr sind noch nicht abgeschlossen. Fix ist dagegen die Tarifanpassung ab dem 1. August - dann steigen die Ticketpreise bis zu 3,9 Prozent an.

Verkehrsverbünde planen Werbekampagne und neue Angebote

Mit einer breit angelegten Werbekampagne unter dem Motto „Ich bin Wiedereinsteiger“ oder „Ich bin Wiedereinsteigerin“ und dem Hashtag #besserweiter in den sozialen Medien wollen die Verkehrsverbünde um alte wie neue Kunden werben. Wie der VDV-Präsident und Vorsitzende der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft Ingo Wortmann verdeutlichte, würden zahlreiche Studien aus dem In- und Ausland belegen, dass es in Bussen und Bahnen kein erhöhtes Infektionsrisiko gebe.

Zudem müssten mit Blick auf den Klimaschutz noch sehr viel mehr Menschen als bisher die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, so Wortmann weiter.

Aus den Erfahrungen der Pandemie wolle man lernen und noch genauer auf die Wünsche der Kunden eingehen, beispielsweise durch spezielle Homeoffice-Abos für Pendler oder eine Art Flatrate für Tickets. „Die Digitalisierung wird uns helfen, noch flexiblere Angebote machen zu können“, so Wortmann.

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